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Kritischer Rationalismus .doc

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Philosophy
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Berufliches Gymnasium Berufsbildungszentrum Dithmarschen Meldorf Heide i. H. (Friedrichskoog, Meldorf, Epenwöhrden)
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2010; Lehrer/Dozent: Dipl.-Hdl. Dirk Westensee
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Kritischer Rationalismus

Ausarbeitung zum Referat

Philosophie-gA-Kurs

BG im BBZ Dithmarschen

24. Juni 2010

Inhaltsverzeichnis

0. Einführung

1.     Überblick (Einordnung)

2.     Vertreter

1.     Sir Karl Raimund Popper

2.     Hans Albert

3.      Weitere Vertreter: 1. Thomas Samuel Kuhn; 2. Paul Karl Feyerabend;
3. William Warren Bartley; 4. David W.

Miller

3.     Kritischer Realismus

4.     Fallibilismus

5.     Negativismus und Erkenntnisskeptizismus

6.     Wissenschaftstheorie

1.     Induktionsproblem

2.     Abgrenzungsproblem

3.     Metaphysik

4.     Erkenntnisfortschritt

5.     Verstehen

6.     Objektive Erkenntnis

7.     Gesellschaft und Ethik

1.     Rationalität

2.     Offene Gesellschaft

3.     Stückwerk-Sozialtechnik

4.     Ethik

8.     Logik

9.     Quellen

Kritischer Rationalismus

0. Einführung

Der Kritische Rationalismus (im Folgenden: KR) ist eine von Sir Karl Raimund Popper (1902–1994), einem österreichischen, später britischen Philosophen sowie Wissenschaftstheoretiker, begründete philosophische Strömung. Sie ist eine Lebenseinstellung, die zugibt, dass ich mich irren kann, dass du recht haben kannst und dass wir zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommen werden.

Ein weiterer bedeutender Kritischer Rationalist ist Hans Albert (* 1921), ein deutscher Philosoph und Soziologe.

 

1. Überblick (Einordnung)

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Er basiert auf dem Falsifikationismus (Kritischer Empirismus), der nach einem Hinterfragen, einer Falsifizierung bzw. Falsifikation, und Verbesserung von Hypothesen statt lediglich dem Versuch eines Beweises (Verifizierung oder Verifikation – Verifikationismus) strebt. Außerdem fordert er das Kriterium der Falsifizierbarkeit, um Theorien (empirischen) Falsifikationen auszusetzen und sie somit prüfen zu können.

Gemäß dem KR ist die Welt real und sie ist vom Betrachter oder vom Vermögen der menschlichen Erkenntnis unabhängig (intersubjektiv). Jedoch ist der Mensch in seiner Erfahrungswelt sowie Fähigkeit, zu Erkenntnissen zu gelangen, durch seine Wahrnehmung eingeschränkt und kann sich deshalb keine definitive Gewissheit darüber verschaffen, dass sich seine Erfahrungen und Vermutungen mit der Realität decken (Kritischer Realismus).

Jede Theorie bzw. jede Hypothese (Problemlösungs-versuch) kann also (theoretisch) fehlerhaft sein (Fallibilismus) und alles Wissen ist Vermutungswissen. Dies fordert die permanente kritische Überprüfung von Annahmen, aber ebenfalls ein methodisch-rationales Lösen von Problemen (Methodischer Rationalismus).

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Außerdem lehnt Popper mit dem KR das Induktionsprinzip oder gar den Induktivismus ab und schlägt daher den Modus (tollendo) tollens vor: Ist p aus t ableitbar [p sei ein Folgesatz eines Satzsystems t], und p ist falsch, so ist auch t falsch
(tp ∧ ¬p ⇒ ¬t). 1

Nach dem KR sind alle Menschen fehlbar sowie unvollkommen. Popper schlägt deshalb eine offene pluralistische Gesellschaft, die Probleme rational durch bspw. Debatten löst, vor.


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2. Vertreter

2.1. Karl Raimund Popper

Philosoph, Soziologe und Wissenschaftstheoretiker

1902

28. Juli, der Tag, an dem Karl Raimund Popper als Sohn eines jüdischen Vaters, Dr. iur. Simon Siegmund Carl Poppers, und dessen Frau (Jenny, geb. Schiff) in Wien geboren wird.

