Iphigenie auf
Tauris
1. Aufzug, 3.
Auftritt Analyse
In dem Auszug aus dem Drama
Iphigenie auf Tauris (1. Aufzug, 4. Auftritt), von Johann Wolfgang von
Goethe, wird der Konflikt zwischen Iphigenie und Thoas, welcher Iphigenie als Braut
haben möchte, deutlicher.
Iphigenie lehnt diesen Antrag
Thoas ab, da sie Sehnsucht nach ihrer Heimat und ihrer Familie hat doch droht
Thoas die Menschenopfer wieder einzuführen.
Vor diesem Auszug wird die
Herkunft Iphigenies und deren Geschichte aufgedeckt. Diese wurde von der Göttin
Diane vor einer Opferung gerettet und in Dianes Tempel gebracht um dort als
Priesterin zu dienen. Iphigenie bittet nach dem Konflikt mit Thoas die Göttin
erneut, dass sie unschuldige Blutopfer verschont.
Ein großes Thema in diesem Auszug
ist der Antrag und das Werben Thoas um Iphigenie.
So
wiederholt Thoas seinen ersten Antrag, obwohl er die Herkunft und Geschichte
Iphigenies nun gehört hat (Vgl. V.435+436). Doch Iphigenie lehnt erneut ab,
zwar mit einer Art Verehrung: Wie darf ich solchen Schritt, o König,
wagen? (V. 437) und bezieht sich nun auf ihre Rolle als Priesterin indem sie
auf das alleinige Recht Dianes als Retterin bezieht (Vgl.
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sowie auch auf ihre Hoffnung, da sie hofft, dass Thoas sie gehen lassen wird. Auch
fleht sie ihn in einer Art an, da sie ihm zeigt, dass er ihr ein neues Leben
geben würde wie auch den Anderen (Vgl. V.462). Goethe benutzt in diesem Aufzug
auch rhetorische Mittel, wie die Anapher: Und
.
Und (V.464+465), um
diese Aussage Thoas zu unterstreichen und um deutlich zu machen, dass Iphigenie
nicht nur auf ihre Vernunft hören soll. Mit der Aussage: Der Überredung goldne
Zunge los. (V. 474) wird deutlich, dass Thoas Iphigenie zu vielen Sachen
überreden will mit seiner goldnen/überredungsvollen Zunge. Erneut spricht
Iphigenie mit Ehrfurcht zu Thoas: Gedenk, o König, deines edlen
Wortes! (V. 475). Zwar findet Iphigenie den Zustand der Frauen gegenüber den
Männern nicht gerecht, doch wehrt sie sich nicht und bringt Ehrfurcht auf.
Durch die Ellipse, die viel Goethe viel verwendet, werden viele Verse erst
durch den folgenden Vers verständlich und deutlich wie auch:
aber nicht (V.
483).
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den folgenden Versen klar, dass Thoas nicht nur friedlich und nett ist, da er
nun ungeduldig und sauer wird (Vgl. 493-501). So spricht er auch in einer Art
Ironie zu ihr: Die Priesterin vernimmt sie wohl alle? (V. 497). Durch die
Abweisung Iphigenies gegenüber Thoas, will er nun die alten Opfer nicht mehr
verschonen (Vgl. V.506-510). Er gibt nun auch Iphigenie die Schuld daran, dass
er das Murren seines Volkes (Vgl.517) nicht wahrgenommen hat und nun der Menge
das vorenthaltende Opfer geben muss (Vgl. 521). Iphigenie macht jedoch Thoas
deutlich, dass Diane Iphigenies Dienst willkommener war als ihr Tod (Vgl. 527).
Mit Tu deine Pflichten, ich werde meine tun (V. 531) beendet Thoas das Gespräch
und macht noch einmal deutlich, dass er über die: zwei Fremden
[Orest+Pylades] (V. 532) entscheiden wird und somit in deiner Hand sind (Vgl.
534). In dem Auszug werden viele Ellipsen benutz wodurch der Text flüssiger
wird. Auch kann man einen schematischen Aufbau des klassischen Dramas erkennen.
So ist der Auszug Teil der Exposition und verdeutlicht so den Konflikt zwischen
Iphigenie und Thoas. Zudem wird die Person und der Charakter Thoas und
Iphigenies klarer.
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