Kinderarbeit –
Ursachen,
Erscheinungsformen, Gegenmaßnahmen
Schule:
Datum: 25. November 2009
Zeit: 11.05 – 11.50 Uhr
Klasse: 10
Dozent:
Ausbildungslehrer:
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vorgelegt von:
INHALTSVERZEICHNIS:
1. Kurze Reflexion der
eigenen Voreinstellung 3
2. Theologische
Bearbeitung des Themas 3
3. Reflexion der
Schülersituation 6
4. Reflexion des
geplanten Lernziels 7
5. Darstellung des
Unterrichtsablaufs 8
6. Reflexion nach der
Unterrichtsstunde 10
7. Literaturverzeichnis
12
8. Anhang
13
1. Kurze
Reflexion der eigenen Voreinstellung
Kinderarbeit ist
kein einfaches Thema, denn die Formen und Situationen von Kindern weltweit sind
sehr unterschiedlich. Manche Erscheinungsformen der Kinderarbeit habe ich während
eines sechsmonatigen Aufenthalts in Peru 2003 /2004 mit eigenen Augen gesehen.
Die Bilder sind mir bis heute präsent und ich erinnere mich noch gut an die
kleinen Jungen und Mädchen, die Süßigkeiten verkaufen oder die Fensterscheiben
der an der Ampel haltenden Autos putzen wollten. Viele von ihnen waren erst
zwischen sechs oder acht Jahren alt. In Lima habe ich auch zum ersten mal von
„Manthoc“ gehört, der Bewegung der arbeitenden Kinder. Die Kinder von „Manthoc“
treffen sich einmal in der Woche und tauschen sich über ihre Arbeits- und
Alltagserfahrungen aus. Wenn ein Kind Probleme hat, versuchen die anderen ihm
zu helfen.
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Das Thema
„Kinderarbeit“ habe ich schon einmal in einem ganz anderen Kontext
unterrichtet. Das war während meines Blockpraktikums in einer achten Klasse im
Fach Geschichte. Dort ging es um die Situation der arbeitenden Kinder während
der Industrialisierung und um die soziale Frage.
Damals habe ich Quellen von
Kindern, die von ihrem Arbeitsalltag berichten, eingesetzt. Während der
Vorbereitung auf die jetzige Unterrichtsstunde habe ich mir oft gedacht, dass sich
seitdem wenig verändert hat. Gerade die Arbeitsbedingungen der Kinder in den
Entwicklungsländern heute erinnern doch so stark an diejenigen der Kinder im
Deutschland des 19. Jahrhunderts. Auch Deutschland blickt auf eine lange
Tradition der Kinderarbeit zurück, denn die letzten süddeutschen Kindermärkte,
auf denen die Schwabenkinder ihre neuen Dienstherren bekamen, fanden erst im
Jahr 1914 statt. Da immer ein Zusammenhang zwischen (Kinder-)Armut und
Kinderarbeit besteht, frage ich mich, ob es wohl bei uns wieder Zeiten der
Kinderarbeit geben wird, wenn die Armut in unserem Land zunimmt.
2. Theologische
Bearbeitung des Themas
Weltweit
arbeiten Kinder, um für ihr eigenes Überleben und das ihrer Geschwister oder
Eltern zu sorgen. Ihre Zahl wird auf 250 Millionen geschätzt (Kinder im Alter
zwischen 5 und 14 Jahren). Die meisten Kinder arbeiten in Asien (ca. 153
Millionen).
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liegen einerseits im Wunsch, einen gewissen Luxus zu befriedigen und das eigene
Taschengeld zu erhöhen. Die Zahl derer jedoch, die zunehmend wegen sozialer Deklassierung
und Ausgrenzung der Familie (z.B. arbeitslose Eltern) arbeiten, steigt ständig
an.
Armut ist die
Hauptursache für die Kinderarbeit.
