Kommune 2 (Kindergarten und die verschiedenen Phasen)
2. Phase: Lockerung der Fixierungen in der Kommune 2
- Beide Kinder standen beim Einzug in die
Kommune monatelang unter dem schockartigen Eindruck, die Mutter verloren zu
haben.
- Allmähliche Auflösung der Elternfixierung.
- Auslassung der Affekte im Alltagsleben an
anderen Erwachsenen ermöglicht es den Kindern ihre Aggressionen gegen
die Eltern zu artikulieren.
-Parallel zur Fähigkeit diese Aggressionen zu
artikulieren entwickelt sich die Fähigkeit sich mit Bedürfnissen nach Liebe
ebenfalls an die anderen Erwachsenen zu wenden.
-Die immer stärker libidinösere Beziehung der
Erwachsenen untereinander resultiert bei den Kindern in einer Auflockerung der
ausschließlichen libidinösen Fixierung auf die Eltern.
-ZeitweiseAkzeptanz als Elternersatz.
- Integration der Kinder nicht mehr bloßes
Programm, ihnen wird durch die Erwachsenen mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
- Durch Analyse, Sensibilität und intensive
Beobachtung der Kinder konnten die Erwachsenen die eigenen Bedürfnisse besser
verstehen lernen.
Nicht Duldung, sondern Bejahung der kindlichen Sexualität
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- Der Geschlechterunterschied wird von den
Kindern sehr früh bemerkt.
- Die emotionale und rationale Verarbeitung
des Geschlechterunterschieds gehört zu den wichtigsten Leistungen in der
kindlichen Persönlichkeitsentwicklung.
- Eine positive Einstellung zur kindlichen Sexualität bedeutet
hier nicht nur, dass man den Kindern offen die Sexualität erklärt, sondern dass
man die von den Genitalien ausgehenden Lustempfindungen der Kinder affektiv
bejaht.
- Die Besetzung von Dingen (Hier im Bsp.:
Befähigung zum Autofahren) geht stets mit sexueller Energie vor sich.
- Die angebliche soziale Unterlegenheit der
Frau, ihr Mangel an Autonomie und Aktivität wird psychisch motiviert durch die
kindliche Minderbewertung des weiblichen Genitals.
- Diese Minderbewertung ist der Ausdruck der
jahrtausendlangen Unterdrückung der Frauen durch die Männer.
- Diese Unterdrückung wird in der
traditionellen Erziehung ständig reproduziert: Jungs = als männlich geltende
Tätigkeiten/ Mädchen= passive, hausfräuliche Rollenspiele
- Die übertriebene Wertschätzung des
männlichen Genitals führt einerseits zur psychischen Minderbewertung der Frau
und andererseits steigert sie beim Jungen die Angst, des hochgeschätzten
Organs durch Kastration beraubt zu werden, also wie die Frauen zu werden.
- Geschlechtsunterschied wird konzentriert auf
das sichtbare Haben oder Nichthaben eines Organs.
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- Dadurch gleichzeitig Entgegenwirkung gegen
eine Fetischisierung von Konsumgütern als sexuelle Ersatzobjekte (Bsp.: Auto
als Liebesobjekt/Penis).
FAZIT:
- Die kindliche Sexualität
ist für die Auffassung von sozialen Rollen und sozialen
Fähigkeiten von großer Bedeutung.
-
Wenn die Angst vor dem
Geschlechtsunterschied verringert ist, wird eine realere Befriedigung in
genitalen Beziehungen möglich.
-
Das sexuelle Interesse der Kinder,
wenn es nicht durch Einschüchterungen und Verbote gehemmt wird, geht bis zu
koitusähnlichen Nachahmungen der Erwachsenensexualität. Die Kinder realisieren
selbst dann die Unmöglichkeit, ihre genitalen Wünsche mit Erwachsenen zu
befriedigen.
-
Voraussetzung dass die Kinder diese
Erfahrung wirklich ausleben konnten war, dass die Erwachsenen nicht nur keine
Verbote aussprachen, sondern ihre eigenen Hemmungen überwinden konnten.
-
Die bewusst gemachte eigene Erfahrung
wirkt für die Kinder als Antrieb, ihre genitale Sexualität realitätsgerechter
mit gleichaltrigen statt mit Erwachsenen zu befriedigen. Voraussetzung hierfür
ist, dass die Kinder im Kinderkollektiv aufwachsen.
Aufbewahrungsanstalt
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- Erweist
sich lediglich als eine Aufbewahrungs- und Dressuranstalt in welcher nicht auf
die Kinder eingegangen wird.
-
Die Kindergärtnerinn stellt nur eine disziplinierende, verbietende und
gebietende Instanz dar.
-
Interesse an der eigenen Sexualität wird bei den Kindern ständig unterdrückt.
-
Die kindlichen Bedürfnisse mussten ständig in Abhängigkeit von verbietenden
Erwachsenen artikuliert werden, weshalb die Kinder nicht lernen konnten, ihre
eigenen Bedürfnisse mit denen der anderen Kinder abzustimmen.
- Ein Kinderkolletiv sollte es Kindern aber vielmehr erleichtern,
soziales Verhalten einzuüben. Dabei werden sie erfahren, dass die Durchsetzung
des eigenen Interesses die individuellen Bedürfnisse eines anderen Kindes
einschränken kann. Gerade diese Erfahrung des Konflikts ist notwendig für die
Entwicklung intensiver Beziehungen unter den Kindern. Im städtischen Kindergarten
werden all diese Möglichkeiten von vornherein abgebrochen.
Aufgabe für die Gruppe:
1) Weshalb wird die kindliche Sexualität
vorliegend bejaht bzw. gefördert?
2) Wie wird der städtische Kindergarten
charakterisiert?
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