3) Kategorie:
Kurzfristige Schäden müssen nicht längerfristige Nachteile mit sich bringen
Tikopia ist eine
kleine, isolierte Insel im Südwestpazifik. Sie hat gerade einmal eine Fläche
von ca. 1,8 km², aber eine Bevölkerung von über 1200 Menschen, und das seit
über 3000 Jahren. Das ist insofern bemerkenswert, da es eine Herausforderung
darstellt, so viele Leute auf sowenig Platz Nahrung zu bieten. Die Insulaner
wussten nämlich, wie man mit beschränkten Mitteln einer kleiner Insel
haushalten musste. Ziel war es, über Jahrhunderte ein Null-Personen-Wachstum zu
halten und um dies zu erreichen, griffen sie zu teils drastischen Mitteln.
Abtreibung und
Kindertötung gehörten ebenso dazu wie die Tatsache, dass Söhne aus ärmeren
Familien erst gar nicht heiraten durften. Sollte dem zuwider gehandelt werden,
blieb als einziger Ausweg nur der Selbstmord oder die Flucht über den Ozean.
Die begrenzten
Ressourcen der Insel wurden mittels erprobter polynesischer
landwirtschaftlicher Methoden erschlossen und genutzt. Eine ihrer
Nahrungsquellen, nämlich Schweine, drohte ihnen schließlich im 16. Jahrhundert
zum Problem zu werden und die Insulaner reagierten in einer bemerkenswerten
Form.
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Auch Japan musste
eine schwierige Phase der Umorganisierung und Neuorientierung durchleben.
Nachdem die untereinander zerstrittenen Fürsten unter einem Shogun geeint
waren, herrschte im zuvor krisengebeutelten Land Frieden. Friede und ein gewisses
Wohlstandsniveau sorgten für einen explosionsartigen Anstieg in der Bevölkerung
und in der Wirtschaft.
Dies führte aber auch zu einer ungeheuren Nachfrage nach
der damaligen, traditionellen Hauptressource in Japan, Holz. Egal, ob es nun
für Häuser, Werkstätten oder auch nur als Ausgansprodukt für die
Kohlenproduktion war, der Wald wurde immer weniger. Bereits einige Jahrzehnte
später waren um die großen Städte in Japan keine Bäume mehr zu finden. Hätte
damals der Shogun nicht eingegriffen, wäre Japan heute mit der Osterinsel in
ein Boot zu werfen.
Seine Maßnahmen
beruhten auf folgende Faktoren. Zuerst einmal gab es eine rasche Abkehr von der
Landwirtschaft, um die Wälder spürbar zu entlasten. Er fokussierte den
Fischfang, indem er neue Fischfangmethoden, Tiefwasserfischen und längere Netze
propagierte. Die einstige Handelsblockade mit anderen Ländern wurde aufgehoben
und neue Handelswege erschlossen. Sinn hinter dieser ganzen Strategie war es,
eigene Ressourcen zu schonen und sie von woanders zu bekommen.
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wurde um 1700 ein nationales System propagiert, das dem Wald ermöglichte, sich
zu regenerieren. Der Erfolg blieb nicht aus, noch heute bedecken Bergwälder ca.
75% des Landes.
4) Aktuelle
Katastrophen: Nutzen mit vorprogrammiertem Risiko
Die Häufigkeit
großer Naturkatastrophen hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt,
die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Folgen sind auf das Siebenfache
gestiegen, während die versicherten Schäden um das 14fache angestiegen sind.
Die Zunahme extremer Wetterereignisse geht laut Klimaforschung auf die
fortschreitende Erwärmung der Erde zurück.
In Bangladesch
zum Beispiel wurden allein durch die Überschwemmungen im Juli 2004 30
Millionen Menschen obdachlos und 20 Millionen Menschen wurde die
Existenzgrundlage entzogen. Obwohl Überschwemmungen in diesem Land keine
Seltenheit sind, ist diese Katastrophe hausgemacht. Die Flüsse, gespeist durch
Schmelzwasser aus dem Himalaya, führen fruchtbaren Löß mit sich. Das ermöglicht
bis zu 4 Reisernten pro Jahr in den überschwemmten Gebieten. Daher strömen
immer mehr landlose Arme an die fruchtbaren, aber gefährlichen Ufer der Flüsse.
Vorsorgender Hochwasserschutz wäre nur durch das Ausbaggern der riesigen
Flussbette und die Errichtung von Dämmen zu erreichen, ein Programm, das bisher
nicht verwirklicht wurde. Der kurzfristige Nutzen trägt ein langfristiges
Risiko mit sich.
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teuerste Naturkatastrophe der US- amerikanischen Geschichte. Nach Katrina
verwüsteten Rita und Wilma die Südstaaten Florida, Texas und Louisiana.
Millionen von Menschen flohen vor den Stürmen, die Zahl der Toten wurde mit
1310 angegeben und der gesamtwirtschaftliche Schaden wurde mit bis zu 200
Milliarden US Dollar beziffert. Während ein plausibler Zusammenhang zwischen
globaler Erwärmung und der Zunahme der Sturmstärken hergestellt wird, ist das
Ausmaß der Schäden auch auf andere menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Die
zunehmende Konzentration der Bevölkerung in Hochrisikogebieten wie zum Beispiel
der Küste Floridas ignorierte bisher die erhöhte Katastrophenanfälligkeit
dieser Region. Der kurzzeitige Nutzen wird von der permanenten Gefahr einer
Katastrophe überschattet.
In allen
angeführten Fällen bestimmten wenige Faktoren das Schicksal der Menschen in den
jeweiligen Kulturkreisen. Selbst unter schlechtesten Bedingungen ist der
Untergang einer Kultur noch längst nicht automatisch bedingt. Dies hängt alles
primär von den Zielen und Wertvorstellungen, die sich eine Kultur selber setzt,
ab. Dabei fördern kurzfristige Vorteile häufig langfristige Katastrophen,
während kurzfristige Nachteile längerfristige Vorteile mit sich bringen.
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Umweltschäden
Klimaveränderungen
Kriege
veränderte
wirtschaftliche Strukturen
adäquate,
inadäquate Reaktion auf neue Herausforderungen
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