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Katastrophen (Page 2).doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Environmental Sciences
Document category
Paper
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2008
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Environmental Sciences

Katastrophen und Desaster
Projektarbeit: Katastrophen und Desaster Projektarbeit im Rahmen der universitären Veranstaltung: Qualitative Systemwissenschaft­en Inhaltsverzeichni

3) Kategorie: Kurzfristige Schäden müssen nicht längerfristige Nachteile mit sich bringen

Tikopia ist eine kleine, isolierte Insel im Südwestpazifik. Sie hat gerade einmal eine Fläche von ca. 1,8 km², aber eine Bevölkerung von über 1200 Menschen, und das seit über 3000 Jahren. Das ist insofern bemerkenswert, da es eine Herausforderung darstellt, so viele Leute auf sowenig Platz Nahrung zu bieten.

Die Insulaner wussten nämlich, wie man mit beschränkten Mitteln einer kleiner Insel haushalten musste. Ziel war es, über Jahrhunderte ein Null-Personen-Wachstum zu halten und um dies zu erreichen, griffen sie zu teils drastischen Mitteln.

Abtreibung und Kindertötung gehörten ebenso dazu wie die Tatsache, dass Söhne aus ärmeren Familien erst gar nicht heiraten durften. Sollte dem zuwider gehandelt werden, blieb als einziger Ausweg nur der Selbstmord oder die Flucht über den Ozean.

Die begrenzten Ressourcen der Insel wurden mittels erprobter polynesischer landwirtschaftlicher Methoden erschlossen und genutzt. Eine ihrer Nahrungsquellen, nämlich Schweine, drohte ihnen schließlich im 16. Jahrhundert zum Problem zu werden und die Insulaner reagierten in einer bemerkenswerten Form.

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Auch Japan musste eine schwierige Phase der Umorganisierung und Neuorientierung durchleben. Nachdem die untereinander zerstrittenen Fürsten unter einem Shogun geeint waren, herrschte im zuvor krisengebeutelten Land Frieden. Friede und ein gewisses Wohlstandsniveau sorgten für einen explosionsartigen Anstieg in der Bevölkerung und in der Wirtschaft.

Dies führte aber auch zu einer ungeheuren Nachfrage nach der damaligen, traditionellen Hauptressource in Japan, Holz. Egal, ob es nun für Häuser, Werkstätten oder auch nur als Ausgansprodukt für die Kohlenproduktion war, der Wald wurde immer weniger. Bereits einige Jahrzehnte später waren um die großen Städte in Japan keine Bäume mehr zu finden.

Hätte damals der Shogun nicht eingegriffen, wäre Japan heute mit der Osterinsel in ein Boot zu werfen.

Seine Maßnahmen beruhten auf folgende Faktoren. Zuerst einmal gab es eine rasche Abkehr von der Landwirtschaft, um die Wälder spürbar zu entlasten. Er fokussierte den Fischfang, indem er neue Fischfangmethoden, Tiefwasserfischen und längere Netze propagierte.

Die einstige Handelsblockade mit anderen Ländern wurde aufgehoben und neue Handelswege erschlossen. Sinn hinter dieser ganzen Strategie war es, eigene Ressourcen zu schonen und sie von woanders zu bekommen.

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Zusätzlich wurde um 1700 ein nationales System propagiert, das dem Wald ermöglichte, sich zu regenerieren. Der Erfolg blieb nicht aus, noch heute bedecken Bergwälder ca. 75% des Landes.

4) Aktuelle Katastrophen: Nutzen mit vorprogrammiertem Risiko

Die Häufigkeit großer Naturkatastrophen hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt, die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Folgen sind auf das Siebenfache gestiegen, während die versicherten Schäden um das 14fache angestiegen sind. Die Zunahme extremer Wetterereignisse geht laut Klimaforschung auf die fortschreitende Erwärmung der Erde zurück.

In Bangladesch zum Beispiel wurden allein durch die Überschwemmungen im Juli 2004 30 Millionen Menschen obdachlos und 20 Millionen Menschen wurde die Existenzgrundlage entzogen. Obwohl Überschwemmungen in diesem Land keine Seltenheit sind, ist diese Katastrophe hausgemacht.

Die Flüsse, gespeist durch Schmelzwasser aus dem Himalaya, führen fruchtbaren Löß mit sich. Das ermöglicht bis zu 4 Reisernten pro Jahr in den überschwemmten Gebieten. Daher strömen immer mehr landlose Arme an die fruchtbaren, aber gefährlichen Ufer der Flüsse. Vorsorgender Hochwasserschutz wäre nur durch das Ausbaggern der riesigen Flussbette und die Errichtung von Dämmen zu erreichen, ein Programm, das bisher nicht verwirklicht wurde.

Der kurzfristige Nutzen trägt ein langfristiges Risiko mit sich.

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Daraus entwickelte sich auch die folgenreichste und teuerste Naturkatastrophe der US- amerikanischen Geschichte. Nach Katrina verwüsteten Rita und Wilma die Südstaaten Florida, Texas und Louisiana. Millionen von Menschen flohen vor den Stürmen, die Zahl der Toten wurde mit 1310 angegeben und der gesamtwirtschaftliche Schaden wurde mit bis zu 200 Milliarden US Dollar beziffert.

Während ein plausibler Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und der Zunahme der Sturmstärken hergestellt wird, ist das Ausmaß der Schäden auch auf andere menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Die zunehmende Konzentration der Bevölkerung in Hochrisikogebieten wie zum Beispiel der Küste Floridas ignorierte bisher die erhöhte Katastrophenanfälligkeit dieser Region.

Der kurzzeitige Nutzen wird von der permanenten Gefahr einer Katastrophe überschattet.

In allen angeführten Fällen bestimmten wenige Faktoren das Schicksal der Menschen in den jeweiligen Kulturkreisen. Selbst unter schlechtesten Bedingungen ist der Untergang einer Kultur noch längst nicht automatisch bedingt. Dies hängt alles primär von den Zielen und Wertvorstellungen, die sich eine Kultur selber setzt, ab. Dabei fördern kurzfristige Vorteile häufig langfristige Katastrophen, während kurzfristige Nachteile längerfristige Vorteile mit sich bringen.

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Umweltschäden

Klimaveränderungen

Kriege

veränderte wirtschaftliche Strukturen

adäquate, inadäquate Reaktion auf neue Herausforderungen


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