Darum gewichten die Angehörigen
dieses Teils die Distinktionseffekte, die sich aus dem Konsum und der Nutzung
eines Fahrzeugs mit alternativen Antrieb ergibt höher als die Einschnitte auf
den Komfort und die Ansprüche an die Ästhetik. Sie sehen in den alternativen
Antrieben verstärkt die Möglichkeit, diese als neue Statussymbole zu nutzen. In
der Folge ergibt sich auch eine vermutet höhere Aufpreisbereitschaft gegenüber
dem wertmusterstabilen Teil der Etablierten für diese Fahrzeuge. Dabei spielen
ökonomische Anreize in diesem Teil des Milieus eher eine untergeordnete Rolle,
vielmehr verspricht die höhere Ökoeffizienz eines Fahrzeugs eine bessere Eignung
als Instrument zur Distinktion gegenüber anderen Milieus. Des Weiteren
ermöglicht die Nutzung eines Fahrzeugs mit alternativem Antrieb die Fortführung
eines Lebensstils mit hohen Ansprüchen an Qualität und Ästhetik ohne sich dem
Risiko auszusetzen, aufgrund der nicht veränderten Handlungsmuster bezogen auf
den Konsum von Automobilen in einem veränderten und stärker auf Nachhaltigkeit
bedachten gesellschaftlichen Umfeld die Rolle als gesellschaftliches Leitmilieu
zu gefährden.
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Kombination bietet diesem Milieu dann auch weiterhin die Möglichkeit den Konsum
des Fahrzeugs mit den gewohnten Anforderungen an Komfort, Luxus und
Exklusivität zu erfüllen. Somit lässt sich feststellen, dass nach den Effekten
der Krise für die wertmusterflexiblen Angehörigen des Milieus der Etablierten
ein alternativer Antrieb, der die oben genannten Eigenschaften mit einem
wirtschaftlich effizienten Motor verbindet, deutlich attraktiver geworden ist
und zusehends in den Fokus des Kaufinteresses rücken wird.
Bezogen auf
die verschiedenen alternativen Antriebsformen ergibt sich für die Angehörigen
des Milieus der Etablierten mit einem stabilen Wertmuster keine signifikante
Veränderung der Einstellung diesen gegenüber. Mit Wasserstoff oder einer
Brennstoffzelle betriebene Fahrzeuge sind in absehbarer Zeit noch nicht
marktreif. Ethanol ist wirtschaftlich auch nach der Krise nicht attraktiv, da
eine Wiederaufnahme der staatlichen Förderung zurzeit nicht diskutiert wird.
Das Elektro-Fahrzeug kommt wegen seiner noch erheblichen Einschnitte bei Reichweite
und Komfort für diesen Teil des Milieus der Etablierten auch nach der Krise
nicht in Frage.
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Auch die
wertmusterflexiblen Etablierten ändern nach der Krise aufgrund der
beschriebenen Gründe ihre Einstellung zu den Fahrzeugen mit Wasserstoff-,
Brennstoffzellen- oder Ethanolantrieb nicht signifikant. In der Übergangsphase
bis der Elektroantrieb bezüglich der Fahrreichweite und Batterieladezeit keinen
erheblichen Nachteil mehr mit sich bringt, werden die Angehörigen des
wertmusterflexiblen Teils verstärkt auf den Konsum und die Nutzung von
Fahrzeugen mit Hybrid-, Erd- oder Flüssiggasmotor setzen, so dass für diesen
Teil der Etablierten mit einer höheren Nachfrage für Fahrzeuge mit diesen
Motoren zu rechnen ist als vor der Weltwirtschaftskrise 2008/09.
Auch nach der
Krise bleibt das Milieu der Postmateriellen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben
hoch affin. Die zentrale Stellung von Umwelt- und Klimaschutz bildet auch weiterhin
den Rahmen für die Wertmuster der Lebenswelt der Angehörigen des
postmateriellen Milieus. Sie sind auch nach den Auswirkungen der derzeitigen
Rezession bereit, für einen verbesserten Umweltschutz, den Fahrzeuge mit
alternativen Antrieb gegenüber herkömmlichen Antrieben bieten, auch Einschnitte
und unkomfortable Veränderungen hinsichtlich ihrer eigenen Lebenswelt hinzunehmen,
da die Nutzung zum einen den Anspruch des Milieus an Nachhaltigkeit und
Umweltverträglichkeit erfüllt und zum anderen das Bedürfnis nach einer hohen
individuellen Mobilität befriedigt, ohne zu starke negative Effekte auf die
Umwelt befürchten zu müssen.
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Für eine
wahrscheinliche Steigerung der Affinität zu alternativen Antrieben spricht nun
hingegen das durch die Verschiebung der bürgerlichen Mitte in die Wertmuster
der postmateriellen Lebenswelt. Die Vorstellungen vom „richtigen Leben“ der
Angehörigen des postmateriellen Milieus bezüglich eines besonders nachhaltigen
und umweltschonenden Konsums bieten kein Alleinstellungsmerkmal mehr, da
zunehmend die bürgerliche Mitte diese Verhaltensweisen adaptiert. Folglich lässt
sich vermuten, dass die Postmateriellen, über den Mechanismus der Verstärkung,
mit dem Konsum von besonders ökologischen und nachhaltigen Antriebsformen
versuchen werden, sich von den Milieus des gesellschaftlichen Mainstreams
abzusetzen. Somit verändert sich die Rolle des demonstrativen Konsums im
Kontext dieses Milieus erheblich. Wurden vor der Krise seine Wirkungseffekte
allenfalls unbewusst genutzt, stellt seine Nutzung nach den Auswirkungen der
Weltwirtschaftskrise 2008/09 eine aktive Strategie zur stärkeren Abgrenzung zu
den Milieus der bürgerlichen Mitte dar und ermöglich darüber hinaus auch die
Selbstverortung des Einzelnen in das Milieu der Postmateriellen.
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Für die
Einstellung der Postmateriellen bezüglich der verschiedenen alternativen
Antriebsformen lässt sich schlussfolgern, dass auch in diesem Milieu Fahrzeuge
die mit Wasserstoff oder Brennstoffzelle betrieben werden, aufgrund ihrer
fehlenden Marktreife auch nach der Krise weiterhin keine Rolle für die
Überlegungen spielen werden.
Das Interesse
an globalen Ansätzen für eine nachhaltigere und ökologischere Ausrichtung von
wirtschaftlichen und politischen Prozessen wird durch die Effekte der Krise
eher noch verstärkt und führt zu ähnlich negativen Assoziationen bezüglich der
Herstellungsarten von Ethanol, so dass auch weiterhin mit einer geringen
Akzeptanz gegenüber diesem Kraftstoff zu rechnen ist und Fahrzeuge mit einem
Ethanolbetriebenen Motor wahrscheinlich eine sehr untergeordnete Rolle bei der
nächsten Kaufentscheidung spielen werden. Eine ähnliche Entwicklung ist für die
Akzeptanz für Fahrzeuge die mit Erd- oder Flüssiggas als fossile Energieträger betrieben
werden, zu vermuten, da ihre Herstellung und Nutzung die Problematik der CO2-Emmission
nur auf einen anderen Energieträger verlagert und die gleichen negativen Folgen
für die Umwelt wie bei konventionellen Diesel- oder Benzinfahrzeuge, mit sich
bringen
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