Interpretation zu
„Ehepaar Dortwang“
In der
Kurzgeschichte „Porträt Nr. 5 Ehepaar Dortwang“ von Brigitte Kronauer aus dem
Jahre 1997 geht es um einen Mann, der in seiner Ehe von seiner Frau unterdrückt
wird und sich dem eines Tages widersetzt, indem er sich einer jüngeren Frau
zuwendet und seine Ehefrau von einer Minute auf die andere verlässt.
Zu Beginn der
Ehe scheinen die beiden noch sehr glücklich, aber Probleme werden nie
besprochen, und es wirkt nur so, als ob alles gut liefe. Doch dann kommt der Mann
hinter seiner Maske hervor und verschwindet urplötzlich, „als hätte er es
irgendwo gelesen“ (Z. 109/110).
Niemand hatte das von ihm erwartet oder erahnt,
vor allem nicht seine Frau.
Meiner Meinung
nach will die Erzählerin einfach eine Geschichte erzählen, mit eigenen
Charakteren und einem ausführlichen Hintergrund, doch zeigt sie dabei auch, wie
wichtig die Grundsätze „miteinander reden“ und „sich gegenseitig achten“.....[read full text]
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Um das
vorliegende Problem noch besser zu verstehen, erläutere ich das Beispiel
„Ehepaar Dortwang“ einmal genauer anhand der Personen:
Frau Dortwang
ist die „imponierende, energische Ehefrau“ (Z. 42), die alles bestimmt und
dirigiert, was ihr Mann tut und vor allem mit wem sie als Paar zu tun haben
(vgl. Z. 53-66). Dadurch könnte man das Bild von ihr bekommen, dass sie ihren
Ehemann überhaupt nicht liebt und nicht für voll nimmt (letzteres trifft wohl
eher zu).
Doch sie springt ihm manchmal wie „aus Hilfsbereitschaft“ (Z. 27/28)
bei oder bereitet ihm, „[um] ihn aus seinem Hang zur gelegentlichen , fast ins
Schneckenhafte spielenden Melancholie aufzuschrecken durch laute Radiomusik
oder hervorragend zubereiteten Heringssalat [herauszureißen]“ (Z. 63-66) eine
nett g.....[read full text]
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Frau Kronauer
hat sich, um das Auseinanderleben von Herrn und Frau Dortwang zu beschreiben,
den „allwissenden Erzähler“ (aus der Er-Perspektive) ausgesucht. Er kommentiert
das Geschehen und überblickt es, so dass dem Leser ein Einblick in alle Figuren
und Handlungen gegeben wird.
Ihm ist es möglich, schon zu Beginn der Geschichte
in die Zukunft zu schauen und somit das Ende eigentlich an den Anfang zu
setzen. Hier wird nämlich schon das Schrebergartenfest beschrieben, auf dem
sich die beiden „fünf Wochen nach Herrn Dortwangs Verschwinden“ (Z. 134-135)
wieder treffen und wo es die „leidenschaftlichste Verständigung ihres ganzen
zwanzigjährigen Ehelebe.....[read full text]
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