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Konsequenzialistische Ethik .doc

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Law
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Jurisprudence / Law
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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Konsequenzialistische Ethik

1.      Was man unter der Goldenen Regel versteht. Belegstellen im Neuen Testament. Verschiedene Varianten der Goldenen Regel.

Die goldene Regel versteht sich im Allgemeinen als das seit der Antike angedachte und heute sehr populäre Prinzip, “Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu“. Es beinhaltet die Forderung und Überprüfung der Zulässigkeit oder Wünschenswertigkeit einer bestimmten Handlung in Bezug auf andere Menschen, indem man sich fragt, ob man seinerseits von ihnen in dieser Weise behandelt werden möchte.

Auch hier gibt es Ausnahmen, die zu einer anderen Behandlung anderer führen, beispielsweise verlangt die Rechtsstaatlichkeit Sanktionierung durch Strafe, was man gewiss nicht an sich selbst getan wissen will, was aber generell berechtigt ist.

Belegstellen findet man in der Bergpredigt im NT „Alles nun, was ihr wollt, dass die Menschen euch tun, das tut ihnen ebenso“, spricht man dort und begründet eine religiös angehauchte Urvariante der Goldenen Regel. Was man für sich selbst als gut erachtet und erstrebt, scheint gesichert und moralisch gut genug, um zu verlangen, dasselbe auch für andere zu tun.

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2.      Wie lautet der Universalisierungsgrundsatz. Warum steht im Universalisierungsgrundsatz die Wendung langfristig gesehen.

Die allgemeine Goldene Regel umfasst den Universalisierungsgrundsatz, der im Skriptum besagt : „Eine generelle Norm ist moralisch gültig, wenn – bei objektiver Betrachtungsweise – ihre allgemeine Befolgung, langfristig gesehen, für alle direkt und indirekt Betroffenen insgesamt wünschenswerter ist als ihre Nichtbefolgung“

Der Terminus langfristig gesehen schränkt insofern ein, als dass es diverse durch Befolgung von Regeln herbeigeführte Situationen gibt, die kurz für alle positiv sind, jedoch nicht nachhaltig, oftmals sogar schlimm schädigend (siehe Klimaproblem, Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung, schulisches Nichtmitlernen, kurz spontane Befriedigung, hernach jedoch muss sich der faule Schüler mit vorerst mehr Freizeit in einen Lernkampf ohne jegliche Zeit und mit Druck stürzen etc etc etc).

Langfristig gesehen bedeutet vielleicht nicht den schnellen, alle zufrieden stellenden Erfolg, aber auf längere Zeit hin, die beste, sich entwickelnde Lösung mit Nachhaltigkeit.

 

 

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Problem einer objektiven Betrachtungsweise liegt im Bereich der „vollkommenen“ Gleichgewichtung von Interessen, in so fern, als dass das eigene nicht mehr zählen darf, als die aller anderer, die jedoch der Forderung unterliegen, ihrerseits moralisch zu sein, um als relevant zu gelten.

Ein Wichtiger-Nehmen der eigenen Interessen ist nur dann zulässig, wenn diese im Vergleich zu jenen der anderen fundamental sind und auf grundlegende Lebensbedürfnisse abzielen. (Nahrung, Wohnung, Freiheit etc – Grundsteine der Bedürfnispyramide).

Diese absolute Gleichgewichtung von Interessen fällt jedoch vielen Menschen schwer, denen eine Lösung unter „objektiver Betrachtungsweise“ eine Art Schaden oder Verminderung ihres jetzigen Zustandes zufügen, dem Rest (unter Umständen auch ihnen selbst)jedoch langfristig gut tun würde. Beispiel:

Eine langfristige Lösung zur wirtschaftlichen Ausbeutung der Dritten Welt im Rohstoffbereich, würde große finanzieller Investitionen, Abstriche und eine kostenintensive Umstrukturierung eines riesigen (noch funktionierenden) Systems bedeuten, langfristig gesehen jedoch ein essentielles Problem der Selbstständigkeit, Entwicklungsmöglichkeiten, Versorgungsbedarf, folglich Hygienestandards, Gesundheitssysteme etc (Dominosystem) der Welt mit mehr Menschenwürde und Glücksmaximierung ändern.