Da die Eltern oft so wenig verdienen, dass sie ihre Familien nicht ernähren
können, müssen die Kinder mitarbeiten. Sie finden häufig schneller eine Arbeit
als die Eltern, da sie billigere Arbeitskräfte sind. Des Weiteren ist auch der
Bildungsmangel für die Kinderarbeit verantwortlich, denn wenn die Kinder keine
Schulen besuchen, werden sie zeitlebens nur schlecht bezahlte Arbeiten
übernehmen können. Aus arbeitenden Kindern werden Erwachsene ohne Bildung, die
meistens arm bleiben. Sie bekommen Kinder und lassen diese wiederum arbeiten,
da sie selbst nie etwas anderes kennen gelernt haben. Die Ursachen der
Kinderarbeit (Armut, geringe Bildung und Perspektivlosigkeit der Eltern) und
die Wirkungen auf die Kinder (keine Bildung und damit keine Perspektiven auf
einen Ausweg aus der Armut) bilden einen Teufelskreis. Dadurch wird
Kinderarbeit zur Generationenfalle.
Kinderarbeit ist
vor allem in folgenden Wirtschaftszweigen anzutreffen:
-
in der Landwirtschaft
a)
in den Selbstversorgungsbetrieben der eigenen Familie
b)
in der industrialisierten Landwirtschaft (Zuckerrohr-, Sisal-,
Baumwoll-, Kaffee- oder Tabakplantagen)
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-
im so genannten informellen Sektor, z.B.
a)
als Hilfskräfte im Haushalt der eigenen Familie
b)
als Dienstpersonal in fremden Haushalten
c)
als Zeitungsverkäufer und Schuhputzer
d)
als Prostituierte auf Straßen und in Bordelle
Zum Schutz der
arbeitenden Kinder wurden zahlreiche internationale Abkommen geschlossen wie
beispielsweise die ILO-Übereinkommen 138 und 182, die relativ weit reichende Bestimmungen
enthalten. Die Kinderrechtskonvention von 1999 verbietet Sklaverei und Militärzwang
(Zwangsrekrutierung, Schuldknechtschaft), sexuelle Ausbeutung
(Kinderprostitution, Kinderpornographie), kriminelle Tätigkeiten (Drogenhandel,
Beteiligung an Überfällen) sowie gesundheitsgefährdende Tätigkeiten (Bergwerke,
Umgang mit Giften oder Explosionsstoffen).
Dennoch lassen die Bestimmungen viele Freiräume und jede Regierung kann selbst
entscheiden, ob sie Übergangsfristen braucht und bestimmte Wirtschaftszweige
erst einmal ausnimmt. Es lässt sich interpretieren, welche Arbeit als „leicht“,
„gefährlich“ oder „schädlich“ gilt. Schließlich stößt die Umsetzung derartiger
Vereinbarungen dort an Grenzen, wo Armut den Familien keine Wahl lässt, als die
Arbeitskraft der Kinder zu nutzen. Ohne eine deutliche Reduzierung der Armut
wird auch die Kinderarbeit nicht abnehmen.
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Orangen, die nicht von Kindern gepflückt wurden, erkennt man am Transfair-Siegel.
Zahlreiche Firmen wie beispielsweise Adidas, H&M und IKEA achten darauf,
dass an der Herstellung ihrer Produkte in Entwicklungsländern keine Kinder
arbeiten. Allerdings muss man wissen, dass die meisten Kinder für heimischen
Märkte und nicht für den Export arbeiten, weswegen Warenzeichen nur bedingt
weiterhelfen.
Zwischen der
notwendigen Ächtung ausbeuterischer und unmenschlicher Kinderarbeit und der
Achtung arbeitender Kinder besteht eine Kluft. Arbeitende Kinder sind nicht nur
Opfer ungerechter Strukturen, sondern sie sind vor allem Subjekte. „Wenn wir
nicht klar und deutlich unterscheiden zwischen der Bekämpfung der Ausbeutung
bei der Arbeit und der Bekämpfung der Arbeit an sich, oder uns weiterhin einer
Sprache bedienen, die diesen Unterschied nicht klar hervorhebt, werden wir in
unseren Analysen und auch in der Praxis der Realität der arbeitenden Kinder
nicht gerecht.“
Einerseits müssen Arbeitsbedingungen, welche die körperliche, geistige,
emotionale, soziale und moralische Entwicklung beieinträchtigen, bekämpft
werden.
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