Der
Jesuitenorden im 20. Jahrhundert
Obwohl
der Orden im 20. Jahrhundert, besonders nach dem Ersten Weltkrieg, einen
Aufschwung erfuhr, erlebte er in verschiedenen Teilen der Welt Verfolgung und
Vertreibung. Dies gilt einerseits für die kommunistischen Staaten wie die
Sowjetunion. Auch in Mexiko kam es zu blutigen Verfolgungen oder in Spanien in
der Bürgerkriegszeit, wo sich der Kampf der Linken auch gegen die Jesuiten richtete.
Wenn
auch im Dritten Reich trotz zeitweiliger Versuche, sich mit der Regierungsform
zu arrangieren, die Resistenz der katholischen Kirche relativ groß war und der
Kirchenkampf seit der Enzyklika ,,Mit Brennender Sorge" von 1937 immer
schärfer wurde, so stellten gerade Rupert Mayer Alfred Delp, Augustin Rösch
eindrucksvolle Vertreter kirchlichen Widerstandes.
Die Entwicklung
im 20. Jahrhundert
Letztlich
ging es dabei nicht nur um moderne kritische Methoden der Theologie, sondern um
das seit der Aufklärung brennende Problem, wie die fortschreitenden
Erkenntnisse der Naturwissenschaften, der Geschichtswissenschaft und
Philosophie mit der Offenbarungsreligion und dem biblischen Weltverständnis in
Einklang zu bringen seien.
Da
manche Jesuiten sich für neue Wissenschaftsströmungen offen zeigten, gaben sie
bald geistige Anstöße.
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Naturwissenschaftler und Theologen Pierre Teilhard de Chardin oder an
Sozialwissenschaftler Oswald von Nell-Breuning. Während Mitglieder der
Gesellschaft Jesu entscheidend dazu beitrugen, in der Theologie, das
Traditionsmonopol
der
herrschenden katholischen Schultheologie des 19. Jahrhunderts" aufzuheben,
öffneten
sich
Jesuiten der zeitgenössischen Philosophie und gaben Anregungen für eine
Verknüpfung von biblischem Schöpfungsverständnis und Evolutionslehre. Im
Bereich der Sozialwissenschaften vertiefte Oswald von Nell-Breuning
die Ansätze der katholischen
Soziallehre und übten einen
wichtigen Einfluss auf das politische Leben aus.
So
haben Jesuiten durch ihre Anstöße, die dann nach dem Zweiten Weltkrieg
besondere Beachtung fanden, sei es im Bereich der ökumenischen Bewegung, der
Spiritualität und der liturgischen Bewegung, das Zweite Vatikanische Konzil
(1962-1965) stark beeinflusst und mitgeprägt. Dies gilt vor allem auch für die
dort vollzogene verstärkte Öffnung der katholischen Kirche für die Probleme der
modernen Gesellschaft, die größere Sensibilität für Fragen der Menschenrechte und
des Fortschritts.
Spuren des Ordens in der heutigen
Spiritualität, Kunst und Geschichte
Jesuiten
in Österreich
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in Wien und Graz in diözesanen Einrichtungen (Exerzitienreferat,
Ordensvikariat, Priesterseminar, Gefängnisseelsorge, Hochschulseelsorge und
Pfarrseelsorge). Seit 1786 ist der als Pfarr- und Residenzkirche des deutschen
Königs und römischen Kaisers Friedrich III. erbaute Grazer Dom Kathedrale der
Diözese Graz-Seckau. Friedrich III. ließ 1438 die 1147 erstmals urkundlich
erwähnte Pfarrkirche St. Ägyd vollkommen neu bauen und durch einen Gang mit der
kaiserlichen Burg verbinden. Als Baumeister dieser 1464 vollendeten Kirche wird
der Schwabe Hans Niesenberger vermutet. Erzherzog Karl II. übergab 1577 die
Ägydiuskirche dem zur Durchführung der Gegenreformation in die Steiermark
gerufenen Jesuitenorden als Kollegiums- und Universitätskirche. In der
Jesuitenzeit erhielt die spätgotische Hallenkirche eine prächtige
Barockausstattung.
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