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Katastrophen .doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Enviromental Sciences
Document category
Paper
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2008
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KATASTROPHEN:

KURZ- VS. LANGFRISTIG

Katastrophen: kurz- vs. langfristig

Katastrophen sind entscheidende, folgenschwere Unglücksereignisse, die von einem persönlichen Notfall bis zu einer großflächigen Zerstörung von Leben, Infrastruktur und Hilfsmöglichkeiten eines ganzen Lebensraumes bzw. bis zum Untergang ganzer Gesellschaften reichen. Trotzdem ist Katastrophe nicht gleich Katastrophe.

Menschliches Handeln und menschliche Interaktionen führen zu Veränderungen in seinem Lebensraum. Was uns kurzfristig nützt, kann uns langfristig auf den Kopf fallen. Umgekehrt können langfristige Vorteile mit kurzfristigen Nachteilen verbunden sein. Um diese Typologie aufzuzeigen, möchte ich folgende Beispiele anführen.

1) Kategorie: Katastrophen im Sinne von kurzfristigem Nutzen, aber langfristigem Schaden

Was sagte der Bewohner der Osterinsel, der gerade dabei war, die letzte Palme zu fällen und so den Untergang seines Volkes heraufbeschwor? Sagte er: „Wir brauchen keine Bäume, sondern mehr Arbeitsplätze!“? Oder sagte er: „Die Technik wird unsere Probleme schon lösen, wir finden Ersatz für das Holz?“ Oder vielleicht: „Wir haben keinen Beweis, dass es nicht an anderen Stellen auf der Osterinsel noch Palmen gibt, wir brauchen mehr Forschung, der Vorschlag, das Abholzen zu verbieten ist voreilig und reine Angstmacherei.“?

Nun, was war geschehen...

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Doch wer sich jetzt eine klassische Tropeninsel mit einer reichen Flora und Fauna vorstellt, wird enttäuscht sein, wenn er Bilder von der Osterinsel zu Gesicht bekommt. Es ist eine karge Landschaft, in der die Einöde nur durch eine schier unzählbare Anzahl von Steinmännchen aufgelockert wird.

Genau diese Männchen, die jedermann bekannt sind, waren auch die Ursache für die Zerstörung dieses ehemaligen Paradieses.

Die von mehreren Stämmen im fünften Jahrhundert nach Christus besiedelte Insel zeigte einen rasanten kulturellen Aufstieg. Dies manifestierte sich schon relativ rasch mit dem Bau von Zisternen, Wachtürmen und der Nutzung der Felder für die Landwirtschaft.

Am Höhepunkt ihrer Entwicklung begann man mit der Herstellung der weltweit berühmten riesigen Steinstatuen. Dazu meißelten sie am Hang des größten Vulkanes der Insel Gesicht und Hände der Skulptur heraus. Sobald jedes Detail vollendet war, wurde die Statue auf dem Hang aufgerichtet und mit Hilfe einer für diese Region typischen Holzkonstruktion in Schaukelstuhlmanier mehrere Kilometer an die Küste transportiert.

Dort wurden die Skulpturen schlussendlich mit dem Blick ins Landesinnere aufgestellt. Bis heute ist ihre Funktion nicht restlos aufgeklärt.

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Auch der Ackerbau, auf den sie nun besonders stark angewiesen waren, ist durch die radikale Abholzung und die damit verbundene Bodenerosion langfristig geschädigt worden. Um an Nahrung zu kommen, verlegten sie sich anschließend auf die Jagd, was zu einer drastischen Abnahme der Seevögel auf der Insel führte.

Dies führte sogar dazu, dass sie Ende des 17. Jahrhunderts dem Kannibalismus verfielen und letztlich einen Großteil ihrer mühevoll errichteten Statuen zerstörten. Als dann im 18. Jahrhundert Europäer auf der Insel landeten, war von der ehemaligen kulturellen Blüte nichts mehr übrig, da die Überlebenden der Inselbevölkerung wieder in der Kulturstufe der Steinzeit angelangt waren.

Aber man muss nicht unbedingt in die Ferne schweifen, um ähnlich fatale Langzeitschäden ausmachen zu können.

Die minoische Kultur auf Kreta war die früheste Hochkultur in ganz Europa. Auch hier verschwand die Kultur ebenso spurlos wie auf den Osterinseln. Seit über einem Jahrhundert wird hier über die Gründe spekuliert. Jahrelang hielt sich die Theorie, dass ein Vulkanausbruch auf der Insel Santorin für die Zerstörungen der Palastkultur unmittelbar verantwortlich war.

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Klimatische Veränderungen bringen automatisch langfristige Einschnitte in die Lebensbedingungen mit sich. Ein klassisches Beispiel ist die Anasazi-Kultur der Pueblo Indianer in New Mexico. Durch eine mehrere Jahre andauernde Dürre wurde fruchtbares Ackerland mit einem Schlag unbrauchbar.

Verstärkt durch eine Überpopulation wurden so nach und nach Siedlungen aufgegeben, bis die Anasazi ihre Heimat verließen und sich mit anderen Stämmen verbrüderten.

Ein ähnliches Schicksal traf auch die Mayas. Als sie all ihre Wälder abgeholzt hatten, versiegten ihre Trinkwasserreserven und dadurch waren sie der Dürre hilflos ausgeliefert. Die starke Überbevölkerung verschlimmerte diese Notlage.

Dies leitete einen radikalen Verfall dieser Kultur ein, sodass die Spanier, unabhängig von der Tatsache, dass sie neue Krankheiten und bessere Waffen mitbrachten, leichtes Spiel mit ihnen hatten.

2) Kategorie: Grönland – für die einen Fluch, für die anderen Segen

Ein Sonderfall in dieser Auflistung bildet Grönland. Grönland ist die größte Insel der Erde und hat ein polares bzw. subpolares Klima. Doch dies war nicht immer so. Wie jetzt aktuelle wissenschaftliche Messungen ergaben, hatte Grönland nicht immer eine kalte, lebensfeindliche Landschaft zu bieten.

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Fast 500 Jahre trotzten sie hier den widrigen Umweltbedingungen, bis sie schließlich auf Grund von Überweidung, Auseinandersetzungen mit den Inuit und dem Einsetzen der kleinen Eiszeit das Land wieder aufgeben mussten. Offensichtlich haben auch hier die Menschen versagt.

Aber nicht alle. Wenden wir uns den Inuit zu, die schon vor den Wikingern große Teile der Insel bevölkert hatten und auch heute noch auf Grönland leben. Warum konnten sie hier weiterleben und die Wikinger nicht?

Das Leben der Inuit war immer schon stark von der kargen Umwelt geprägt, die eine landwirtschaftliche Bebauung von Feldern unmöglich macht. Daher drehte sich die ganze Kultur der Inuit um das Jagen und Fallen stellen. Um hierbei erfolgreich zu sein, brauchte man aber nicht nur das passende Jagdwerkzeug, sondern man musste sich auch an die äußeren Gegebenheiten anpassen und die Zusammenarbeit pflegen, um das Überleben zu sichern.

Dies taten die Wikinger nicht, sie unterschieden sich auch dahingehend von den Inuit, indem sie rücksichtslos alles Holz rodeten, um an Brennmaterial zu kommen. Um mittelfristig weiter heizen zu können, wurde Torf gestochen, was den angegriffenen Boden weiter zu schaffen machte und die Erosion förderte.

So schädigten die Wikinger sich selbst, indem sie gleichzeitig ihr kostbares Ackerland vernichteten.

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