Kurt Marti – Happy End – Interpretation einer Kurzgeschichte
In der Kurzgeschichte „Happy End“ des Autors
Kurt Marti geht es um ein Ehepaar, das sich in Kino gemeinsam einen Liebesfilm
ansieht. Anschließend stürmt der Mann aus dem Kino und fängt Streit mit seiner
Ehefrau an. Die Kurzgeschichte spielt auf das marode Eheleben der beiden an.
Die im Präsens verfasste Kurzgeschichte
beginnt mit dem unvermittelten Einstieg, dass der Kinofilm, den sich das
Ehepaar zusammen ansieht, endet. Die Schauspieler on dem Film umarmen und
küssen sich. Dieser Kuss ist der Auslöser dafür, dass der Mann zornig aus dem
Gebäude stürmt. Die hier verwendete Parataxe unterstützt das Ende des Films und
gibt den Grund für den Zorn des Mannes an. Schon hier wird auf den Titel der Kurzgeschichte
Bezug genommen. Der Film endet mit dem Happy End, dass sich die beiden Personen
des Films versöhnen. Der Film verstärkt den Zorn des Mannes insofern, dass er
sich wünscht seine Ehekrise könnte auch mit einem Happy End enden. Ebenfalls
steht der Film für seine geheimen Sehnsüchte von denen seine Frau nichts weiß.
Der Film steht im starken Kontrast zu dem maroden Eheleben der beiden
Protagonisten. Nachdem dieser geendet hat, holt den Mann die Realität ein und
er flüchtet sich, zornig auf sich und seine Frau, aus dem Gebäude.
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Rücksichtslosigkeit deutlich gemacht werden. Dem Mann ist es egal, ob seine Frau
ihm folgen kann oder nicht. Er versucht sich durch sein Weggehen der unangenehmen
Situation zu entgehen, die der film aufgebracht hat. Ebenfalls hat er keine
Lust hat, mit der Frau über den Film zu unterhalten.
Die Erwähnung der „Nacht“
in diesem Satz, kann ein Ausdruck für die düstere Stimmung in ihm sein. Obwohl
seine Frau ihn eingeholt hat und sichtlich erschöpft ist, was das Adjektiv
„atemlos“ (Z.8) verdeutlicht, bleibt er nicht stehen. Das sie mit „kleinen,
verzweifelten Schritten“(Z.8+9) hinter ihm herläuft, lässt sich darauf
schließen, dass sie nicht versteht warum ihr Mann wegläuft.
Obwohl die Frau, trotz geringer Entfernung
ihres Manns außer Atem ist, ist ein Hinweis darauf, dass sie nicht allzu
sportlich ist. Dies wird im selben Satz durch das Adjektiv „keucht“ (Z.10)
bestätigt. Auch jetzt, als seine Frau ihn eingeholt hat, geht der Mann zügig
weiter, sodass seine Frau ihm erneut hinterherlaufen muss. Als er schließlich
zu sprechen beginnt, entlädt er seinen Zorn indem er ihr vorwirft, sie sei
„eine Schande“ (Z.10) für ihn, weil sie im Kino geweint hat. Durch den Neologismus
„Affenschande“ (Z.11) und den Negativen Ausdruck „geheult“(Z.11) macht er
seiner Empörung über ihren Gefühlsausbruch Luft.
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13+14). Dies ist eine Steigerung von nicht mögen und zeigt seine starke
Abneigung gegenüber den Gefühlsausbrüchen seiner Frau. Nun wird eingeschoben,
dass es die Frau noch immer anstrengt hinter ihrem Mann herzulaufen. Trotzdem
bemüht sie sich darum. Nachdem ihr Mann ihr klargemacht hat, dass sie ihn
blamiert hat, geht er schweigend weiter. Die tut er, da er über die
angesammelte Wut in seinem Inneren nicht sprechen möchte. Nun werden durch den
auktorialen Erzähler, welcher über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten
bescheid weiß, die Gedanken des Mannes offenbart. Er beschimpft seine Frau als
fette Gans und verachtet sie dafür, dass sie so keuchen muss um hinter hin
herlaufen zu können. Seine Gedanken lassen darauf schließen, dass der Mann
seine Frau nicht mehr attraktiv findet. Die Weise, wie er seine Gedanken
formuliert, verdeutlicht wie er sie verachtet.
Nun antwortet ihm endlich die Frau. Doch
anstatt sich gegen die Vorwürfe des Mannes zu wehren ordnet sie sich ihm unter,
in dem sie beteuert, sie kann nichts dafür, dass sie während des Films weinen
muss. Durch das Wort „endlich“ (Z.17) wird gezeigt, dass sie sich kaum traut
ihm etwas entgegenzusetzen, da sie weiß, gereizt ist und sie Angst vor seiner
Wut hat.
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Dies ist jedoch Ironie seinerseits, in der er ausdrücken will, dass es ihn
nicht interessiert ob ihr der Film gefallen hat. Er bezeichnet den Film als
„elende(n) Mist“. Nach außen hin wirkt dies so, als mag er den Film nicht, doch
im inneren spricht die Abwertung des Films für seine geheimen Sehnsüchte, die
in seiner Beziehung nicht ausgelebt werden können. Verstärkt wird dies durch
den Neologismus des Wortes „Liebesgewinsel“. Er formuliert diesen Begriff
bewusst negativ, um sich selber zu verleugnen, dass er sich nach den
Zärtlichkeiten, die die beiden Filmdarsteller ausgetauscht haben, sehnt. Um sich
selber aufzuwerten, beleidigt er seine Frau, dass ihr „wirklich nicht mehr zu
helfen“ ist. Nun erwidert sie nichts mehr, da sie keine Lust hat mit ihrem Mann
zu diskutieren. Während sie schweigend und immer noch keuchend neben ihm
hergeht, bezeichnet sie ihn in ihren Gedanken als „Klotz“. Damit drückt sie
aus, dass sie ihn für gefühlskalt und grob hält. Aus diesem Gedanken lässt sich
schließen, dass auch die Gefühle der Frau für ihren Mann nicht mehr so intensiv
sind.
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