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J.W. von Goethe: Iphigenie auf Tauris (III. Aufzug, 3. Auftritt) .docx

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J.W. von Goethe: Iphigenie auf Tauris (III. Aufzug, 3. Auftritt)

Gliederung:

A. Einleitung

1.    Informationen über Autor, Titel, Textgattung etc..

B. Hauptteil

1.    Einbettung in den Gesamtkontext

2.    Untersuchung der Dialogführung

2.1. Inhalt und Aufbau

2.2 Veränderungen in der Verfassung der Figuren

2.3 sprachliche Mittel

3.    Interpretation

??

C. Schluss

1. Wirkung und Funktion des Ausschnitts innerhalb des Dramas

2. Abweichung der typischen Dramenform

Bei J.W. von Goethes Iphigenie auf Tauris handelt es sich um ein klassisches Drama mit einer geschlossenen Handlung, welche sich in 5 Akte unterteilt und die Einheit von Ort, Zeit und Handlung erfüllt. Der grundlegende Konflikt des Dramas besteht aus Iphigenies Verlangen, in ihre Heimat Griechenland zurückzukehren und Thoas‛ Wunsch, Iphigenie zu heiraten.

Goethe orientiert sich bei seinem Drama stark an dem Vorbild der Antike und deren Idealen wie Humanität und dem Streben nach Vollkommenheit.

Im folgenden werde ich nun die dritte Szene des dritten Aktes analysieren.

Die Szene befindet sich in der Peripetie bzw. dem Höhe- und Wendepunkt des Dramas. Orest und dessen Freund Pylades, welche nach Tauris geschickt worden sind, um Orest’s Schwester zu holen und sich somit von dem, auf Orest lastenden Tantalidenfluch zu befreien, sind soeben auf der Insel angekommen und wurden zugleich gefangen genommen.

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Er hat sich mit seinem Schicksal bereits abgefunden und sinkt in einen Heilschlaf. Während Iphigenie verschwindet um Pylades um Hilfe zu bitten, erwacht Orest wieder, im Glauben, er sei tot.

Die darauffolgende dritte Szene besteht aus einem Dialog zwischen Iphigenie, Orest und Pylades. Iphigenie ist inzwischen mit Pylades zu Orest zurückgekehrt. Dieser jedoch glaubt immer noch, dass er im Totenreich sei und dass Iphigenie und Pylades nun auch dort angekommen sind (v. 1310).

Iphigenie fleht die Göttin Diane an, Orest von seinen Wahnvorstellungen zu befreien und von seinem Fluch zu erlösen (v.1330). Pylades bringt Orest wieder zur Vernunft und macht ihm klar, dass er noch am Leben ist. Diane erhört Iphigenies Gebet und Orest wird von dem Fluch befreit (v.1358). Währenddessen macht sich Pylades schon Gedanken über ihren Fluchtplan und drängt auf „schnellen Rat und Schluss“ (v.1368).

Nachdem Orest nun geheilt ist und der Fluchtplan schon vorbereitet ist, befindet sich Iphigenie in einem Dilemma. Sie will Orest und Pylades zur Flucht verhelfen und sie vor der Opfergabe bewahren, was jedoch zugleich bedeuten würde, den König Thoas durch eine Intrige täuschen zu müssen. Iphigenie steht nun in einem moralischen Konflikt, da sie nicht weiß, wie sie richtig handeln soll.

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Orest denkt, dass die Aufhebung des Fluchs nur im Tode möglich sei und ist daher froh, nun endlich erlöst zu sein. Als er Iphigenie und Pylades sieht, denkt Orest zunächst, dass diese nun auch im Totenreich angekommen seien. Er wird durch die beiden jedoch besinnt, worauf sich der Fluch löst und er von den Rachegöttinnen befreit wird.(v 1358 f.).

Plötzlich tritt Orest sehr euphorisch auf und ist voller Lebenslust und Tatendrang (1364). Seine Verfassung verkehrt sich also nach der Befreiung des Fluchs komplett ins Gegenteil. Nachdem er sich bereits aufgegeben hat und sich mit seinem Schicksal abgefunden hat, schöpft er nun neue Hoffnung und ist voller Dankbarkeit (1357).

Auf sprachlicher Ebene wird die Sonderstellung Iphigenies besonders deutlich. Sie verkörpert durch ihr humanes Handeln das ideale Menschenbild und zeichnet sich von den anderen Protagonisten vor allem durch ihren gehobenen Sprachgebrauch und ihr Geschick, Konflikte gewaltfrei, durch Redegewandtheit und Vernunft zu lösen, ab.

Speziell auf die dritte Szene im dritten Akt bezogen, fällt der große Redeanteil Orest’s auf, durch den seine Mittelpunktstellung in dieser Szene verdeutlicht wird. Bei den rhetorischen Stilmitteln bedient sich Goethe vor allem an Inversionen (v.1314) „Dich, armer Freund, muss ich bedauern“ ; (v.1358 f.) „Es löset sich der Fluch, mir sagt’s das Herz.“ „Die Eumeniden ziehn, ich höre sie,..“.

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Pylades, der sich Gedanken über die Rückkehr macht, verwendet ebenfalls eine Metapher, um dies auszudrücken „Und unsre Rückkehr hängt an zarten Fäden, Die scheint es, eine günst’ge Parze spinnt.“ (v. 1339 f.).Des weiteren verwendet Goethe Anaphern „Kommt mit! Kommt mit!...“ (v.1315) sowie Chiasmen „.. willst du mir durch ihn Und ihm durch mich..“ (v.1328 f.), um die Verse interessant wirken zu lassen.

- Interpretation ? -

Die Szene ist sehr bedeutend für den weiteren Verlauf des Dramas, da Orest nun von dem Tantalidenfluch befreit ist. Somit macht es für ihn wieder Sinn zu fliehen, nachdem er sich bereits mit seinem Opfertod abgefunden hat.

Der Fluchtplan bringt Iphigenie jedoch in einen unlösbaren inneren Konflikt. Einerseits fühlt sie sich verpflichtet, Orest und Pylades bei ihrer Flucht zu helfen und sie somit vor dem Opfertod zu bewahren. Andererseits müsste sie dazu den König Thoas, der ihr Schutz und Zuflucht geboten hat, hintergehen und durch eine Intrige täuschen, wovon sie sich deutlich distanziert.

Letztendlich

beschließt Iphigenie, Thoas über den Fluchtplan aufzuklären, in der Hoffnung, den Konflikt gewaltfrei und durch Vernunft lösen zu können, indem sie an Thoas‛ Humanität appelliert. Thoas lässt sich von Iphigenie schließlich überzeugen und erlaubt Iphigenie, Orest und Pylades nach Griechenland zurückzukehren.

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Die Kommunikation ersetzt hierbei die Waffen und das Ideal nach Vollkommenheit und Humanität wird somit erfüllt.

Jürgen Deppner

Q11-2


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