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Kurt Marti – Happy End – Interpretation einer Kurzgeschichte .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
Document category
Interpretation
University, School
Stuttgart
Additional information
2010
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Kurt Marti – Happy End – Interpretation einer Kurzgeschichte

In der Kurzgeschichte „Happy End“ des Autors Kurt Marti geht es um ein Ehepaar, das sich in Kino gemeinsam einen Liebesfilm ansieht. Anschließend stürmt der Mann aus dem Kino und fängt Streit mit seiner Ehefrau an. Die Kurzgeschichte spielt auf das marode Eheleben der beiden an.

Die im Präsens verfasste Kurzgeschichte beginnt mit dem unvermittelten Einstieg, dass der Kinofilm, den sich das Ehepaar zusammen ansieht, endet. Die Schauspieler on dem Film umarmen und küssen sich. Dieser Kuss ist der Auslöser dafür, dass der Mann zornig aus dem Gebäude stürmt.

Die hier verwendete Parataxe unterstützt das Ende des Films und gibt den Grund für den Zorn des Mannes an. Schon hier wird auf den Titel der Kurzgeschichte Bezug genommen. Der Film endet mit dem Happy End, dass sich die beiden Personen des Films versöhnen. Der Film verstärkt den Zorn des Mannes insofern, dass er sich wünscht seine Ehekrise könnte auch mit einem Happy End enden.

Ebenfalls steht der Film für seine geheimen Sehnsüchte von denen seine Frau nichts weiß. Der Film steht im starken Kontrast zu dem maroden Eheleben der beiden Protagonisten. Nachdem dieser geendet hat, holt den Mann die Realität ein und er flüchtet sich, zornig auf sich und seine Frau, aus dem Gebäude.

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Auch hier kann noch einmal die Rücksichtslosigkeit deutlich gemacht werden. Dem Mann ist es egal, ob seine Frau ihm folgen kann oder nicht. Er versucht sich durch sein Weggehen der unangenehmen Situation zu entgehen, die der film aufgebracht hat. Ebenfalls hat er keine Lust hat, mit der Frau über den Film zu unterhalten.

Die Erwähnung der „Nacht“ in diesem Satz, kann ein Ausdruck für die düstere Stimmung in ihm sein. Obwohl seine Frau ihn eingeholt hat und sichtlich erschöpft ist, was das Adjektiv „atemlos“ (Z.8) verdeutlicht, bleibt er nicht stehen. Das sie mit „kleinen, verzweifelten Schritten“(Z.8+9) hinter ihm herläuft, lässt sich darauf schließen, dass sie nicht versteht warum ihr Mann wegläuft.

Obwohl die Frau, trotz geringer Entfernung ihres Manns außer Atem ist, ist ein Hinweis darauf, dass sie nicht allzu sportlich ist. Dies wird im selben Satz durch das Adjektiv „keucht“ (Z.10) bestätigt. Auch jetzt, als seine Frau ihn eingeholt hat, geht der Mann zügig weiter, sodass seine Frau ihm erneut hinterherlaufen muss.

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In der folgenden ironischen Bemerkung, in der er sich fragt warum sie weinen musste, spricht er eher zu sich selber als zu ihr. Im Anschluss bemerkt er, dass er „diese Heulerei“(Z.13.) hasse- Das Wort „diese“(Z.13) weißt darauf hin, dass Frau öfters weint. Ebenfalls verwendet er hier wieder den Ausdruck „Heulerei“, welcher negativiert wird.

Ebenfalls benutzt der Mann den Ausdruck „hasse(n)“(Z. 13+14). Dies ist eine Steigerung von nicht mögen und zeigt seine starke Abneigung gegenüber den Gefühlsausbrüchen seiner Frau. Nun wird eingeschoben, dass es die Frau noch immer anstrengt hinter ihrem Mann herzulaufen.

Trotzdem bemüht sie sich darum. Nachdem ihr Mann ihr klargemacht hat, dass sie ihn blamiert hat, geht er schweigend weiter. Die tut er, da er über die angesammelte Wut in seinem Inneren nicht sprechen möchte. Nun werden durch den auktorialen Erzähler, welcher über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten bescheid weiß, die Gedanken des Mannes offenbart.

Er beschimpft seine Frau als fette Gans und verachtet sie dafür, dass sie so keuchen muss um hinter hin herlaufen zu können. Seine Gedanken lassen darauf schließen, dass der Mann seine Frau nicht mehr attraktiv findet. Die Weise, wie er seine Gedanken formuliert, verdeutlicht wie er sie verachtet.

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Dadurch, dass sie „wahrhaftig nichts dafür“ (Z.18) kann, das sie weinen muss und durch die Erwähnung, dass sie „halt heulen“ musste, versucht sie sich zu rechfertigen und beteuert ihm, dass es nicht ihre Absicht war, ihn zu blamieren. Doch der Mann geht überhaupt nicht auf ihre Versuche, sich zu entschuldigen ein, sondern beleidigt sie.

Zu beginn verwendet er das Adjektiv „schön“. Dies ist jedoch Ironie seinerseits, in der er ausdrücken will, dass es ihn nicht interessiert ob ihr der Film gefallen hat. Er bezeichnet den Film als „elende(n) Mist“. Nach außen hin wirkt dies so, als mag er den Film nicht, doch im inneren spricht die Abwertung des Films für seine geheimen Sehnsüchte, die in seiner Beziehung nicht ausgelebt werden können.

Verstärkt wird dies durch den Neologismus des Wortes „Liebesgewinsel“. Er formuliert diesen Begriff bewusst negativ, um sich selber zu verleugnen, dass er sich nach den Zärtlichkeiten, die die beiden Filmdarsteller ausgetauscht haben, sehnt. Um sich selber aufzuwerten, beleidigt er seine Frau, dass ihr „wirklich nicht mehr zu helfen“ ist.

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Obwohl die Kurzgeschichte den Titel „Happy End“ trägt, ist die Situation des Ehepaars mit dem Ende der Kurzgeschichte ungeklärt. Für die beiden gibt es in diesem Fall kein Happy End. Zum einen, weil der Mann so grob zu seiner Frau ist und sie im Kino stehen lässt, zum anderen, da sich beide durch ihr Schweigen einer Diskussion über die Probleme in der Ehe entziehen.


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