Transport und Lagerung von Transmittern
Viele Transmitter werden ja direkt am präsynaptischen
Terminal hergestellt, daher kein Transport. Sie werden meist in Vesikeln
gelagert. Diejenigen, die im Zellkörper produziert werden, wandern mit einer
Geschwindigkeit von 1mm pro Tag bis 100 mm pro Tag durch die Axone.
In manchen Fällen so scheint es, häufen Neuronen einen
Überschuss an Transmittern an. Neuronen, die Serotonin, Dopamin oder
Norepinephrin abgeben, beinhalten ein Enzym (Monoaminooxidase = MAO), das diese
Transmitter in inaktive Chemikalien spaltet. Das scheint auf den ersten Blick
seltsam, wir werden allerdings beim Thema der Depressionen und Antidepressiva
darauf zurückkommen.
Abgabe und Diffusion von Transmittern
Wenn ein Aktionspotenzial das Ende eines Axons erreicht,
lässt nicht das AP selbst die Transmitter frei. Die Depolarisierung öffnet
spannungsabhängige Calcium-Ionen-Kanäle in der präsynaptischen Zelle und
innerhalb von 1-2ms nachdem das Calcium in die präsynaptische Zelle eintritt,
verursacht es eine Exozytose – Abgabe von Neurotransmittern in Explosionen vom
präsynaptischen Neuron in den synaptischen Spalt der dieses Neuron vom
postsynaptischen Neuron trennt. Ein Aktionspotenzial schafft es oft nicht
Transmitter freizusetzen und wenn doch, dann variiert die Menge.
Kapitel 3.3
SYNAPSEN, DROGEN und ABHÄNGIGKEIT
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-
im Hirn werden die ganze Zeit Substanzen produziert, die Drogen ähneln
-
Drogen arbeiten meist an der Synapse
-
Die meisten Drogen stammen von Pflanzen. Diese produzieren solche
Wirkstoffe einerseits um Fressfeinde abzustoßen und um ihre Fortpflanzung zu
gewährleisten à unser Gehirn stimmt
zu 97% mit dem von Säugetieren überein à
gleicher Effekt für uns
ARTEN VON MECHANISMEN
-
Drogen wirken an der Synapse entweder hemmend oder fördernd
-
Antagonist = Droge, die den Effekt des Neurotransmitters blockt
-
Agonist = Droge, die den Effekt des Neurotransmitters imitiert
-
„mixed agonist-antagonist“ = entweder einerseits ein Antagonist für
einen Effekt und ein Agonist für einen anderen ODER je nach Dosierung Agonist
bzw. Antagonist
-
Einfluss von Drogen auf die Synapse:
·
Erhöhung oder Absenkung der Synthese von Neurotransmittern
·
Platzen der Vesikel/Austreten des NT aus dem Vesikel
·
Erhöhung der Ausschüttung
·
Hemmung der Wiederaufnahme
·
Blockieren der Aufspaltung
·
Ansetzen am postsynaptischen Rezeptor (Curare = Postsyn.
Rezeptorblocker)
-
Eine Droge hat eine Zugehörigkeit zu einem Rezeptor
(Schlüssel-Schloss-Prinzip)
-
Eine Droge hat eine Wirksamkeit, d.h. ihre Tendenz den Rezeptor zu
aktivieren
-
Menschen variieren in der Wirkung von Drogen à Varianz in der Zahl der Rezeptoren etc.
WAS MISSBRAUCHTE DROGEN GEMEINSAM HABEN
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Experiment: James Olds und Peter
Milner (1954)
* Elektrode ins „Septum“ einer
Ratte
* Verhalten veränderte sich, so
als würde sie einem vorteilhaften Reiz nachgehen
* Selbst-Stimulation im Hirn
durch Hebel in Box à bis zu 2000
Hits pro Stunde
später: viele Areale gefunden,
für deren Stimulation es sich bei Ratten lohnt zu arbeiten
à
große Gemeinsamkeit der Areale: ihre Axone führte zur Freisetzung von Dopamin
im Nucleus Accumbens
-
wenn man die Areale lange stimuliert und so viel Dopamin ausschüttet,
entleert sich der Dopaminvorrat und die Verstärkung geht zurück
Dopaminaussschüttung durch:
sexuelle Erregung, Glücksspiel, Videospiele – besonders bei Gewohnheitsspielern
Fast alle missbrauchten Drogen
führen zur Ausschüttung von Dopamin und Norepinephrin.
Hierfür sind allerdings
Rezeptoren notwendig, wer die nicht hat, hat auch keine Verstärkung.
Kent Berridge und Terry Robinson
fanden 1998 heraus, dass es davon abhängt wie sehr man etwas will – nicht wie
sehr man etwas mag – um dafür vom Nucleus Accumbens mittels Dopamin belohnt zu
werden.
Etwas das man will, reißt die
Aufmerksamkeit auf sich. Drogen haben eine enorme Fähigkeit die Aufmerksamkeit
des Verbrauchers auf sich zu lenken, auch wenn die Droge an sich nicht mehr
durchweg wohltuend ist.
EIN ÜBERBLICK ÜBER DROGEN
AUFPUTSCHMITTEL
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Aufputschmittel erhöhen die
Erregung, Aktivität und Wachsamkeit, heben die Stimmung und hemmen die
Müdigkeit.
Amphetamine stimulieren
Dopaminsynapsen indem sie die Ausschüttung von Dopamin im präsynaptischen
Terminal anregen.
Dopamintransporter nehmen das
Dopamin normalerweise wieder auf.
Amphetamine drehen die Wirkung
jedoch um, sodass die Zelle weiter Dopamin abgibt, anstatt es wieder
aufzunehmen.
Amphetamine wirken unspezifisch:
sie führen auch zur Ausschüttung von Norepinephrin, Serotonin und einigen
anderen Transmittern.
Kokain blockiert die
Wiederaufnahme von Dopamin, Norepinephrin und Serotonin, daher verlängert es
ihre Effektivität. Dopamin beeinflusst das Verhalten hier am meisten. Die
Effekte des Kokainkonsums ähneln der Wirkung von Amphetaminen.
Kokain und Amphetamine erhöhen so
die Ansammlung von Dopamin im synaptischen Spalt. Da das Dopamin jedoch
ausgewaschen wird, kommt es zu einem „crash“ in einen depressiveren Zustand.
Kokain und Amphetamine führend zu
schlechterer Lernleistung und höherer Impulsivität. Kokain verändert weiterhin
die Durchblutung und kann so zu Schlaganfällen und Epilepsie führen.
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ist dieser Anstiegs- und Abfallprozess noch langsamer. Dadurch produziert MPH
keinen plötzlichen Rausch. Bei falscher Dosierung und Anwendung (z.B. durch
Injektion) kommt es zu den gleichen Wirkungen wie bei Kokain.
Ganz im Gegenteil zu den allgemeinen
Erwartungen führt der kontrollierte Konsum von MPH in der Kindheit nicht zu
höherem Suchtrisiko im weiteren Verlauf. Viel mehr mindert er das Risiko
abhängig zu werden.
MDMA ~
NIKOTIN ~
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