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22.04.09 Die Reformation - Vier Grundprobleme ziehen sich durch jede Epoche der Kirchengeschichte 1. Was ist Kirche? 2. Verhältnis von Kirche und Staat 3. Was ist Theologie? 4. Verhältnis von Chris
Jesus ist nicht der erste Lehrer Israels. Es gibt bereits
viele vor ihm, die man Propheten nennt. Sie haben nichts erforscht oder
ergrübelt- sie haben ihre Erkenntnis innen, in ihrem Herzen.
Unter den Christen hörte Jesus auf ein Lehrer unter vielen
zu sein, da er das Wort Gottes war: Er wurde der Lehrer. Deshalb
mussten sie sich von den Juden trennen.
WAS HEISST WORT GOTTES?
Wir können füreinander ein Wort Gottes sein. Ein
Verunglückter auf der Straße, der nicht mehr sprechen kann, ist schweigend ein
Wort Gottes an die Passanten.
Ein Prophet, der die Wahrheit nicht selbst findet, sondern
von der Wahrheit gefunden wird, verkündet das Wort Gottes.
Jesus ist nicht nur der Lehrer sondern auch das
Wort Gottes. Wir sehen Jesus als das Wort Gottes, weil wir uns in seiner
Person, in seinem Leben und in seinen Worten von Gott erreicht sehen.
DER RABBI AUS NAZARET
Jesus wurde immer mit dem Ehrentitel Rabbi angesprochen,
das heißt Lehrer. Dieser Titel wird nicht verliehen, sondern es zeigt, dass
Jesus aufgrund seiner jüdischen Bildung und der Überzeugungskraft seiner
Lebensführung vom jüdischen Volk, den Schriftgelehrten und den Pharisäern
anerkannt wurde.
Jesus sprach lebendig und anstoßend, in Bildern und
Gleichnissen.
Er ergriff auch gerne im Gottesdienst der Synagoge das Wort
und übernahm die Schriftauslegung.
DIE BERGPREDIGT
Der Lehrer Jesus von Nazaret begegnet uns vor allem in der
Bergpredigt (Mt. 5-7).
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-Ein sehr großer Teil des Stoffes stammt aus einer (später
verloren gegangenen) Sammlung von Jesus-Worten, der Q-Quelle, die Matthäus
benutzen konnte.
-Ein weiterer Teil dürfte Überlieferung jener Gemeinde sein, zu
der Matthäus gehörte.
-Einige Stücke stammen aus dem Markus-Evangelium.
Matthäus hat das Material verschiedener Überlieferungen nach
Themengruppen geordnet. Der Name Bergpredigt ist dieser Textsammlung erst
später gegeben worden.
Es heißt, die Bergpredigt sei das Programm Jesu, das
Herzstück des Christentums, aber auch der umstrittenste Text des ganzen Neuen
Testaments.
Die Meinungen über die Bergpredigt gehen stark auseinander:
Die Bergpredigt ist auch für die Kirche eine unbequeme Lehre
Jesu und so gehen auch im Kirchenvolk die Meinungen darüber auseinander.
ERSTE ZWICKFRAGE: WER KANN GEWALTLOS LEBEN?
Ein Häftling eines sowjetischen Straflagers sagte einmal
nach seiner Befreiung, dass die Bergpredigt nur in geordneten Verhältnis
möglich ist, in Straflagern sind die Forderungen jedoch unerträglich.
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Dieser auserwählten Israeliten sollen eine Gemeinschaft
bilden, in der man anders lebt und miteinander umgeht, als dies sonst in der
Welt üblich ist. Dann kann man die Bergpredigt leben, da man von der
Gemeinschaft unterstützt wird. Aber unsere Gemeinden, unsere Kirchen heute sind
noch nicht so.
Mahatma Gandhi (1869-1948) übernahm Jesu Forderung nach
Gewaltlosigkeit für sich und den indischen Befreiungskampf. Er sagte den
Menschen immer wieder, sie sollen jede Bosheit ruhig hinnehmen und gewaltlos
handeln.
ZWEITE ZWICKFRAGE: WO WERDEN DIE >>SCHWERTER ZU
PFLUGSCHAREN<<?
Forderung nach Gewaltlosigkeit in der Bibel: Du sollst
nicht töten! (10 Gebote), Liebt eure Feinde! (Mt 5,44)
Um 150 schreibt Justin: Man darf auf keinem Fall lügen-
selbst dann nicht, wenn es den Tod bedeutet.
In einer Rechtssammlung der Alten Kirche steht, dass man nicht
Soldat sein und als solcher töten darf- denn dann wird man als Taufbewerber
abgewiesen, weil man Gott verachtet.
Justin glaubte damals, dass in den Gemeinden der Friede
erfüllt wird. Der Bruch der Friedensliebe kam mit dem Übergang von der
Gemeindekirche zur Reichskirche, also mit der Konstantinischen Wende. Damals
trat der Kaiser und mit ihm der auf Macht und Gewalt gestützte Staatsapparat in
ein Bündnis mit der Kirche ein.
Seitdem breitete sich der universale Friede
nicht mehr allein durch Gewaltlosigkeit aus, sondern durch militärische Gewalt.
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