KATHARINA II., DIE GROSSE
Katharina II., genannt Katharina die Große war die
mächtigste und einflussreichste Frau des 18. Jahrhundert. Sie wurde am 2. Mai
1729 geboren und starb am 17. November 1796.
Katharina, die damals noch Prinzessin Sophie Auguste
Friederike von Anhalt- Zerbst hieß, kam mit 14 Jahren nach Russland, denn die
damalige Zarin Elisabeth suchte für ihren Neffen, den Thronfolger Peter, eine
Braut. Prinzessin Sophie konvertierte dort zum orthodoxen Glauben und bekam den
Namen Jekaterina Alexejewna.
Die Ehe zwischen Katharina und Peter war nicht harmonisch.
Peter betrankt sich dauernd mit seinen Dienern, prügelte sich mit ihnen und
spielte vor dem Einschlafen mit seinen Spielzeugsoldaten.
Großfürstin Katharina war eine lebensfrohe und intelligente
Frau, die sich schnell an ihre neue Umgebung anpasste. Sie musizierte gern und
las viel, mit Vorliebe historische Werke, um so ihr Verständnis für die Politik
zu schärfen. Vor allem war sie immer über die Vorgänge am Hof informiert. Sie
besuchte jeden Gottesdienst und nahm am religiösen Leben teil.
Mit 33 Jahren wurde sie Alleinherrscherin über das russische
Reich und war somit Russlands neue Zarin. Während ihrer 34-jährigen Herrschaft
entwickelte sich Russland politisch, wirtschaftlich und geistig-kulturell.
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Ihr Verdienst war eine einheitliche Verwaltung mit
Statthalterschaften, Provinzen und Kreisen. Sie gründete erste Volksschulen und
Gymnasien in den Städten, sowie Ingenieurfachschulen. Sie begründete
Wohlfahrtsprojekte wie die Einrichtung von Hospitälern und Obdachlosenasylen.
Die Zarin schrieb selbst satirische Artikel, Memoiren,
Märchen, Gedichte und Komödien. Sie gab ein vergleichendes Wörterbuch
zahlreicher asiatischer, europäischer und amerikanischer Sprachen heraus und
anhand von Dokumenten aus dem Staatsarchiv setzte sie sich mit der russischen
Geschichte auseinander.
Katharina II. bejaht viele Ideen der Aufklärung , aber die
von Montesquieu geforderte Gewaltenteilung lehnte sie für Russland ab. Sie
meinte, in diesem ausgedehnten Reich sei es notwendig, den Zeitverlust beim
Übermitteln von Nachrichten und Anordnungen durch rasche Entscheidungen des
absoluten Monarchen auszugleichen.
Nicht nur Auszüge, sondern komplette Berichte und
Gesetzesentwürfe mussten ihr vorgelegt werden; ungelesen unterschrieb sie
nichts.
Von ihren Ministern ließ sie sich zwar beraten, aber sie
fungierte selbst als Finanz-, Wirtschafts-, Kriegs-, Innen- und Außenminister.
Katharina II. baute den Machtbereich Russlands in einem Maße
aus, wie kein russischer Herrscher vor ihr.
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In zwei russisch- türkischen Kriegen (1768 – 1774 sowie 1787
– 1792) eroberte sie den Zugang zum Schwarzen Meer und weite Küstengebiete.
Im Ergebnis der drei Teilungen Polens gewann Russland 1
Million km“ Landgebiete und 6 Millionen Menschen dazu.
Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) kämpfte Katharina mit
Frankreich und Österreich gegen Preußen und Großbritannien.
Katharinas „Griechisches Projekt“, das heißt die Eroberung
Konstantinopels und die Neugründung des byzantinischen Reiches unter russischer
Herrschaft, scheiterte am Widerstand Preußens und Österreichs.
Auch auf dem diplomatischen Parkett Europas konnte Katharina
II. Erfolge erzielen. Durch ihre Vermittlerrolle im Frieden von Teschen wurde
der bayrische Erbfolgekrieg beendet. Seither nahmen an allen bedeutenden
Fürstenhöfen Europas russische Gesandte die Interessen ihres Landes wahr.
Katharina war eine bemerkenswerte Frau, die sich schnell an
ihre neue Umgebung Russland anpasste und in ihrem Leben viel für „ihr“ Land
unternahm. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie den Beinamen „Die Große“
tragen darf.
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