KLINISCHE PHARMAZIE
Definition:
=
patientenbezogene Pharmazie im Krankenhaus (ADKA, 1990)
=
patientenorientierte pharmazeutische Dienstleistung im Krankenhaus (ADKA, 1991)
Definition
der ESCP:
Clinical pharmacy is a health speciality,
which describes the activities and services of the clinical pharmacist to
develop and promote the rational and appropriate use of medicinal productes and
devices.
rational
auch als wirtschaftlich → Generika
Ziel der
klinischen Pharmazie:
Dass dem
richtigen Patienten das richtige Arzneimittel (AM), zum richtigen Zeitpunkt, in
der richtigen Dosierung auf dem richtigen Weg verabreicht wird, damit die
richtige (=beabsichtigte) Wirkung erzielt wird.
Pharmaceutical Care
Def.1997
ist die
Praxis, in der der praktizierende Apotheker die Verantwortung für die
arzneimittelbezogenen Probleme des Patienten übernimmt.
I. Ziele für die Ausbildung zum
klinischen Pharmazeuten
1. Sicherzustellen, dass jeder Patient die dem
individuellen Bedarf entsprechende
geeignete Arzneimitteltherapie
erhält
1.1
die Notwendigkeit
einer Arzneimitteltherapie zu überprüfen
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1.3
zum Aufstellen von
Richtlinien für den Einsatz von Arzneimitteln beizutragen
z.B.
- nicht jedes AM geeignet um über Ernährungssonde appliziert zu werden
- Reduktion von 1000 AM auf 800
(Generika)
1.4
bei der Auswahl
der für einen bestimmten Patienten angemessenen Dosierung,
Arzneiform, Häufigkeit, Dauer
und Applikationsmethode zu beraten (oral statt i.v. ist kostengünstiger und
risikoärmer)
1.5
die dem speziellen
Bedarf eines bestimmten Patienten angepassten
pharmazeutischen
Zubereitungen zu formulieren und herzustellen (Kinder/Erwachsene, keine Glucose
in Zubereitungen für Diabetiker)
1.6
Genauigkeit,
Sicherheit und Effizienz der Verteilung von Arzneimitteln und ihrer Ausgabe an
den Patienten zu überwachen
1.7
sicherzustellen,
dass Arzneimittel korrekt verabreicht werden
1.8
einen Beitrag zur
Festlegung von Kriterien zur Auswertung von Arzneimittelwirkungen zu leisten
z.B. Wirkeintritt
1.9
sich an der
Überwachung des Ansprechens von Patienten auf die Arzneimitteltherapie
zu beteiligen (→ non-responder, Daten sammeln→
Erkenntnis)
1.10
Bei der Erkennung,
Verhütung und Behandlung von Vergiftungen mitzuarbeiten
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2. Beizutragen
zur Bestimmung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses der
Arzneimitteltherapie
für den einzelnen Patienten und für die Gemeinschaft
2.1 unerwünschte
Arzneimittelwirkungen und interaktionen beim einzelnen Patienten zu
erkennen, zu dokumentieren
und zu bewerten (→ Aspirin und Magenprobleme: evtl. Ranitidin
dazu, Diclofenac+ Zantac)
2.2 einen potentiell gefährlichen
Arzneimittelgebrauch zu verhindern (z.B. Rohypnol)
2.3 zu
lokalen, nationalen, und internationalen Systemen zur Überwachung von
unerwünschten
AM-Wirkungen beizutragen
2.4 bei
der Planung und Einrichtung von klinischen Prüfungen und epidemiologischen
Studien über AM-Gebrauch einen Beitrag zu leisten (→ bekanntes AM
besitzt neues Wirkprofil →Teilnahme an Studien)
2.5 zur Bestimmung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses
beizutragen (→ von einzelnen AM untereinander; wenn gleiches
Nutzen-Risiko-Verhältnis: billigeres verwenden)
3. verantwortlich mit allen an der
Gesundheitsversorgung beteiligten Personen
zusammenzuarbeiten
3.1 alle für einen bestimmten
Patienten wichtige Daten zu sammeln um geeignete Informationen zur Verfügung zu
stellen zu können (→ Interaktionen vermeiden)
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4. Patienten und Mitarbeiter im
Gesundheitswesen zu einem sicheren, wirksamen und angemessenen Einsatz von AM
zu erziehen
4.1 Ausbildungs- und
Erziehungsprogramme zu entwickeln, einzurichten und zu bewerten, die der
Erziehungsbedürfnissen der Patienten und der Mitarbeiter entsprechen (→
Patienten fragen ob Unterweisung für AM notwendig ist, schriftliche Anweisungen
vorbereiten
5. Einen wirtschaftlichen AM-
Gebrauch zu fördern → Pharmaökonomie
5.1 Statistiken über den AM-
Gebrauch bestimmter Personengruppen zu gewinnen und zu interpretieren
5.2 unter Berücksichtigung des
Kostenvergleiches Daten über Nutzen-Risiko-Verhältnisse bei der AM Therapie zu
gewinnen und zu interpretieren (zuerst Nutzen-Risiko, dann Kosten!!)
6. Forschung zur Verbesserung der
AM- Therapie zu betreiben
6.1 zur Planung und Einrichtung
klinischer Prüfungen und epidemiologischer Studien über AM-Gebrauch beizutragen
6.2 neue
pharmazeutische Zubereitungen zu entwickeln und zu bewerten (→
Sinnhaftigkeit, Inkompatibilitäten mit Hilfsstoff)
6.3 Resorption, Verteilung,
Metabolismus, Ausscheidung von AST zu untersuchen (Alter, Geschlecht, Zustand
des Patienten! Auch wenn andere AM dazugegeben werden)
6.4 Pharmakokinetik und
Pharmakodynamik von AM zu untersuchen (Alkohol, Nikotinbeeinflussung)
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è TDM = therapeutic drug monitoring (Plasmaspiegel
überprüfen)
7. sich zu informieren mit dem Ziel
der Verbesserung der Berufspraxis
7.1 Daten
aus der Wissenschaft und Entwicklung in der Praxis aufmerksam zu verfolgen,
sammeln
und anwenden (Kongresse, Vorträge, Publikationen lesen)
8. die
eigene Berufsausübung bewerten, Mängel erkennen und korrigieren
(Evaluierung)
8.1 Erfahrung und Aktivität
dokumentieren und veröffentlichen
8.2 Funktion
regelmäßig überprüfen und bewerten
8.3 eigenen
Bildungsbedarf feststellen und ihm gerecht werden
Grossteil der
klinischen Pharmazie = postgraduale Ausbildung
II. Probleme bei der Mischung mit
Arzneimitteln
Warum wird gemischt
- pharmakologischer
Effekt
- Begrenzung
der venösen Zugangswege
- Verabreichung
mehrerer Infusionen zur Erzielung eines ernährungsphysiologischen Effektes
- Arbeitserleichterung
des Pflegepersonals
Wie wird gemischt
- Zumischen
von Injektionspräparaten in das gesamte Volumen der Infusionslösung
- Zuspritzen
von Injektionspräparaten in das Schlauchsystem der Infusion
- Simultan-Applikation
zweier Infusionen (z.B. Y-Stück)
- Mischen
mehrerer Infusionslösungen (z.B. im Mischbeutel)
- Mischen
diverser Injektionspräparate in Spritzen (Mischspritzen)
Mögliche Schädigung des Patienten durch inkompatible Präparate
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