Linearanalyse
4. Aufzug 3. Auftritt
Im Jahr 1779
erschien das Drama Iphigenie auf Tauris , geschrieben von dem deutschen
Dichter Johann Wolfgang von Goethe, in dem thematisch der Wunsch Iphigenies,
Tauris zu verlassen, behandelt wird. Iphigenie wurde vor ihrer vom Vater
angeordneten Opferzeremonie von der Göttin Diana gerettet und in das
Himmelreich gebracht.
Dort verrichtet Iphigenie ihre Dienste am Tempel und
beeinflusst den König zur Abschaffung der Fremdenopferung. Trotz des relativ
guten Lebens auf Tauris hat Iphigenie den Wunsch zurück in ihr Heimatland
Griechenland zurückzukehren. In dem Dramenausschnitt, 4 Aufzug 3 Auftritt,
führt Iphigenie einen Monolog. Sie stellt den Fluchtplan von ihrem Bruder Orest
und dessen Freund Pylades in Frage und denkt über ihre eigene Meinung zu den
Umständen die der Plan mit sich bringt. Dieser Prozess des Nachdenkens ist eine
Folge aus dem Gespräch mit dem Boten des Königs. Der Bote dräng Iphigenie dazu
ihren Bruder Orest, der auf mit Pylades auf Tauris gekommen ist um eine Statue
der Göttin Dianas zu klauen, zu opfern.
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bewusst wie sie sich beeinflussen lässt. In dem ersten Teil des Monologs von
Zeile 1503 1523 beschreibt sie wie sie sich von ihrem Bruder zu der
Ausführung des Plans hinleiten lassen hat. Im zweiten Teil von Zeile 1523
1526 sieht sie ein, dass sie den Worten des Boten, ihre Pflichten auf Tauris zu
erfüllen und zu bleiben, folgen sollte.
In den letzten Zeilen des Monologs wird
ihr klar, wie ihre Seele und ihr Gewissen zwischen den beiden Möglichkeiten und
der damit sich folgenden Konsequenten schwanken und zweifeln. Iphigenie
beschreibt den Vorgang wie sie sich beeinflussen lassen hat und vergleicht ihn
mit den Strömungen des Meeres. Da es ihr größter Wunsch ist, zurück nach
Griechenland zu kehren, brach in ihrem Inneren ein Freudenstrom ( Z. 1519 )
aus. Diesen Strom vergleicht sie mit der schnell ansteigenden Strömung die
alles bedeckt Denn wie die Flut mit schnellen Strömen wachsend Die Felsen
überspült, die in dem Sand Am Ufer liegen: so bedeckte ganz Ein Freudenstrom
mein Innerstes (Z. 1506 1509).
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deutlich, wie sie sehr sie den Drang hat Tauris zu verlassen Und wie den
Klippen einer wüsten Insel Der Schiffer gern den Rücken wendet und dass sie
innerlich schon auf dem Heimweg war, als sie von dem Plan erfährt so Lag
Tauris hinter mir.. Die plötzliche Erkenntnis Iphigenies wird sprachlich durch
Sätze wie Auf einmal umgewendet. Ich erschrecke. (Z. 1505) und Nun hat die
Stimme des treuen Mannes mich wieder aufgeweckt (Z.1522) verdeutlicht.
Unteranderem sieht Iphigenie die Konsequenzen ihres Handels. Jede der beiden
Möglichkeiten hat ihre Nachteile. Wenn Iphigenie in Tauris bleibt, verrät sie
nicht nur ihre Familie, sondern verspielt sie die letzte Möglichkeit ihren
Wunsch von der Rückkehr nach Griechenland zu verwirklichen. Andrerseits muss
sie bei einer Flucht auf den Rückhalt der Göttin Diana, welche ihr das Leben
gerettet hat, verzichten und bricht ihre eigenen Prinzipien. Im letzten Teil
des Auszugs besinnt sich Iphigenie. Dieser innere Vorgang wird durch die Worte
O bleibe ruhig, meine Seele (Z. 1526) eingeleitet. Sie bemerkt wie unsicher
sie sich in der ganzen Sache ist und erkennt wie schnell man sich selbst und
die eigenen Prinzipien verliert Und bang verkennst du die Welt und dich..In
dem gesamten Auftritt werden rhetorische Mittel verwendet, von denen der
Vergleich der Gedanken Iphigenies mit den Strömungen des Meeres sehr auffallend
ist.
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Besinnung siegt die reine Seele und sie unterrichtet Thoas von der
Verwandtschaft mit Orest und dem Wunsch von einer Rückkehr nach Griechenland.
Jan
Blaskowski
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