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Jesus, der Lehrer .doc

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University, School
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DER LEHRER 5./6. Schuljahr, S. 137-144

DIE LEHRER ISRAELS

Jesus ist nicht der erste Lehrer Israels. Es gibt bereits viele vor ihm, die man „Propheten“ nennt. Sie haben nichts erforscht oder ergrübelt- sie haben ihre Erkenntnis „innen“, in ihrem Herzen.

Unter den Christen hörte Jesus auf ein Lehrer unter vielen zu sein, da er „das Wort Gottes“ war: Er wurde der Lehrer. Deshalb mussten sie sich von den Juden trennen.

WAS HEISST „WORT GOTTES“?

Wir können füreinander ein Wort Gottes sein. Ein Verunglückter auf der Straße, der nicht mehr sprechen kann, ist schweigend ein Wort Gottes an die Passanten.

Ein Prophet, der die Wahrheit nicht selbst findet, sondern von der Wahrheit gefunden wird, verkündet das Wort Gottes.

Jesus ist nicht nur der Lehrer sondern auch das Wort Gottes. Wir sehen Jesus als das Wort Gottes, weil wir uns in seiner Person, in seinem Leben und in seinen Worten von Gott erreicht sehen.

DER RABBI AUS NAZARET

Jesus wurde immer mit dem Ehrentitel „Rabbi“ angesprochen, das heißt „Lehrer“. Dieser Titel wird nicht verliehen, sondern es zeigt, dass Jesus aufgrund seiner jüdischen Bildung und der Überzeugungskraft seiner Lebensführung vom jüdischen Volk, den Schriftgelehrten und den Pharisäern anerkannt wurde.

Jesus sprach lebendig und anstoßend, in Bildern und Gleichnissen.

Er ergriff auch gerne im Gottesdienst der Synagoge das Wort und übernahm die Schriftauslegung.

 

DIE BERGPREDIGT

Der Lehrer Jesus von Nazaret begegnet uns vor allem in der Bergpredigt (Mt. 5-7).

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-          Ein sehr großer Teil des Stoffes stammt aus einer (später verloren gegangenen) Sammlung von Jesus-Worten, der Q-Quelle, die Matthäus benutzen konnte.

-          Ein weiterer Teil dürfte Überlieferung jener Gemeinde sein, zu der Matthäus gehörte.

-          Einige Stücke stammen aus dem Markus-Evangelium.

Matthäus hat das Material verschiedener Überlieferungen nach Themengruppen geordnet. Der Name Bergpredigt ist dieser Textsammlung erst später gegeben worden.

Es heißt, die Bergpredigt sei das „Programm“ Jesu, das „Herzstück“ des Christentums, aber auch der umstrittenste Text des ganzen Neuen Testaments.

Die Meinungen über die Bergpredigt gehen stark auseinander:

PRO

  • Wenn die Bergpredigt unser Leben bestimmt, wird das Leben menschlich.

 

  • Die Bergpredigt gilt für alle Christen und ist „der Weg zum Leben“.

 

 

  • Private und politische Gewalt hängen zusammen. Erst wenn die Bergpredigt im öffentlichen Leben ernst genommen wird, wird die Erde friedvoll.

CONTRA

  • Die Bergpredigt ist nicht wörtlich zu nehmen, weil das sonst zu unhaltbaren Zuständen führen würde.
  • Die Bergpredigt ist im Alltag nicht realisierbar und gilt nur für besonders engagierte Christen, wie Mönche und Heilige.
  • Die Bergpredigt gilt nicht für das öffentliche Leben. Man kann mit ihr keine Politik machen.

Die Bergpredigt ist auch für die Kirche eine unbequeme Lehre Jesu und so gehen auch im Kirchenvolk die Meinungen darüber auseinander.

ERSTE ZWICKFRAGE: WER KANN GEWALTLOS LEBEN?

Ein Häftling eines sowjetischen Straflagers sagte einmal nach seiner Befreiung, dass die Bergpredigt nur in geordneten Verhältnis möglich ist, in Straflagern sind die Forderungen jedoch unerträglich.

 

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Dieser auserwählten Israeliten sollen eine Gemeinschaft bilden, in der man anders lebt und miteinander umgeht, als dies sonst in der Welt üblich ist. Dann kann man die Bergpredigt leben, da man von der Gemeinschaft unterstützt wird. Aber unsere Gemeinden, unsere Kirchen heute sind noch nicht so.

Mahatma Gandhi (1869-1948) übernahm Jesu Forderung nach Gewaltlosigkeit für sich und den indischen Befreiungskampf. Er sagte den Menschen immer wieder, sie sollen jede Bosheit ruhig hinnehmen und gewaltlos handeln.

ZWEITE ZWICKFRAGE: WO WERDEN DIE >>SCHWERTER ZU PFLUGSCHAREN<<?

Forderung nach Gewaltlosigkeit in der Bibel: „Du sollst nicht töten!“ (10 Gebote), „Liebt eure Feinde!“ (Mt 5,44)

Um 150 schreibt Justin: Man darf auf keinem Fall lügen- selbst dann nicht, wenn es den Tod bedeutet.

In einer Rechtssammlung der Alten Kirche steht, dass man nicht Soldat sein und als solcher töten darf- denn dann wird man als Taufbewerber abgewiesen, weil man Gott verachtet.

Justin glaubte damals, dass in den Gemeinden der Friede erfüllt wird. Der Bruch der Friedensliebe kam mit dem Übergang von der Gemeindekirche zur Reichskirche, also mit der Konstantinischen Wende. Damals trat der Kaiser und mit ihm der auf Macht und Gewalt gestützte Staatsapparat in ein Bündnis mit der Kirche ein.

Seitdem breitete sich der universale Friede nicht mehr allein durch Gewaltlosigkeit aus, sondern durch militärische Gewalt.

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