Flower Power
und Jugendrevolte
Hippie Allgemein
Als Hippies (abgeleitet von engl. hip
= „angesagt“) bezeichnet man Mitglieder einer gegenkulturellen
Jugendbewegung,
die in den 1960er Jahren entstand und sich an den
Lebensstil der Hipster der 1950er Jahre anlehnte. Die
Hippies bestanden im Wesentlichen aus mitteleuropäischen und nordamerikanischen
Mittelstandskindern zwischen 18 und 28, aus Auswanderern und Aussteigern,
Lebenskünstlern und Bohémiens, Gammlern, Studenten, Expatriates,
Drogenkonsumenten und Drogendealern sowie Vagabunden und Clochards.
Grafiken wurden automatisiert entfernt Philosophie
Die Hippiebewegung stellte die
ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage
und war bestrebt darin, ein von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreites Leben
zu führen. Sie lebten nach der Idee von einem humaneren und friedlicheren
Leben. Diese Ideale wurden in der Gruppe, oft in ländlichen Kommunen umgesetzt.
Die Hippies waren eine sehr naturbezogene
und konsumkritische Gegenkultur.
Die Hippiebewegung fand einen machtvollen
politischen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg
und prägte um 1967 das Motto Make love, not war.
Hippies wurden von konservativen Kreisen
oft als Gammler, Chaoten und Langhaarige abgestempelt.
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Weit verbreitete Klischees waren; lange
Haare, bunte Klamotten, wallende Gewänder, Blumenschmuck, Räucherstäbchen,
Haschisch, LSD und Marihuana als Ausdruck - von Popsongs wie "California
Dreamin' ", "Surfin' USA" und "Let The Sunshine
In" ganz zu schweigen.
Kultur
In dieser Kultur entwickelte sich ein
eigener Musik- und Kleidungsstil. Im grafischen Bereich nahm sie Einfluss auf
die Plakatkunst und die Gestaltung von Schallplattenhüllen. Hippies fielen vor
allem durch ihre auffallenden Batikgewänder mit bunten Farben auf. Die Blumen
in ihren Gewändern waren ein Symbol für Friede und Liebe, daher auch ihre
Bezeichnung als „Blumenkinder“. Typisch für die Generation war auch die
Einstellung zur „Freien Liebe“ und dem freien Drogengenuss, welcher durch die
psychedelische Musik unterstützt wurde.
Ein bekanntes Lied, das direkt auf den
Ursprung dieser Kultur und die Blumen Bezug nahm, war der Hit „San Francisco
(Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)“ von Scott McKenzie, der 1967 in
Deutschland zwei Monate lang ein Nummer-Eins-Hit war. Vorgänger war der Song
„All You Need Is Love“ von den Beatles, der ebenfalls für die Zeit bezeichnend
war und sechs Wochen die Hitparade anführte.
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Die Hippieszene ist musikalisch
vielfältig. Sie bietet alle Facetten der Rockmusik wie zum Beispiel; Space
Rock, Folk Rock, Jazz Rock, Bluesrock.. Besonders wichtig ist jedoch an allen
Musikrichtungen die positive Stimmung, die verbreitet werden soll. (für den dt.sprachigen Raum auch Krautrock!)
Entstehung
I. Die San Francisco Bay Area
Neue Kulturen fallen nicht vom Himmel. Sie
benötigen Ideen- und Impulsgeber, bestimmte Konstellationen, vor allem aber auch
ein geeignetes soziokulturelles Geflecht, um sich entfalten zu können. Das
ist besonders wichtig bei Jugendkulturen.
Die Wurzeln der wichtigsten Kulturen der
Sechzigerjahre lagen in einem vergleichsweise kleinen, recht überschaubaren
Areal. In der am Pazifik gelegenen kalifornischen Großstadt, entstanden vor
fast vierzig Jahren in kurzen Abständen zahlreiche Bewegungen, die später auch
im alten Europa ihre Kraft zu entfalten begannen:
In
wenigen Vororten, Stadtteilen und Straßen der kalifornischen Metropole wurden
auf engstem Raum neue Kultur-, Politik- und Lebensformen erprobt, die,
zusammengenommen, einen eigenen Jugendstil ausstrahlten. San Francisco
war in jenen Jahren das Zentrum der Gegenkultur – Im Stadtteil
Haight-Ashbury begann im Sommer 1965 die Hippiebewegung, die der Gegenkultur
ein Gesicht gab und die sich über Jahre hinweg als die vitalste Quelle der
Popmusik erwiesen hat.
