Konsequenzialistische Ethik
1.
Was man unter der Goldenen Regel versteht. Belegstellen im Neuen
Testament. Verschiedene Varianten der Goldenen Regel.
Die goldene Regel versteht sich im Allgemeinen als das seit der Antike
angedachte und heute sehr populäre Prinzip, “Was Du nicht willst, das man Dir
tut, das füg’ auch keinem anderen zu“. Es beinhaltet die Forderung und
Überprüfung der Zulässigkeit oder Wünschenswertigkeit einer bestimmten Handlung
in Bezug auf andere Menschen, indem man sich fragt, ob man seinerseits von
ihnen in dieser Weise behandelt werden möchte.
Auch hier gibt es Ausnahmen, die zu einer anderen Behandlung anderer
führen, beispielsweise verlangt die Rechtsstaatlichkeit Sanktionierung durch
Strafe, was man gewiss nicht an sich selbst getan wissen will, was aber
generell berechtigt ist.
Belegstellen findet man in der Bergpredigt im NT „Alles nun, was ihr
wollt, dass die Menschen euch tun, das tut ihnen ebenso“, spricht man dort und
begründet eine religiös angehauchte Urvariante der Goldenen Regel. Was man für
sich selbst als gut erachtet und erstrebt, scheint gesichert und moralisch gut
genug, um zu verlangen, dasselbe auch für andere zu tun.
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2.
Wie lautet der Universalisierungsgrundsatz. Warum steht im
Universalisierungsgrundsatz die Wendung langfristig gesehen.
Die allgemeine Goldene Regel umfasst den Universalisierungsgrundsatz, der
im Skriptum besagt : „Eine generelle Norm ist moralisch gültig, wenn – bei
objektiver Betrachtungsweise – ihre allgemeine Befolgung, langfristig gesehen,
für alle direkt und indirekt Betroffenen insgesamt wünschenswerter ist als ihre
Nichtbefolgung“
Der Terminus langfristig gesehen schränkt insofern ein, als dass es
diverse durch Befolgung von Regeln herbeigeführte Situationen gibt, die kurz für
alle positiv sind, jedoch nicht nachhaltig, oftmals sogar schlimm schädigend
(siehe Klimaproblem, Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung, schulisches
Nichtmitlernen, kurz spontane Befriedigung, hernach jedoch muss sich der faule
Schüler mit vorerst mehr Freizeit in einen Lernkampf ohne jegliche Zeit und mit
Druck stürzen etc etc etc).
Langfristig gesehen bedeutet vielleicht nicht den schnellen, alle
zufrieden stellenden Erfolg, aber auf längere Zeit hin, die beste, sich
entwickelnde Lösung mit Nachhaltigkeit.
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Problem einer objektiven Betrachtungsweise liegt im Bereich der
„vollkommenen“ Gleichgewichtung von Interessen, in so fern, als dass das eigene
nicht mehr zählen darf, als die aller anderer, die jedoch der Forderung
unterliegen, ihrerseits moralisch zu sein, um als relevant zu gelten. Ein
Wichtiger-Nehmen der eigenen Interessen ist nur dann zulässig, wenn diese im
Vergleich zu jenen der anderen fundamental sind und auf grundlegende
Lebensbedürfnisse abzielen. (Nahrung, Wohnung, Freiheit etc – Grundsteine der
Bedürfnispyramide).
Diese absolute Gleichgewichtung von Interessen fällt jedoch vielen
Menschen schwer, denen eine Lösung unter „objektiver Betrachtungsweise“ eine
Art Schaden oder Verminderung ihres jetzigen Zustandes zufügen, dem Rest (unter
Umständen auch ihnen selbst)jedoch langfristig gut tun würde. Beispiel:
Eine langfristige Lösung zur wirtschaftlichen Ausbeutung der Dritten Welt
im Rohstoffbereich, würde große finanzieller Investitionen, Abstriche und eine
kostenintensive Umstrukturierung eines riesigen (noch funktionierenden) Systems
bedeuten, langfristig gesehen jedoch ein essentielles Problem der
Selbstständigkeit, Entwicklungsmöglichkeiten, Versorgungsbedarf, folglich
Hygienestandards, Gesundheitssysteme etc (Dominosystem) der Welt mit mehr
Menschenwürde und Glücksmaximierung ändern.
