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Ländlicher Raum - Graz .doc

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Environmental Science
Discipline
Geo Sciences
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Excursion report
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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WS 07/08, Einführungsexkursion Eder
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Geographische Exkursion

Ländlicher Raum

WS 07/08

1.             Die Exkursion

Schon nach wenigen Minuten Fahrt von der Uni in Richtung Süden, wird die Veränderung von städtischen zu ländlichen Räumen sichtbar.

Bei der Fahr auf der Karlauerstraße merkt man, dass die Häuser immer niedriger werden, und sich zwischen die Häuserschluchten der Innenstadt immer mehr Grünräume drängen. Geschichtlich gesehen kommt man nicht an den Bezeichnung Maut Andritz und Maut Puntigam vorbei. Seinerzeit waren dies die Begrenzungen der Stadt Graz und jeder der in die Stadt wollte, musste hier Maut bezahlen.

Bei unserer Fahrt in Richtung Süden kommen wir an der Maut Puntigam vorbei. Spätestens ab hier sieht man ganz deutlich, dass immer mehr Grünflächen in Verbindung mit Einfamilienhäusern die Plätze der Wohnblöcke einnehmen. Auch kleine Agrarflächen (zB Obstbäume) treten nun häufig auf. Ein weiteres Zeichne für das Verlassen der urbanen Region ist das vermehrte Auftreten von großen Einkaufszentren.

In unserem Fall kommen wir am EKZ Seiersberg vorbei, das in eine alte Schottergrube gebaut wurde, und durch die direkte Anbindung an die Autobahn einen optimalen logistischen Standortfaktor besitzt. Seiersberg ist von Graz als auch von den Gemeinden der Umgebung leicht zu erreichen und hat dadurch in den letzten Jahren einen großen Aufschwung zu verzeichnen.


Grafiken wurden automatisiert entfernt
Es wird sogar allgemein von einem sogenannten „Speckgürtel“ gesprochen, der sich über die Gemeinden erstreckt, die sich um eine große Stadt (zB Graz) herum befinden.

Hier ist sowohl ein deutliches Bevölkerungs-, als auch Wirtschaftswachstum zu erkennen.

Abb. 1

 

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Die Reise geht nun vorüber am rezenten Murboden, der bis ca. 1880 immer wieder überschwemmt wurde. Nun reiht sich eine Agrarfläche an die andere.

Auch werden die Flächen immer größer. Dazwischen sieht man immer wieder Siedlungen von Einfamilienhäusern aber auch Bauernhöfe. Man kann schon einige Funktionen des ländlichen Raumes erkennen. Man sieht Agrarflächen, Siedlungen, Industrieflächen, Erholungsgebiete.

Funktionen des ländlichen Raumes

Bereitstellung von ..

.. Agrarflächen

.. Wohngebieten

.. Erholungsgebieten

.. Industrieflächen

.. Wirtschaftsräumen

Tabelle 1

Stadt

(Zentrum)


Wir erreichen nun das Weststeirische Hügelland. Hier auf den „Riedeln“ werden die lokalen klimatischen Gegebenheiten voll ausgenutzt.

Auf den sonnenreichen Südhängen überwiegen Agrar- und Wohnflächen wogegen die schattigen Nordseiten der Hügel eher spärlich besiedelt bzw. bebaut sind. Hier sieht man meist Waldflächen oder landwirtschaftliche Flächen mit Pflanzen, die wenig Sonne benötigen. An den Talböden findet man auch Maisfelder. Auffallend ist auch die Asymmetrie der Riedellandschaft.

Dies bedeutet, dass die Nordhänge steiler sind als die Südhänge.


Grafiken wurden automatisiert entfernt

Nun erreichen wir Lannach, eine der reichsten Gemeinden der Steiermark (Raaba, Unterbremstätten, Bad Radkersburg, Graz, Lannach).

Zur Gemeinde Lannach gehören sehr viele agrarische Flächen, mittendrin jedoch, ist ein riesiges Industriegebiet entstanden. Die Betriebe Magna, die Lannacher Heilmittelwerke sowie die ELG (Erdöllagergesellschaft) und andere kleinere Betriebe bieten fast ebensoviele Arbeitsplätze wie Einwohner (2500 zu 3500) und dass ist für so eine kleine Gemeinde wirklich herausragend.

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In unzähligen Hoffnungsgebieten wurde nach Erdöl gebohrt um die Erdölkriese bzw. den um das 3fache angestiegenen Ölpreis zu umgehen.

Gefunden wurde in dieser Region (Terziärgebiet) aber nur wenig bis gar kein Erdöl, sondern Thermalwasser. In Lannach wurde zwar auch kein Erdöl gefunden, es erwies sich jedoch wegen seiner optimalen Verkehrsanbindung (Autobahn und Eisenbahn) als ausgezeichnete Öllagerstätte. Jedes Land hatte die Aufgabe solche Öllagerstätten zu installieren, um im Falle eine neuen Kriese unabhängig zu sein.
Viele Bauern verkauften ihre Agrarflächen oder zumindest Teile davon und wurden dadurch zu Millionären.

Weitere Betriebe in Lannach sind:

·         Pharmawerk Fam. Bartenstein (250 Arbeitsplätze)

·         Internorm (420 Arbeitsplätze)

·         Lannacher Saatgut

·         Magna (über 1000 Arbeitsplätze)

Als nächste Gemeinde erreichen wir die ländliche Mittelpunktsiedlung Stainz. Stainz hat eine ganz andere Entwicklung genommen als die Gemeinde Lannach, da Stainz keine so gute Autobahn und Eisenbahnanbindung hat.

