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Laborbericht Werkstofftechnik, Zugversuch .docx

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Faculty
Engineering Sciences
Discipline
Mechanical Engineering
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University, School
HFH
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2009
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HFH Hamburg, Praktikum Werkstofftechnik, Fertigungslehre 29.03.2009

Studienzentrum Würzburg, Bernerstr. 8, Maschinenbaulabor, Ing. R. Doser

Zugversuch

Auf einer Zugprüfvorrichtung wird ein Kupferdraht langsam wachsend bis zum Zerreißen belastet. Während der Belastung werden in bestimmten Abständen wichtige mechanische Versuchsgrößen ermittelt.

Der eingespannte Kupferdraht hatte eine Messlänge (l0) von 1000mm und eine Querschnittsfläche (S0) von 6mm².

Um die Auswirkung der Belastung auf den Draht genau beobachten und dokumentieren zu können, wurde in schrittweise be- und entlastet und der Druck kontinuierlich gesteigert. Hieraus ergaben sich nachfolgender Tabelle zu entnehmende Werte (die Querschnittsfläche des Pneumatikzylinders betrug 31,1 cm², daher wirkten pro bar Druck 311N (10 N/cm²) auf den Kupferdraht).

Druck bei Belastung in bar

Verformung gesamt in mm

Verformung nach Entlastung in mm

Kraft

in N

Spannung in N/mm²

Dehung in %

1

1

0

311

51,83

0,1

1,5

2

0

466,5

77,75

0,2

2

3

0

622

103,67

0,3

2,2

2,5

0

684,2

114,03

0,25

2,4

3

0

746,4

124,40

0,3

2,5

3,1

0

777,5

129,58

0,31

2,6

3,5

0

808,6

134,77

0,35

2,7

3,5

0

839,7

139,95

0,35

2,8

4

0

870,8

145,13

0,4

2,9

4

0

901,9

150,32

0,4

3

4,2

0

933

155,50

0,42

3,2

4,5

0

995,2

165,87

0,45

3,4

5

0,5

1057,4

176,23

0,5

3,6

5,3

1

1119,6

186,60

0,53

3,8

6

2

1181,8

196,97

0,6

4

7,5

3

1244

207,33

0,75

4,2

12

8

1306,2

217,70

1,2

4,4

30

25

1368,4

228,07

3

4,6

56

50

1430,6

238,43

5,6

4,8

84

78

1492,8

248,80

8,4

5

122

116

1555

259,17

12,2

5,2

168

160

1617,2

269,53

16,8

5,4

280

 

1679,4

279,90

28


Bis zu einer Belastung von 3,2 bar (entspricht 995,2N bzw. 165,9 N/mm²) befand sich der Draht im Bereich der elastischen Verformung.

Er zeigte ein reversibles Verformungsverhalten und schrumpfte nach Entlastung wieder in seine ursprüngliche Länge l0 .

Entsprechend dem oben stehenden Spannnungs-Dehnungs-Diagramm ist bis zu diesem Punkt ein (annähernd) proportionales Verhältnis zwischen Spannung δ und Dehnung ε (Hooke'scher Bereich Hooke'sche Gerade) zu beobachten.

 

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Bei weiterer Steigerung des Druckes (ab ca. 4,2bar bzw. 1306,2N oder 228,07N/mm²) wurde ein Fließen des Kupferdrahtes deutlich. Die Verformung schritt nun schneller und nicht mehr proportional zum aufgewandten Druck voran.

Um den Draht zusätzlich in seinem Zusammenhalt zu beeinflussen wurde nach der Belastung mit 5bar an einer Stelle eine Einkerbung ins Material vorgenommen. Dennoch war bei einer Steigerung der Belastung auf 5,2 bar (entspricht 1617,2N bzw. 269,53N/mm²) noch kein Bruch sondern lediglich eine weitere Dehnung des Drahtes um 16,8% bezogen auf l0 zu beobachten.

Erst bei 5,4bar Belastung brach der Draht. Die Bruchdehnung trat also, nicht wie ursprünglich unter normalen Voraussetzungen angenommen bei 40% Dehnung sondern, gefördert durch Einkerbung, bereits bei L=28mm (ε=28%) ein.

Erneutes Dehnen des gebrochenen Drahtes

Um die Eigenschaften des bereits stark plastisch verformten Kupferdrahtes weiter zu testen, wurde er (bzw. die eine, aus dem Bruch hervorgegangene Hälfte) erneut eingespannt. Es war damit zu rechnen, dass durch die Kaltverformung des Drahtes ein Zwangsgefüge entstanden ist und dadurch Gitterdefekte im Draht aufgetreten sind, die festigkeitssteigernd wirken und die Zähigkeit des Werkstoffes mindern.

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Die natürliche Streckgrenze wäre demnach also nur nach der Herstellung des ursprünglichen Gefügezustandes testbar.

Die Belastung des Drahtes zeigte, dass für seine Dehnung nun mehr Kraft aufgewandt werden musste als im 1. Versuch, wobei ein konkreter Vergleich aufgrund seiner geringeren Länge und des verminderten Druchmessers nicht möglich war. Ein Fließen des Drahtes war jedoch erst bei einer Belastung von 5,4bar beobachtbar.

Rekristallisationsglühen

Um die Kaltverformung rückgängig zu machen, wurde an dem verbliebenen Draht die Methode des Rekristallisationsglühens durchgeführt.

Hierdurch soll der ursprüngliche Gefügezustand in dem Kupferdraht wieder hergestellt werden. Bei der Erhitzung auf eine Temperatur, die mindestens 40% der Schmelztemperatur des betrachteten Werkstoffes beträgt, wird das Wachstum neuer Körner angeregt und dadurch die bei der Kaltumformung entstandenen Gitterdefekte abgebaut.

Die Neigung zur Kornneubildung beim Rekristallisationsglühen steigt mit steigendem Umformgrad. Bei besonders großem Umformgrad reicht auch eine niedrige Glühtemperatur aus. Der Werkstoff erhält durch das Glühen die Eigenschaften zurück, die vor der Kaltumformung charakteristisch für ihn waren. Die Zähigkeit des Werkstoffes wird wieder gesteigert und die Festigkeit sinkt.

 

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Da die ermittelten Werte aufgrund des nun niedrigeren Durchmessers und der geringeren Länge erneut nicht mit dem ursprünglichen Versuchsgegenstand zu vergleichen waren, wurde auf eine wiederholte schrittweise Durchführung des Versuches verzichtet. Bei kontinuierlicher Belastung des geglühten Drahtes war zu beobachten, dass ein Fließen deutlich früher einsetzte, was aber zumindest teilweise auf die veränderten Abmessungen zurückzuführen ist.


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