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Interpretation der Kerkerszene - Faust I .doc

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German
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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Interpretation der Kerkerszene aus:

Faust – Der Tragödie erster Teil von Johann Wolfgang von Goethe

Inhalt

1 Über die Entstehung und den Inhalt des Faustdramas. 1

2.1 Zusammenfassung der vorrangehenden Handlung. 1

2.2 Inhaltszusammenfassung der Kerkerszene. 2

2.3 Unterteilung der Kerkerszene in zusammenhängende Teile. 2

2.4 Bedeutung der sprachlichen Mittel 2

2.5 Bedeutung der Regieanweisungen. 3

2.6 Bedeutung der Kerkerszene für das Gesamtwerk. 3

1 Über die Entstehung und den Inhalt des Faustdramas

Faust ist ein zweiteiliges Drama, geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Der erste Teil wurde von ihm im Jahre 1806 beendet. Insgesamt arbeitete er am Gesamtwerk über 30 Jahre, also einen sehr großen Teil seines Lebens. Im Mittelpunkt der Handlung steht Faust, der einen Pakt mit Mephistopheles geschlossen hat, und sich von ihm verschiedene Wünsche erfüllen läßt.

2.1 Zusammenfassung der vorrangehenden Handlung

Am Anfang der Handlung treffen sich der Herr und Mephistopheles im Himmel, wo sie über die Menschen sprechen. Während der Herr an das Gute in ihnen glaubt und sagt das sie aus ihren Fehlern lernen, vergleicht sie Mephistopheles mit Tieren und sagt das sie ohne den Herrn viel besser dastehen würden.

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Daraufhin begibt sich Mephistopheles auf den Weg zu Faust, der sich von ihm zu einem Pakt überreden läßt. Der Inhalt des Paktes besteht darin, daß Mephistopheles Faust solange jeden seiner Wünsche erfüllt, bis er sagt: „Verweile doch! du bis so schön!“ (Seite 48, Zeile 1700), woraufhin Mephistopheles Fausts Seele erhalten soll.

Fausts erster Wunsch besteht darin wieder ein junger Mann zu werden. Deshalb gehen beide zu einer Hexe, die ein Zaubermittel brauen soll, das Faust wieder jung macht. In der Hexenküche sieht er in einen Zauberspiegel, in dem er eine schöne Frau sieht. Mephistopheles entgegnet daraufhin das er durch diesen Trunk bald in jedem Weibe das Ebenbild der Helene, der schönsten Frau des antiken Griechenlands sehen wird (vgl.: Seite 74, Zeile 2605).

Auf der Straße bewahrheitet sich Mephistopheles´ Prophezeiung, als er Margarete trifft, die ihn aber abweist. Mephistopheles soll ihm jetzt seinen nächsten Wunsch erfüllen, der darin besteht Margarete für ihn zu gewinnen. Er erwidert aber daß er mehr Zeit benötigt, Faust entgegnet, daß er das in weniger Zeit selbst schaffen würde.

Faust möchte aber wenigstens, daß er ein Geschenk für sie organisiert.

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Davon soll sie ihrer Mutter ein paar Tropfen in den Trank mischen. Während der Nacht kommt Valentin, Gretchens Bruder, zu ihr. Auf der Straße sieht er Mephistopheles und Faust. Er glaubt, daß sie zu seiner Schwester wollen und fordert Mephistopheles zum Kampf heraus.

Dieser fordert Faust auf, ihn zu töten, was er auch tut. Vor seinem Tod prophezeit er Gretchen, daß sie sich, wenn sie weiterhin heimliche Männer hat, ihr ganzes Leben zerstört. Sie ignoriert das aber und setzt ihre Beziehung mit Faust fort, von dem sie dann schwanger wird.

Nachdem sie das Kind zur Welt gebracht hat, tötet sie es. Deshalb wird sie in den Kerker gesteckt, und wegen Mordes an ihrem Kind und ihrer Mutter angeklagt. Faust möchte sie jetzt mit Mephitophels´ Hilfe befreien.

2.2 Inhaltszusammenfassung der Kerkerszene

Die Kerkerszene spiegelt die physische und psychische Verfassung Gretchens nach dem Kindesmord wieder. Sie läßt sich in 4 Teile gliedern: Zuerst ist Gretchen verwirrt und glaubt, daß ihr Kind noch leben würde, daß sie es nicht umgebracht hätte und hält den hereintretenden Faust für den Henker.

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Als Faust sie dann nicht küssen möchte, glaubt sie, er würde sie nicht mehr lieben, und verliert ihre eben neuentdeckte Hoffnung wieder. Am Ende erinnert sie sich wieder an ihre Tat, und sagt, daß Faust auch nicht unschuldig sei, da er ihren Bruder tötete, glaubt dann, daß Faust sie heute heiraten würde.

Sie gesteht noch ihre Taten vor dem Gericht Gottes, und kommt so in den Himmel. Bevor sie stirbt sagt sie noch: „Wir werden uns wiedersehn“ (Seite 134, Zeile 4585), was ein Zeichen dafür ist, das Faust in den Himmel kommt, wo sie sich wiedertreffen. Mephistopheles verliert somit die Wette, die er mit dem Herrn geschlossen hat.

Gretchen erkennt die hoffnungslose Situation und geht nicht auf das Flehen Fausts ein, mit ihm zu fliehen. Vor ihrem Tod fungiert sie noch als Mephistopheles´ Gegenspielerin, als sie sagt: „Was steigt da aus dem Boden herauf? Der! der! Schick ihn fort! Was will der an dem heiligen Ort? Er will mich!“ (Seite 135, Zeilen 4601 bis 4603).

Gretchen erkennt Mephistopheles und möchte, daß Faust sich von ihm abwendet, dieser geht aber nicht auf ihre Warnung ein, sondern möchte immer noch, daß Gretchen mit ihm flieht. Innerhalb der gesamten Szene ist ein Dialog des Aneinander vorbei redens zu erkennen.

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Daran erkennt man, daß Faust nicht die Tiefe der Konflikte bei Gretchen begreift. Er möchte ihr nur bei ihrer Flucht helfen, um sein Gewissen zu beruhigen, da er selbst auch schuld daran ist, daß Gretchen jetzt im Gefängnis sitzt. Denn hätte er sie nicht mit dem Kind allein gelassen, hätte sie es vielleicht auch nicht getötet.

Auch hat er ihren Bruder ermordet, der ihr hätte auch helfen können. Gretchen erkennt ihre Schuld aber an und nimmt die Folgen ihres Handelns auf sich: „Gericht Gottes! dir hab ich mich übergeben!“ (Seite 131, Zeile 4605), wodurch sie gerettet wird, und in den Himmel kommt.

Faust bereut sein Handeln aber ebenfalls: „O wär ich nie geboren!“ (Seite 134, Zeile 4596).

2.4 Bedeutung der sprachlichen Mittel

Durch die unterschiedliche Sprechweise der Dialogpartner wird die dramatische Zuspitzung betont. Während Faust mit verzweifelnden Aufforderungen auf Tempo drängt: „Still! Still! ich komme, dich zu befreien.“ (Seite 130, Zeile 4424), spricht Gretchen längere Passagen in einem volksliedhaften Ton mit kurzen Sätzen und Versen, die Visionen, Schilderungen und unbeantwortete Fragen enthalten.

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