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Interpretation: Eduard Mörike - Peregrina V .doc

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Faculty
Human Science
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German
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Homework
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Universität Zürich - UZH
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2008
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Gedichtanalyse von Eduard Mörikes „Peregrina V“

Kleine Hausarbeit

In der kleinen Hausarbeit werde ich das Gedicht „Peregrina V“von Eduard Mörike analysieren. Schwerpunkt meiner Analyse liegt auf einer werkimmanenten Interpretation, bei der ich keinen Bezug auf den biografischen Hintergrund des Autors nehme. Auch eine historische Analyse habe ich weggelassen.

Stattdessen erarbeite ich mir die Deutung des Gedichts aus dem Text selbst heraus. Nach einer kurzen Einführung zum Gedicht, in der ich meine Thesen vorstelle, kommt die eigentliche Analyse, die eingeteilt ist in zwei Teile, den Aufbau des Textes (B) und die inhaltliche Analyse (C).

In der inhaltlichen Analyse wurden verschiedene Faktoren wie rhetorische Figuren, Metrik, und Sprechinstanz eingearbeitet. Für die inhaltliche Deutung setze ich immer Form und Inhalt zueinander in Beziehung. Dem lyrischen Ich und seiner Perspektive scheinen mir in diesem Gedicht eine besonders relevante Rolle zuzufallen, die auch einen grossen Teil meiner Analyse ausmacht.

A Thesen

Das Gedicht handelt von einer unglücklichen und impulsiven Liebesbeziehung vom Sprecher zu einer Frau, die er Peregrina nennt. Zuerst verlässt der Sprecher sie, dann wünscht er sie sich zurück und sie kehrt darauf tatsächlich zurück. Doch das Glück hält nicht und Peregrina verlässt ihn entgültig.

 

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These 2: Peregrinaentspricht nicht dem realen Namen der Figur, sondern drückt die Haltung des lyrischen Ichs ihr gegenüber aus, die trotz oder gerade wegen der immensen Verliebtheit, ihm eine Fremde ist.


B Aufbau des Textes

 

Bei diesem Gedicht handelt es sich um ein Sonett bestehend aus zwei Quartetten, gefolgt von zwei Terzetten4. Die Quartetten haben das Reimschema abba/abba, dies entspricht dem sogenannten Blockreim. Die Kadenzen von a sind weiblich, die von b männlich. Es folgen die


Terzetten mit dem Reimschema cdc/ecd, wobei das e, „Blick“ dem d „Glück“(Z.10) und zurück“(Z.14) einen unreinen Reim darstellen.

Das Gedicht ist in einem fünf-hebigen Jambus verfasst, mit einigen Stellen, die ich später noch genauer ausführen werde, weil dort Rhythmus und natürliche Sprechbewegung nicht harmonieren. Die formale Zäsur zwischen Quartetten und Terzetten stimmt überein mit einem inhaltlichen Kontrast zwischen diesen Abschnitten.

Während es sich bei den Quartetten um eine wehmütige Rückblende und Beschreibung der Peregrina und der Liebe handelt, tritt Peregrina in den Terzetten tatsächlich auf und das Geschehen spielt mehr in der Vergangenheit sondern im Jetzt.

 

C inhaltliche Analyse

 

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Anschliessend beschreibt das lyrische Ich „Dies edle Haupt“ (Z.3), wobei es offen lässt um wessen Haupt es sich dabei handelt. Das Demonstrativpronomen „Dies“ (Z.3) könnte sowohl auf das Haupt des lyrischen Ichs selber, auf das Haupt der personifizierten Liebe, als auch auf die Figur Peregrina verweisen.

Am wahrscheinlichsten handelt es sich um das Haupt der Liebe, die ja bereits zuvor personifiziert wurde. Personifiziert wurde sie indem sie an einen Pfahl gebunden wurde, gehen kann und das auf eine Körperlichkeit gebundene Attribut „unbeschuht“(Z.2) erhielt.

Im selben Satz spricht das lyrische Ich über eine weibliche Figur durch das Personalpronomen „sie“(Z.4) in der dritten Person. Wiederum könnte es sich dabei sowohl um die personifizierte Liebe handeln, als auch um Peregrina.

Da es hiess „Geht [...] unbeschuht“, liegt die Annahme nahe, dass sich um die Liebe handelt, diese ja ohne Schuhe geht und grosse Gefahr läuft ihre Füsse zu verletzen, (Vgl. Z.4: „Mit Tränen netzet sie der Füsse Wunden“). Ausserdem kann man nur unbeschuht seine Füsse mit Tränen benetzen.

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Durch die Distanz wirkt sie wie eine dem lyrischen Ich Fremde, wie eine „Peregrina“.

In einer Rückblende spricht das lyrische Ich im zweiten Abschnitt das erste Mal über das Mädchen Peregrina und wie bei der Liebe spricht es nicht mit ihr, sondern über sie in der dritten Person, also ebenfalls in einer Distanz zu ihr.

Im diesem Abschnitt schwelgt der Sprecher in Erinnerungen an das Schöne seiner ehemals Geliebten. Und nun setzt er Peregrina gleich mit der personifizierten, an den Pfahl gebundenen Liebe: „Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!“(Z.5), es fand Peregrina „so“, in der gleichen Verfassung, wie die Liebe auf.

Durch die Setzung der Interjektion „Ach“(Z.5), drückt das lyrische Ich seine bedrückte und traurige Einstellung ihr gegenüber aus. Inhaltlich spricht er das erste Mal von seiner Geliebten und auch metrisch ist an dieser Stelle etwas zu beobachten.

Von der natürlichen Sprechbewegung her würde „Ach“(Z.5) und auch „Schön“(Z.6) sinnvollerweise betont, diese Betonung liegt aber in einer Diskrepanz zum fünf-hebigen jambischen Metrum. Genau so wie Peregrina einen Einschnitt ins Geschehen darstellt, manifestiert sich dieser Einschnitt also auch an der Brechung des Rhythmus.

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Danach spricht es von Frühlingsstürmen und Kränze, die sie in ihr Haar band (Z.7-8). Frühling symbolisiert immer einen Anfang, es ist eine sehr verletzliche Zeit in der alles Leben erst frisch am entstehen ist. Symbolisch übertragen auf ihre Beziehung geriet bereits in dieser Anfangszeit alles aus den geordneten Bahnen, die Wut der Frühlingsstürme herrschte und Kränze, die sie ihre Haar gewunden verlieren ihre normalerweise bändigende Eigenschaft des Haars, durch ihre Wildheit („Und wilde Kränze in das Haar gewunden.“(Z.8)).

Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine stürmische Zeit gewesen, auf die Beziehungsebene übertragen war ihre gemeinsame Zeit, die einer impulsiven und emotional überladenen Verliebtheit. Auffallend sind die immer nach dem gleichen Schema ablaufenden Inversionen „der Füsse Wahnsinn“(Z.4), „ihrer Wange Glut“(Z.6) und „der Frühlingsstürme Wut“, die darauf hinausgehen, dass die gefühlsaufbrausenden Substantive Wut, Glut und Wahnsinn je am Zeilenende liegen und somit eine besonders betonte und langklingende Wirkung erhalten.

 

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