weitere Bewegungen die neben der
Hippiebewegung dort entstanden waren;
- die radikale Black-Power-Bewegung, die
sich selbst bewaffnete und schließlich drei Jahre später mit Waffengewalt vom
FBI zerbrochen wurde;
-Indianerbewegung, die mit einer
Besetzungsaktion das Eiland (Alcatraz), jahrzehntelang ein Zuchthaus,
für sich zurückforderte;
-Nest der Schwulenbewegung, aus der sogar
ein Stadtrat, der 1978 ermordete Harvey Milk, hervorgegangen ist.
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Die Hippiebewegung besaß eine
Vorgeschichte, die auf eine literarische Avantgarde zurückging und deren
Vorreiter sich vorübergehend in San Francisco ansiedelten. Gemeint sind die
Schriftsteller der Beat Generation mit ihren drei Ikonen Jack Kerouac, Allen
Ginsberg und William Burroughs.
Grafiken wurden automatisiert entfernt Entstanden war die Kerngruppe in New York an der Columbia
University, wo sich die drei 1943 kennen lernten. Ein Freund Kerouacs hatte
1952 in einem Aufsatz die aus dem Zweiten Weltkrieg als Sieger zurückgekehrten
GIs als „the beaten generation“, die geschlagene Generation,
bezeichnet.
Was Burroughs, Kerouac und Ginsberg im Kontext ihres Schreibens
entwickelt hatten, wurde von ihnen an Jüngere weitergegeben. Es waren vor allem
vier Grundelemente, die sie in ihren Experimenten hervorgehoben hatten und die
in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre eine zentrale Rolle spielen sollten:
1.
die Geringschätzung materieller Werte und
die Bevorzugung des Abenteuers, des geistig-intellektuellen ebenso wie des
körperlich-sinnlichen, gegenüber allen Sicherheitsversprechungen einer
bürgerlichen Existenz;
2.
die Praktizierung einer triebgesteuerten
Sexualität („freie Liebe“) jenseits gesellschaftlicher Normen;
3.
die Erweiterung des Bewusstseins mit Hilfe von
Drogen;
4.
die Entdeckung einer neuen religiösen
Zugehörigkeit. Sie waren nicht mehr vom Christentum, sondern von Buddhismus und
Taoismus inspiriert.
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Die Beatniks bezeichneten nun die jungen
Leute, die zu Beginn der Sechzigerjahre in ihren Augen kaum anderes im Kopf zu
haben schienen als an Drogen heranzukommen, um sich damit in einen künstlichen
Paradieszustand zu versetzen, als junior grade hipsters,
Nachwuchshipster, kurz: Hippies.
Damit hatten sie zugleich eine
Bezeichnung gewonnen, mit der sie zwei Gruppen von Jugendlichen unterscheiden
konnten. Die Anhänger des Rock 'n' Roll von denen der Folksongs, kurz die Folkies.
Und die Anhänger der Rockmusik, kurz Hippies.
Die Hippies begannen bald damit, diese
Bezeichnung selbst im positiven Sinn zu verwenden. Ein ehemaliger Bewohner der
Hippieszene von Haight Ashbury beantwortete zwanzig Jahre nach deren Auflösung
die Frage, was unverwechselbar an der Einstellung der Hippies gewesen
sei, mit der Feststellung, sie hätten eine Haltung an den Tag gelegt, die man
als eine expansiv theatralische Attitüde "of being cool enough to have
fun" - etwa: locker genug, um Spaß zu haben - bezeichnen könne.
Grafiken wurden automatisiert entfernt III. Die Hippiebewegung in San Franciscos
Haight-Ashbury (1965-67)
Nachdem die begüterten, dort ursprünglich
lebenden Bewohner vor dem stärker werdenden Autoverkehr aus der Stadt geflohen
waren und sich in den Vororten niedergelassen hatten, waren dort Studenten aus
der San Francisco State University und Menschen verschiedenster ethnischer
Gruppierungen eingezogen: Mexikaner, Chinesen, Russen und Schwarze. Das war
also der Grundstein der für die weitere Entwicklung ausschlaggebend war.
Eine Gruppe junger kreativen Menschen
begann zusammen große Happenings zu praktizierten.
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