Hier werden nur Produkte erzeugt, die vor Ort vermarktet werden können. Und eben wegen der schlechten Verkehrsanbindung sind auch größere Betriebe von Stainz ferngeblieben.

Einige Betriebe in der Gemeinde sind:

·         Stainzer Milch

·         Fleischerei Messner

·         Obstverwertung Grünwald

·         Forstwirtschaft

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In der Geschichte taucht 1229 erstmals der Name Stift Stainz auf. Das Augustiner Chorherrnstift prägt die Region und gewinnt stark an Bedeutung.

Im 13. Jh. wird der Markt Stainz planmäßig angelegt. 1840 kauft Erzherzog Johann das Stift und errichtet eine Schule um das Wirtschaften zu lehren. 1982 war Stainz der Veranstaltungsort der Landesausstellung – Erzherzog Johann.

Ganz bedeutend für die Gemeinde Stainz ist auch der Tourismus. Als man erkannt hat, dass die Gemeinde für die Ansiedelung großer Betriebe ungeeignet ist, hat man alle Weichen für den Tourismus gestellt.

Das merk man zum Beispiel an der Weinproduktion, bzw. Vermarktung. Die Region ist ja bekannt für gute Weine, insbesondere den Junker oder Schilcher. Daher hat man sich in Stainz auf den Weintourismus eingestellt. 80% des Weines werden ab Hof oder in Buschenschänke verkauft. Der Weintourismus erreicht in den Monaten September und Oktober sein Maximum.

Nicht zu vernachlässigen sind die Ölkürbisse, die sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Tourismus von großer Bedeutung sind.

Stainz liegt an der Schilcherstraße und an der Ölspur, was natürlich die Vermarktung der Landwirtschaftlichen Produkte Wein und Kernöl fördert.

Außerdem beherbergt Stainz das steirische Jagdmuseum und den Musterweingarten von Erzherzog Johann.

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Als die Streckenführung über Weiz verlegt wurde, wurde Stainz umgangen. Heute ist der Flascherlzug nurmehr eine Tourismusattraktion.

Man bemerkt also den Unterschied zwischen den Gemeinden Lannach und Stainz.

Zusammenfassend einige Unterschiede:

Lannach

Stainz

gute Verkehrsanbindung

schlechte Anbindung an Autobahn und Eisenbahn

Industriegemeinde

landwirtschaftlich bedeutend aber auch Tourismus

wenig geschichtlicher Hintergrund

großer geschichtlicher Hintergrund durch Stift Stainz

Tabelle 2

Die Fahrt geht nun weiter ins Stainzbachtal. Dieses Tal war früher sehr oft Überschwemmt, ist jedoch reguliert worden. Hier am Talboden sind sehr viele Maisfelder vorhanden, Monokulturen also und keine Spezialkulturen.

Bevor wir das Laßnitztal erreichen, kommen wir am Sausal vorbei. Das Sausal ist eine „Insel“ aus altem und sehr hartem Gestein und bildet die Grenze zwischen Ost- und Weststeirischem Terziärbecken.

Das Laßnitztal wird durch seine fortschreitende Teichwirtschaft geprägt. Der Waldschacher Teich ist ein Beispiel für diese Sonderform der Landwirtschaft.

Der Waldschacher Teich (alle Teiche) ist eine künstliche Wasserfläche, die durch einen Damm aufgestaut wird. Außerdem ist ein Teich selten tiefer als 2 Meter und hat eine Temperatur von ca. 20°C (Karpfenteich). Hier hat man eine neue Möglichkeit gefunden, Landwirtschaft und Tourismus zu verbinden. Erstens können solche Teiche durch die produktive Fischzucht brillieren und zweitens kann die Region rund um den Teich als Feriengebiet genutzt werden.

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Der Gründer bzw. Besitzer des Waldschacher Teich ist der Baron Menzel.

Der Teich wird durch Wasserablasseinrichtungen (Mönche) in den Gleinzbach entwässert.


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Bild 3 (Waldschacher Teich) Quelle: www.gis.steiermark.at

Die Heimfahrt ging über die Autobahn vorbei an Lebring. Lebring ist und wird wegen seiner guten Verkehrsanbindung auch Destination für etliche Betriebe sein.

2.            Conclusio

Abschließend kann man einiges Zusammenfassen:

Man merkt schon nach einigen Minuten auf dem Weg aus der Stadt (Graz), dass sich die Landschaft verändert. Vom urbanen zum ruralen sind es einige Schritte.

Umso weiter man sich vom Zentrum der Stadt entfernt umso mehr werden die Einfamilienhäuser, die Grünflächen und auch die Agrarfläch. Der ländliche Raum hat also einige Funktionen. Er soll Wohnflächen, Industrieflächen, Agrarflächen und auch Erholungsgebiet zur Verfügung stellen.

Die unterschiedlichen Verkehrsanbindungen der einzelnen Gemeinden, lassen verschiedene wirtschaftliche und demographische Entwicklungen erkennen.

Die Gemeinden rund um eine Stadt (Graz) verzeichnen einen Bevölkerungszuwachs. Gemeinden wie Lannach, die eine gute Verkehrsanbindung haben, können positive wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen. Andere Gemeinden wie zum Beispiel Stainz müssen den wirtschaftlichen Weg in Richtung Tourismus einschlagen.


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