Linearanalyse
4. Aufzug 3. Auftritt
Im Jahr 1779
erschien das Drama „Iphigenie auf Tauris“ , geschrieben von dem deutschen
Dichter Johann Wolfgang von Goethe, in dem thematisch der Wunsch Iphigenies,
Tauris zu verlassen, behandelt wird. Iphigenie wurde vor ihrer vom Vater
angeordneten Opferzeremonie von der Göttin Diana gerettet und in das
Himmelreich gebracht. Dort verrichtet Iphigenie ihre Dienste am Tempel und
beeinflusst den König zur Abschaffung der Fremdenopferung. Trotz des relativ
guten Lebens auf Tauris hat Iphigenie den Wunsch zurück in ihr Heimatland
Griechenland zurückzukehren. In dem Dramenausschnitt, 4 Aufzug 3 Auftritt,
führt Iphigenie einen Monolog.
Sie stellt den Fluchtplan von ihrem Bruder Orest
und dessen Freund Pylades in Frage und denkt über ihre eigene Meinung zu den
Umständen die der Plan mit sich bringt. Dieser Prozess des Nachdenkens ist eine
Folge aus dem Gespräch mit dem Boten des Königs. Der Bote dräng Iphigenie dazu
ihren Bruder Orest, der auf mit Pylades auf Tauris gekommen ist um eine Statue
der Göttin Dianas zu klauen, zu opfern. Iphigenie hält den Boten mit der
Begründung einige Vorbereitungen noch zu tätigen hin und verzögert somit die
Opferung. Bevor der Bote geht, erinnert er Iphigenie an ihre Pflichten. Nach
Iphigenies Monolog beeinflusst Pylades sie zur Einhaltung des Planes. Erstmals
äußert Iphigenie ihre Zweifel am Plan, jedoch hat sie gegen Pylades
Überzeugungskunst geringe Chancen.
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ihr klar, wie ihre Seele und ihr Gewissen zwischen den beiden Möglichkeiten und
der damit sich folgenden Konsequenten schwanken und zweifeln. Iphigenie
beschreibt den Vorgang wie sie sich beeinflussen lassen hat und vergleicht ihn
mit den Strömungen des Meeres.
Da es ihr größter Wunsch ist, zurück nach
Griechenland zu kehren, brach in ihrem Inneren „ein Freudenstrom“ ( Z. 1519 )
aus. Diesen Strom vergleicht sie mit der schnell ansteigenden Strömung die
alles bedeckt „Denn wie die Flut mit schnellen Strömen wachsend Die Felsen
überspült, die in dem Sand Am Ufer liegen: so bedeckte ganz Ein Freudenstrom
mein Innerstes“ (Z. 1506 – 1509). Iphigenie erkennt, wie sie blind den Worten
Pylades gefolgt ist „nur sie zu retten“ (Z.1519) ohne an die Göttin Diana zu
denken, der sie es zu Verdanken hat nicht geopfert worden zu sein und an deren
Palast sie ihre Pflichten zu erfüllen hat. Ihre Gedanken in Bezug auf die
Flucht umschreibt sie ein weiteres Mal mit dem Meer. In Zeile 1520 wird
deutlich, wie sie sehr sie den Drang hat Tauris zu verlassen „Und wie den
Klippen einer wüsten Insel Der Schiffer gern den Rücken wendet“ und dass sie
innerlich schon auf dem Heimweg war, als sie von dem Plan erfährt „so Lag
Tauris hinter mir.“. Die plötzliche Erkenntnis Iphigenies wird sprachlich durch
Sätze wie „Auf einmal umgewendet.
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sie bei einer Flucht auf den Rückhalt der Göttin Diana, welche ihr das Leben
gerettet hat, verzichten und bricht ihre eigenen Prinzipien. Im letzten Teil
des Auszugs besinnt sich Iphigenie. Dieser innere Vorgang wird durch die Worte
„ O bleibe ruhig, meine Seele“ (Z. 1526) eingeleitet. Sie bemerkt wie unsicher
sie sich in der ganzen Sache ist und erkennt wie schnell man sich selbst und
die eigenen Prinzipien verliert „ Und bang verkennst du die Welt und dich.“.In
dem gesamten Auftritt werden rhetorische Mittel verwendet, von denen der
Vergleich der Gedanken Iphigenies mit den Strömungen des Meeres sehr auffallend
ist. Der Monolog und das innerliche Wachrütteln haben zu Folge, dass sie im
nächsten Auftritt offen ihre Bedenken und Zweifel an dem Plan gegenüber Pylades
äußert. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Auftritt eine große Bedeutung
für das weitere Handeln Iphigenies und dem Ausgang des Dramas hat. Durch ihre
Besinnung siegt die „reine Seele“ und sie unterrichtet Thoas von der
Verwandtschaft mit Orest und dem Wunsch von einer Rückkehr nach Griechenland.
Jan
Blaskowski
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