1918

In diesem Jahr hat Popper die Schule abgebrochen und belegt an der Universität Wien als Gasthörer Vorlesungen für mehrere Fächer (wie Mathematik, Philosophie, Musik, Psychologie und Geschichte).

1919

Er tritt einer sozialistischen Studentenvereinigung bei, mit der er mehrfach demonstrierte.

1928

Promotion beim Psychologen und Sprachtheoretiker Karl Bühler (1879–1963) an der Universität Wien mit dem Thema „Zur Methodenfrage der Denkpsychologie“. Im folgenden Jahr tritt Popper in regen Austausch mit dem Wiener Kreis um Moritz Schlick (1882–1936), Rudolf Carnap (1891–1970) und Otto Neurath (1882–1945), in deren Zirkel vor allem erkenntnistheoretische und logische Probleme diskutiert werden.

Popper wendet sich im Rahmen der Wissenschaftstheorie verstärkt der Methodenkritik der Wissenschaften zu. Dabei differenziert er streng zwischen „Wissenschaft“ und „Pseudo-Wissenschaft“, die er insbesondere in den Schriften Karl Marx und Sigmund Freuds nachzuweisen versucht.

1930

Popper heiratet Josefine Anna Henninger.

1934

Poppers wissenschaftstheoretisches Hauptwerk „Logik der Forschung“ erscheint. Darin setzt er sich kritisch mit der Tradition des Logischen Empirismus auseinander, demzufolge in den Wissenschaften nur empirische Beobachtungen Grundlage für bedeutungsvolle Aussagen seien. Um sich schrittweise der Wahrheit zu nähern, müsse eine Theorie widerlegt werden, anstatt sie beweisen zu wollen.

1937

Durch die politischen Lage in Europa und des drohenden Anschlusses Österreichs an NS-Deutschland nimmt Popper eine Dozentenstelle für Philosophie am Canterbury University College im neuseeländischen Christchurch an. In Neuseeland kümmerte er sich mit ein paar Freunden um jüdische Familien, denen sie das Auswandern nach Neuseeland zu erleichtern versuchten.

1945

Poppers gesellschaftstheoretisches Werk „The Open Society and Its Enemies“ (dt.: „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, 1957) erscheint in zwei Bänden. Die Untersuchung spürt den geistigen Wurzeln des Totalitarismus nach und kritisiert geschlossene Denksysteme und Ideologien, die Popper bereits in den philosophischen Schriften von Platon (427–347 v. Chr.) und Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) begründet sieht. Stattdessen plädiert er für eine offene, demokratische und pluralistische Gesellschaft, die größtmögliche Freiheiten zulasse und für beständige Kritik offen sei. Popper gilt damit als Begründer des KR.

1945

Popper verlor 16 Familienangehörige im II. Weltkrieg.

1961

Auf dem Soziologentag in Tübingen kommt es zwischen Popper und Theodor Wiesengrund Adorno zu einer Auseinandersetzung über sozialwissenschaftliche Theoriebildung, die als Positivismusstreit in die Wissenschaftsgeschichte eingeht. Popper entwirft eine an den Naturwissenschaften orientierte Methodologie der Sozialwissenschaften.

1965

Erhebung in den Adelsstand (Sir) durch Queen Elisabeth II.

1969

Emeritierung Poppers Emeritierung = Entpflichtung/Pensionierung eines Professors

1977

Die zusammen mit dem Neurophysiologen John Carew Eccles (1903–1997) verfasste Schrift „The Brain and its Self“ erscheint. Im Rahmen der „Theorie der drei Welten“ wird neben der physischen und der psychischen Welt eine dritte Welt der von Menschen gestalteten Kulturdinge postuliert, der unter anderem Sprache, Theorien und Kunstwerke zugehörig seien.

1978

Popper wurde die Ehrendoktorwürde Dr. rer. nat. h. c. durch die Fakultät für Formal- und Naturwissenschaften in Wien verliehen.

