Karikaturanalyse
Lithographie „Wat heulst’n kleener Hampelmann?“
von 1849
Die vorliegende Karikatur bezieht
sich auf das, von der Revolution geprägte, Jahr 1849.
Es wird ein zwischen Heinrich von
Gagern, dem Präsidenten der Nationalversammlung, und der Germania dargestellt.
Rechts im Hintergrund steht Friedrich Wilhelm IV. und streichelt einen Bären.
Der, zum Bild zugehörige, Dialog
lautet: „Wat heulst’n kleener Hampelmann?“ „Ick habe ihr’n Kleenen ne Krone
jeschnitzt, nu will er se nicht!“.
Daraus folgt, dass es in der
Karikatur um die Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. geht.
Die Nationalversammlung entschied
sich letztendlich dafür, dass ein Kaiser gekrönt werden sollte und wählte für
dieses Amt Friedrich Wilhelm IV.. Doch dieser lehnte die Krone ab.
Im Vordergrund stehen zwei
Personen, die sich mit einem Berliner Akzent unterhalten.
Der Mann, links, wird klein,
dementsprechend mit einem übergroßen Kopf, dafür aber mit realistischen
Gesichtszügen dargestellt. Er trägt eine Art Nachtgewand und Pantoffeln. Seine
rechte hand steckt in der Hosentasche. Mit der linken reibt er sich das Auge.
Außerdem zieht er einen Schmollmund.
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Die Frau, rechts, sieht auf ihn
herab und stemmt die linke Hand in die Hüfte. Sie wird deutlich größer
dargestellt als ihr Gegenüber. Sie hat eine aufrechte Haltung und hält mit der
rechten Hand ein, auf den Boden aufgestütztes, Wappen mit dem Doppelkopfadler.
Sie trägt eine Schürze, ein Kleid und eine Pickelhaube auf dem Kopf.
Im
Hintergrund steht eine kleine Statue ohne Kopf. Diese hält ebenfalls das
Doppelkopfadler-Wappen und außerdem noch ein Schwert.
Zwischen den Beiden liegt eine
Krone auf dem Boden.
Im rechten Hintergrund hinter der
Germania steht ein weiterer Mann. Dieser wird klein, dick und mit kindlichen
Gesichtszügen dargestellt. Seine Kleidung besteht aus einer Latzhose und einer
Pickelhaube. Er streichelt einen Bären, der vor ihm aufrecht sitzt, und eine
Peitsche hält.
Das Ganze geschieht vor einer
Mauer.
Die Frau erinnert an die typische
Germania-Darstellung, wie sie ebenfalls durch die kleine Statue im Hintergrund
dargestellt wird, wobei die Statue keinen Kopf hat. So soll sie wahrscheinlich
auch Selbige darstellen. Was sie allerdings von der klassischen Germania
unterscheidet ist, dass sie eine Schürze und ein Kleid trägt.
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Österreich regierenden, Habsburger. Diese beiden Symbole stehen dafür, dass die
beiden großen Mächte erneut die Macht innehaben, und zwar insofern, dass der
Deutsche Bund unter österreichischer Führung mit dem Sitz des Bundstags in
Frankfurt wiederhergestellt wurde. Sie steht zwischen Heinrich von Gagern und
Friedrich Wilhelm IV.. Da Friedrich Wilhelm IV. hinter ihr steht, wird klar,
dass sie auf seiner Seite ist.
Friedrich Wilhelm IV. wird als
wohlgenährt dargestellt, und gehört aufgrund der Pickelhaube eindeutig zu
Preußen. Er war Befürworter einer absoluten Herrschaft und wollte nicht vom
Volk abhängig sein. Als Vorbild hierfür gilt zu der Zeit Russland, welches
durch den Bär dargestellt wird. Der Bär wurde und wird häufiger als nationale
Personifikation Russlands verwendet. So wird auf die geographische Größe
Russlands angespielt, und zu dieser Zeit natürlich auch auf Stärke. Die
Peitsche steht für die Möglichkeit Russlands sich durch seine Macht
durchzusetzen. Dementsprechend versucht Friedrich Wilhelm IV. durch das
Streicheln Russland zu beschwichtigen und milde zu stimmen. Er lächelt breit,
was darauf hindeutet, dass er mit der Situation zufrieden ist.
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Der Stock dient dazu, den
Gegenstand, bei dem es sich um einen Kreisel handelt, anzutreiben. Dass die
beiden Dinge nun auf dem Boden liegen, bedeutet, dass die Revolution, wie es
ein Kreisel nun mal tut, erst geschwankt, und letztendlich umgefallen, und
somit gescheitert ist.
Dass der Germania-Statue der Kopf
fehlt steht für das Scheitern der Revolution, die von der Germania symbolisiert
wurde.
Das Nachtgewand, welches Gagern
trägt, steht dafür, dass dieser buchstäblich verschlafen hat, will sagen, den
richtigen Zeitpunkt zum Handeln verpasst hat.
Die Krone ist aus Holz. Dies lässt
sich mit den zugehörigen Dialog in Verbindung bringen, in dem die Germania
davon spricht, Gagern hätte Friedrich Wilhelm IV. die Krone „geschnitzt“.
Somit lässt sich zusammenfassend
sagen, dass durch die Ablehnung der Krone die Revolution wie das, im Bild
dargestellte, Kartenhaus zusammengefallen und gescheitert ist.
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