KINDHEITSGESCHICHTEN
Das Markusevangelium beginnt am Jordan, als Jesus sich
taufen lässt. Offensichtlich war es damals für den Verfasser (und seine
Zeitgenossen) nicht wichtig von der Kindheit Jesu zu erzählen.
Zwar erzählen Matthäus und Lukas die Kindheitsgeschichten,
doch sogar das letzte Evangelium nach Johannes verzichtet darauf.
DIE GATTUNG „KINDHEITSGECHICHTE“
Kindheitsgeschichten wollen zeigen, dass hinter den Führern
des Volkes Gottes Führung steht. Sie wurden von Gott erwählt. Und genau das wollen
die Geschichten zeigen.
In jedem Evangelium wird anders erzählt, daher lassen sie
sich nicht gut vergleichen.
DIE KINDHEITSGESCHICHTE NACH MATTHÄUS
DER STAMMBAUM JESU
Diese Ahnenreihe führt in dreimal 14 Gliedern von Abraham zu
Josef.
Von Abraham bis David zählt man 14 Generationen, von David
bis zur babylonischen Gefangenschaft 14 Generationen und von da an bis zu Jesus
14 Generationen.
Im alten Hebräisch gibt es keine Ziffernschrift. Jeder
Konsonant vertritt auch einen Zahlenwert. Die Buchstabenfolge d-v-d hat den
Wert 14 (d = 4, v = 6).
14 ist das Doppelte von 7. Diese Zahl bedeutet die „große
Ganzheit“ oder die „große Vollkommenheit“. 14 wird mit 3 verbunden, der Zahl
der „kleinen Vollkommenheit“. Damit soll Jesus als der Bringer des Heils gezeigt
werden. Ihn den „Sohn Davids“ nennen, heißt, in ihm den Erben und Erfüller
einer großen Hoffnung sehen, die ganz Israel gilt.
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DIE MAGIER AUS DEM MORGENLAND
Die Erzählung von den Magiern aus den Heidenvölkern wird als
Legende verstanden. Unter Magiern werden Menschen verstanden, die einen Sinn
für verborgene Dinge haben. Der „Stern“ ist nicht am Firmament zu suchen; er
ist ein Licht im Herzen, ein inneres Wissen.
FLUCHT, KINDERMORD UND HEIMKEHR
Die Kindheitserzählung des Matthäus endet mit einem Traum,
in dem der „Engel des Herrn“ Josef eine Weisung gibt, der dieser folgt. Er
zieht in das Gebiet von Galiläa und lässt sich in Nazaret nieder.
DIE KINDHEITSGESCHICHTE NACH LUKAS
Die Kindheitserzählung des Lukas ist umfangreicher als die
des Matthäus. Die „Weihnachtsgeschichte“ lernte Lukas wahrscheinlich schon als
schriftliche Vorlage kennen. Es handelt sich um zwei Überlieferungen, von denen
eine die Geburt des Täufers Johannes darstellt, die andere die Geburt Jesu.
DIE GEBURT JESU
Der Anfang der Geburtsgeschichte ist ganz „normal“. Doch es
gibt einige bedenkenswerte Beobachtungen:
- Der damalige Kaiser war Gaius Julius Caesar Octavianus,
der mit dem Ehrentitel Augustus (der Überragende) genannt wird. Dem
„Überragenden“ wird ein „Unscheinbarer“ gegenübergestellt.
- Von einem Stall ist nicht die Rede- der griechische Text
sagt „Unterkunft“. Die Geburt des Kindes wurde erwartet.
- Die Futterkrippe war in den Häusern jener Zeit nichts
Besonderes. Mensch und Tier teilten sich das Haus.
Die Hirtengeschichte:
(neuer Schauplatz, neue Personengruppe)
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DAS EVANGELIUM VON JESUS DEM CHRISTUS UND DAS EVANGELIUM
VON CAESAR AUGUSTUS
Um das Jahr 9 v. Chr., also zur Zeit des Kaisers Augustus,
wurde der Julianische Kalender in Kleinasien eingeführt.
Vom Kaiser wurde erwartet, dass er jedem Krieg ein Ende
setzen werde, die Hoffnungen seiner Vorfahren erfülle, große Wohltaten bringe.
® Das alles trifft
auch auf Jesus zu.
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