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4.
Was wirft die konsequenzialistische Deutung von (U) für Probleme
auf. Beispiele, wie sich diese Probleme bei der Begründung moralischer Regeln
auswirken.
Die konsequenzialistische Deutung stellt in erster Linie die Frage nach
der Wünschbarkeit von Folgen, was wünschenswert ist und was nicht. Schnell
kommt man zu Einsicht, dass wünschenswerte allgemeine Folgen meist selbst
moralisch qualifizierte Zustände sind und keine faktisch konkreten. (eine
wünschenswerte Folge wie:
mehr Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Fairness, Verteilungsgerechtigkeit etc
enthält eben bereits eine Moralvorgabe und ist nicht wertfrei – und neutral,
wie sie es sein müsste).
Faktisch konkrete Folgen wären Unglückminimierung und Glücksmaximierung,
Zustände, die jedoch keinesfalls generellen Bezugscharakter, sondern
individuellen und überdies schwer messbaren Standards folgen. Somit folgt, dass
es ein Problem darstellt, moralische Regeln auf nicht faktischen Zuständen
sondern wiederum moralischen Regeln oder Folgen zu gründen.
5.
Der Utilitarist verwendet Begriffe wie „Glück“ und „Nutzen“. Sind
diese Begriffe austauschbar. Sich ergebende Probleme, wenn man diese Begriffe
in moralischen Begründungen verwendet.
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Nutzen hat einen Zweck: Glück. Glück als Folge. Ein Problem ergibt sich
hierbei, wenn man diese Begriffe in moralischen Begründungen in dem Sinne, dass
die Glücksmaximierung und Unglücksminimierung oberste Maximen des Utilitarismus
sind und wenn bei der Herstellung von moralisch gerechten oder wünschenswerten
Zuständen das Unglück im Durchschnitt steigt und dies die Folge wäre, müsse man
von der Herstellung dieses Zustandes zugunsten der Minimierung des Leids
zurückstellen.
Denn eine Gesellschaft, die unnötigerweise Gram und Kummer konstruiert,
kann keine gerechte, moralische Gesellschaft sein. Auch sind die Termini
Nutzen und Glück sehr vage gehalten und gerade Glück zielt eher auf die
individuelle Deutung und Befriedigung ab, was in generellen moralischen
Begründungen zu schwerwiegenden Problemen führt. Auch kann der Nutzen nur von
einem Durchschnitt sprechen, dem er sich erschließt, da es immer Leute in
diesen Begründungen geben wird, die gut begründet Unglück durch den Rost der
Nutzenrechnung fallen werden.
6.
und 7. Wie begründet der Handlungsutilitarist im Gegensatz zum
Regelutilitaristen, dass eine Handlung moralisch erlaubt bzw. geboten ist. Warum
ist der Regelutilitarismus dem Handlungsutilitarismus vorzuziehen
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Der Regelutilitarist stützt sich und sein Gedankengut auf die Befolgung
allgemeiner Regeln und handelt nach ebendiesen, moralisch vertretbaren, nicht
nur im Einzelfall, sondern im Allgemeinen und immer.
Die allgemeinen Regeln bewerten eine Einzelhandlung und diese steht im
Gegensatz zum Handlungsutilitarismus nicht separat für sich und gilt
willkürlich und immer wieder von neuem. Somit folgt, dass der
Regelutilitarismus dem Handlungsutilitarismus evident vorzuziehen ist, da ein
System, das willkürlich Einzelfälle und Handlungen individuell bewertet, keine
gerechte Objektivität und Gleichstellung ermöglicht, da Gleiches nicht gleich
behandelt wird.
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