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Kinderreichtum und Kinderarmut - 2 unterschiedliche Lebenskonzepte .docx

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Cultural Studies
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Cultural Studies

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Kinderreichtum – Kinderarmut

2 unterschiedliche Lebenskonzepte

1.    Kinderreichtum bei uns

In unserer westlichen Gesellschaft werden Familien mit drei oder mehr Kindern als kinderreich bezeichnet. Der sogenannte Mittelwert in Europa liegt bei ca. 1,4 Kindern pro Familie.

Nur in jeder achten deutschen Familie leben drei oder mehr Kinder. Unterschiede ergeben sich jedoch zwischen deutschen Familien und Familien mit Migrationshintergrund: 14,7% der deutschen Familien leben mit mehr als drei Kindern in einem gemeinsamen Haushalt. Dagegen leben etwa 29,9% der Zuwandererfamilien kinderreich.

Die Gründe für Kinderreichtum hierzulande können sehr unterschiedlich sein: Häufig liegen dem eigenen Kinderwunsch positive Erfahrungen mit den eigenen Geschwistern oder der eigenen Kindheit zugrunde.

Viele Menschen sehen ein Kind als Wert an sich, das Lebendigkeit in die Familie bringt und das Familienleben bunter gestaltet. Es kann aber genauso vorkommen, dass Eltern versuchen an den eigenen Kindern gut zu machen, was sie selbst in ihrer Kindheit nicht erfahren haben.

Dennoch gehen die Tendenzen eher in Richtung Ein-Kind Familie. Auch hierfür können zahlreiche Argumente vorgebracht werden:

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Es wurde erstmals die Möglichkeit zur konkreten Familienplanung gegeben.

·         Die Säuglings- und Kindersterblichkeit ging aufgrund der umfassenden medizinischen und hygienetechnischen Fortschritte des 20. Jahrhunderts ebenfalls zurück.

·         Wesentlich für den Rückgang der Kinderzahlen waren auch die zunehmenden Individualisierungstendenzen in den westlichen Gesellschaften seit den 1970er Jahren.

·         Als nicht unwesentlicher Grund für Kinderarmut wird häufig auch der finanzielle Aufwand bezeichnet, den ein Kind mit sich bringt.

·         Weitere Gründe können sein: Das Fehlen eines geeigneten Partners, höhere Lebenshaltungskosten, Sorge um den Arbeitsplatz usw..

2.    Kinderreichtum in Entwicklungsländern[1]

Frauen in Entwicklungsländern wünschen sich heute im Schnitt nicht mehr als zwei oder drei Kinder. Dennoch sind die Geburtenraten steigend! Die Gründe dafür:

·         Rund 350 Millionen Frauen fehlt der Zugang zu geeigneten Verhütungsmitteln.

·         Mädchen werden sehr jung verheiratet.

·         Frauen, die einige Jahre zur Schule gegangen sind, bekommen später ihr erstes Kind und haben insgesamt weniger Nachkommen als Frauen ohne Schulbildung. Allerdings sind die Bildungschancen von Mädchen vielfach deutlich schlechter als die von Jungen.

Fast zwei Drittel der 130 Millionen Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind Mädchen.

·         Selbstbewusste Frauen bekommen weniger Kinder.

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In den Entwicklungsländern lebt heute die größte Elterngeneration aller Zeiten.

·         Insgesamt wollen rund 120 Millionen Frauen keine weiteren Kinder mehr bekommen oder die nächste Geburt hinauszögern. Dennoch verhüten sie nicht.

·         Aufgrund ihres niedrigen Status können diese Frauen bei ihren Männern neue Verhütungsmittel nicht durchsetzen bzw. bekommen sie keine ausreichenden Informationen darüber.

·         Häufig werden Söhne als Nachkommen bevorzugt. Oft bekommen Paare so lange Kinder, bis die gewünschte Anzahl an Söhnen erreicht wird.

·         Hinzu kommt, dass Kinderreichtum in vielen Entwicklungsländern Ansehen mit sich bringt und viele Familien ihre Kinder als Unterstützung bei Arbeit, Krankheit und im Alter sehen.

Im Moment leben etwa 6,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Jährlich nimmt diese Zahl jedoch um 80 Millionen zu, stärker als je zuvor. Während jedoch in den Industrieländern eine Frau im Schnitt 1,4 Kinder zur Welt bringt, bekommen Frauen in den 49 ärmsten Entwicklungsländern in etwa 5,5 Kinder.

Um das Problem einer „Bevölkerungsexplosion“ in den Griff zu bekommen, wird es auch in Zukunft nur einen Lösungsweg geben: Bildung!

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Dort hat eine Frau ohne Schulbildung durchschnittlich 6,9 Kinder, während eine Frau mit abgeschlossener Grundschule etwa 3,9 Kinder bekommt. Frauen, die eine weiterführende Schule absolviert haben, bekommen sogar im Durchschnitt nur noch 2,7 Kinder.“ [2]

3.    Beispiel Afrika


Grafiken wurden automatisiert entfernt

Die Zahl der Geburten liegt in Afrika bei etwa 46 Geburten je 1000 Einwohner jährlich. Aufgrund der verbesserten medizinischen Situation konnte auch die Sterbeziffer seit dem Ende des 2. Weltkriegs gesenkt werden.

Diese beiden Faktoren führen zu einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 2,9%.

Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit, 2002[3]

1

Sierra Leone

284

2

Niger

265

3

Angola

260

4

Afghanistan

257

5

Liberia

235

6

Somalia

225

7

Mali

222

8

Guinea- Bissau

211

9

Burkina Faso

207

10

Dem. Rep. Kongo

205

Die Zahlen beziehen sich auf jene Kinder, welche ihren fünften Geburtstag nicht erleben, bezogen auf jeweils 1000 Geburten.

4.    Vergleiche zwischen Europa und Afrika

 

Afrika

Europa

Gesamtfruchtbarkeitsrate

5,2 Kinder

1,4 Kinder

Säuglingssterblichkeit (1000 Geburten)

86

8

Geburten pro 1000 Frauen zw. 15-19 Jahren

108

21

Betreute Geburten

47%

99%

Verheiratete Frauen, die verhüten (moderne Methoden)

20%

52%

Quellen:

http://www.inidia.de/kinderreichtum

http://www.geolinde.musin.de/afrika/html/unicefkindersterblichkeit04.htm

http://www.unicef.de/home.html



[1] http://www.inidia.de/kinderreichtum

[2] http://www.inidia.de/kinderreichtum

[3] http://www.geolinde.musin.de/afrika/html/unicefkindersterblichkeit04.htm


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