1980

2 Jahre später bekam er das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst


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1983

Popper erlangt das Große Bundesverdienstkreuz in Deutschland.

1985

Seine Frau Josefine stirbt krankheitsbedingt.

1994

17. September: Sir Karl Raimund Popper stirbt in London.

2.2. Hans Albert

Hans Albert ist ein deutscher Philosoph und Professor für Soziologie und allgemeine Methodologie.

Er ist am 8. Februar 1921 in Köln geboren. Von 1939 bis 1945 war er Soldat (1945 in amerikanische Gefangenschaft). Nachdem er wieder frei war, studierte er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln. 1963 wurde er Professor für Soziologie und allgemeine Methodologie (Lehre von wissenschaftlichen Methoden). Er ist bekannt als bedeutendster deutscher Vertreter des KR.

Die Vernunft ist in seinen Augen fehlbar und auf Grund dessen, muss jede Überzeugung kritisiert werden.

Hans Albert hat das Münchhausen-Trilemma erstellt.

 

2.2.1. Das Münchhausen-Trilemma

Das Münchhausen-Trilemma besagt, dass es keine absolute Wahrheit, also keine Letztbegründung, geben kann.

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Beispiele dafür:

Regress: Woher kommt der Mensch? – Er stammt von Adam und Eva
ab! – Wer erschuf Adam und Eva? – Gott erschuf sie! – Wer erschuf Gott? …

Zirkel: Das Mädchen ist stumm, weil es sein Sprachvermögen verloren hat! Warum hat es sein Sprachvermögen verloren? Auf Grund des Unvermögens, die Sprache zu beherrschen!

Dogma (Abbruch): Warum …? – Gott hat das in seinem unergründlichen Ratschluss so beschlossen!

Kritik an dem Münchhausen-Trilemma gibt es aber auch. Vittorio Hösle sagt: „Es ist letztbegründet, dass es keine Letztbegründung gibt.“ 2

2.3. Weitere Vertreter

2.3.1. Thomas S. Kuhn

Thomas Samuel Kuhn lebte von 1922 (Cincinnati) bis 1996 (Cambridge). Er war US-amerikanischer Wissenschaftstheoretiker und Vertreter des KR.

2.3.2. Paul K. Feyerabend

Paul Karl Feyerabend wurde 1924 in Wien geboren und starb 1994 in Genolier (Schweiz). Er war österreichischer Philosoph, Wissenschaftstheoretiker und Vertreter des KR.

Bekannt wurde er durch seinen Anarchismus (Lehre, die eine Gesellschaftsform ohne Staatsgewalt und gesetzlichen Zwang propagiert rsp. die sich gegen jede Autorität richtet sowie für unbeschränkte Freiheit des Individuums eintritt).

 

2.3.3. William W. Bartley

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2.3.4. David W. Miller

David W. Miller ist 1942 geboren und lebt bis heute in England. Er ist englischer Philosoph und beendete 1964 ein Studium der Logik und Wissenschaftstheorie.

Er ist auch überzeugter Vertreter des KR und war Assistent Karl Poppers.

3. Kritischer Realismus

Der Kritische Realismus ist eine philosophische Grundposition, die meint, dass eine „reale“ Welt existiert, die der eigenen Wahrnehmung entspricht. Diese eigene Wahrnehmung ist durch den menschlichen Verstand nicht sofort verständlich und erkennbar.

Der Begriff „Realismus“ ist abgeleitet vom lateinischen Wort res, welches „Ding“, „Sache“ oder „Wirklichkeit“ bedeutet. Der Realismusbegriff ist sehr vielschichtig und mehrdeutig; er wird oft in der Literatur und der Poesie, direkt oder auch indirekt, verwendet.

Der Kritische Realismus geht da von aus, das wir die Realität nicht vollständig wahrnehmen können, sondern höchstens nähern. Einer anderen Form des Realismus, dem „naiven“ Realismus, sind die Dinge im Wesentlichen so wie sie uns erscheinen.

Der Kritische Realismus ergreift sozusagen im menschlichen Verstand, Partei, verlässt sich aber nicht komplett auf ihn.

Der Begriff des Kritischen Realismus, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich, das erste mal verwendet.

 

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