Kaiser Tiberius
Tiberius
war der 2. römische Kaiser nach seinem Stiefvater Augustus. Er wurde am 16.
November, 42 v. Chr. in einem Villenviertel in Rom geboren. Tiberius, wie auch
seine Eltern stammen aus dem Stamm der Claudier. Seine Mutter war Livia Drusilla,
später die dritte Frau des Augustus. Der Vater hieß Tiberius Nero.
Er war ein
fleißiger Offizier im Heer von Caesar. Er trug auch viel zu Caesars Sieg im
Bürgerkrieg bei. Tiberius starb 37 n.Chr. im Alter von 77 Jahren.
Tiberius
hatte keine leichte Kindheit. Er kam von einem einigermaßen behüteten Haus an
den gefühlskalten Kaiserhof. Seine Mutter kümmerte sich kaum noch um ihn. Die
war viel zu sehr mit Intrigen und Macht beschäftigt. Diese Wandlung in seinem
Leben führten zu psychischen Schäden. Später hatte er dann auf einmal eine
große Vorliebe für Höhlen. Daraufhin baute er die Blaue Grotte auf Capri.
Manche Menschen heute haben das als Sehnsucht gedeutet, wieder einen behüteten
Ort zu haben und in den Schutz des Mutterleibes zurückzukehren. Sein Schicksal
nahm irgendwie kein Ende. In den letzen Jahren des Bürgerkrieges waren seine
Eltern auf der Flucht, weil sie auf der falschen Seite standen.
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Vipsania. Er liebte sie sehr. Das war ziemlich ungewöhnlich unter Adeligen. In
den meisten Fällen konnte man sich die Partner nicht aussuchen. Man achtet
darauf, dass die Heirat den politischen Zweck erfüllt. Vipsania hatte schon ein
Kind und war schwanger. Der Kaiser Augustus befahl, dass Tiberius sich von ihr
scheiden lassen soll.
Natürlich steckte die Mutter von Tiberius hinter diesem
Plan. Sie wollte eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen Tiberius und
Augustus herstellen. Er wurde gezwungen, die einzige Tochter des Augustus,
Julia zu heiraten.
Julia
hatte einen schlechten Ruf in Rom, weil sie eine sehr lockere Art zu leben
hatte. Dies besonders in Bezug auf Männer. Ganz Rom wusste davon, nur einer
nicht: Ihr eigener Vater. Keiner traute sich ihm die Wahrheit zu sagen.
Trotzdem versuchte Tiberius seine neue Frau pflichtbewusst zu lieben. Doch
nach einigen Wochen nahm er sich ein eigenes Schlafzimmer. Aus der Ehe ging ein
Kind hervor. Es starb jedoch früh. Noch immer hing Tiberius an Vipsania. Als er
sie einmal zufällig sah, blieb er mit Tränen in den Augen wie angewurzelt
stehen und schaute ihr
nach. Daraufhin sorgte seine Mutter Livia dafür, dass sie sich nie mehr aus
Zufall trafen.
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Thronfolger Gaius verbat Tiberius die Rückkehr nach Rom.
2 n.Chr. durfte Tiberius, aber ohne amtliche Gewalten,
zurückkehren.
Als
Augustus 14 n. Chr. starb, war Tiberius 56 Jahre alt und der einzige
Nachfolger. Er zögerte jedoch zunächst und sagte zu den Senatoren, es wäre
vielleicht besser einen anderen zu wählen, schließlich nahm Tiberius aber doch
das Amt an, aber sagte ausdrücklich, dass es nicht für lange sei. Im Alter von
84 Jahren starb dann seine Mutter Livia. Auch litt er sehr darunter, dass
Augustus ihn nie wirklich als Nachfolger haben wollte, obwohl er ja sehr
pflichtbewusst war.
Andererseits ergriff Tiberius auch Maßnahmen, die ihn als guten
Politiker auszeichneten. So schränkte er die öffentlichen Ausgaben drastisch
ein, indem er z.B. die Ausgaben für die Spiele kürzte. Dies gefiel dem Volk gar
nicht, denn sie mochten die Spiele sehr. Er selbst ging bei der Sparsamkeit mit
gutem Beispiel voran, indem er z.B. bei einem Gastmahl, bei dem nur wenige
Gäste da waren, nur ein halbes Wildschwein auftischen ließ. Er sagte, ein
halbes Wildschwein schmeckte genauso gut, wie ein ganzes. Tiberius gab mit
seiner Macht nie an. So weigerte er sich, die Tradition fortzusetzen, die seine
Vorgänge angefangen hatten, nämlich Monate nach sich zu benennen. Deshalb heißt
der Monat „September“ und nicht „Tiberius“.
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