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4.      Was wirft die konsequenzialistische Deutung von (U) für Probleme auf. Beispiele, wie sich diese Probleme bei der Begründung moralischer Regeln auswirken.

Die konsequenzialistische Deutung stellt in erster Linie die Frage nach der Wünschbarkeit von Folgen, was wünschenswert ist und was nicht. Schnell kommt man zu Einsicht, dass wünschenswerte allgemeine Folgen meist selbst moralisch qualifizierte Zustände sind und keine faktisch konkreten. (eine wünschenswerte Folge wie:

mehr Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Fairness, Verteilungsgerechtigkeit etc enthält eben bereits eine Moralvorgabe und ist nicht wertfrei – und neutral, wie sie es sein müsste).

Faktisch konkrete Folgen wären Unglückminimierung und Glücksmaximierung, Zustände, die jedoch keinesfalls generellen Bezugscharakter, sondern individuellen und überdies schwer messbaren Standards folgen. Somit folgt, dass es ein Problem darstellt, moralische Regeln auf nicht faktischen Zuständen sondern wiederum moralischen Regeln oder Folgen zu gründen.

5.      Der Utilitarist verwendet Begriffe wie „Glück“ und „Nutzen“. Sind diese Begriffe austauschbar. Sich ergebende Probleme, wenn man diese Begriffe in moralischen Begründungen verwendet.

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Nutzen hat einen Zweck: Glück. Glück als Folge. Ein Problem ergibt sich hierbei, wenn man diese Begriffe in moralischen Begründungen in dem Sinne, dass die Glücksmaximierung und Unglücksminimierung oberste Maximen des Utilitarismus sind und wenn bei der Herstellung von moralisch gerechten oder wünschenswerten Zuständen das Unglück im Durchschnitt steigt und dies die Folge wäre, müsse man von der Herstellung dieses Zustandes zugunsten der Minimierung des Leids zurückstellen.

Denn eine Gesellschaft, die unnötigerweise Gram und Kummer konstruiert, kann keine gerechte, moralische Gesellschaft sein. Auch sind die Termini Nutzen und Glück sehr vage gehalten und gerade Glück zielt eher auf die individuelle Deutung und Befriedigung ab, was in generellen moralischen Begründungen zu schwerwiegenden Problemen führt.

Auch kann der Nutzen nur von einem Durchschnitt sprechen, dem er sich erschließt, da es immer Leute in diesen Begründungen geben wird, die gut begründet Unglück durch den Rost der Nutzenrechnung fallen werden.

6.      und 7. Wie begründet der Handlungsutilitarist im Gegensatz zum Regelutilitaristen, dass eine Handlung moralisch erlaubt bzw. geboten ist. Warum ist der Regelutilitarismus dem Handlungsutilitarismus vorzuziehen

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Der Regelutilitarist stützt sich und sein Gedankengut auf die Befolgung allgemeiner Regeln und handelt nach ebendiesen, moralisch vertretbaren, nicht nur im Einzelfall, sondern im Allgemeinen und immer.

Die allgemeinen Regeln bewerten eine Einzelhandlung und diese steht im Gegensatz zum Handlungsutilitarismus nicht separat für sich und gilt willkürlich und immer wieder von neuem. Somit folgt, dass der Regelutilitarismus dem Handlungsutilitarismus evident vorzuziehen ist, da ein System, das willkürlich Einzelfälle und Handlungen individuell bewertet, keine gerechte Objektivität und Gleichstellung ermöglicht, da Gleiches nicht gleich behandelt wird.


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