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Pratto et al. 2000, 370). Inwieweit
ein Individuum hierarchische, antiegalitäre Beziehungen bewertet, ist abhängig
von seiner Gruppenzugehörigkeit (dominante Gruppe vs. Minorität). Um jene
Einstellungen durch ein geeignetes Maß darstellen zu können, entwickelten die
Wissenschaftler der Begriff der Sozialen Dominanz Orientierung (SDO).
Dominante Gesellschaftsgruppen
befürworten die Hierarchien zumeist und haben demnach einen hohen SDO- Wert.
Eine gegenteilige Meinung vertreten die Minderheiten einer Nation. Sie
empfinden die Strukturen als Last und haben folglich einen niedrigeren SDO-
Wert.
Die Theorie versucht nun zu erklären, wie soziale Rollenverteilung,
Vorurteile gegenüber Gruppen, Ideologien oder auch Diskriminierung wirken und
die Gruppenhierarchien aufrechterhalten (vgl. Pratto et al. 2000, 371).
Peña und Sidanius untersuchten 2002
die US. Patriotismusausprägung bei Bürgern der Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Stichprobe umfasste die beiden größten ethnischen Gruppen in dieser Nation,
Weiße und Lateinamerikaner.
Aufgrund der Ergebnisse konnte die asymmetrische
Beziehung zwischen US. Patriotismus und Ideologien der Gruppendominanz erneut
dargestellt werden. (vgl. p. 4)
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Es wurde sich weitestgehend mit Inhalten und
Funktionen der jeweiligen Kulturideologien beschäftigt. Dies führte zu dem
Resultat, dass Ideologien, ungeachtet ihrer Inhalte, immer denselben Zweck
erfüllen und somit oft als Kulturskripte dienen. (vgl. p. 7)
2.
US. patriotism and ideologies of goup dominance
Steht Nationalstolz eng in Verbindung
mit Ethnozentrismus und Fremdenhass?
Dieser Fragestellung nahmen sich die
Wissenschaftler Sidanius und Peña an und führten 2002 dazu eine Studie in den
USA durch.
Ihrer Ansicht nach beinhaltete
Nationalstolz einerseits den Nationalismus und andererseits den Patriotismus.
Ersteres ist die Überlegenheit und Dominanz der eigenen Nation gegenüber
anderen.
Patriotismus hingegen ist die große Identifikation mit der Nation und
deren Symbolen (Vaterlandsliebe). Der grundlegende Unterschied zwischen beiden
ist, dass Patriotismus nicht gleichzeitig Ethnozentrismus und Fremdenhass
bedeutet. Wenn man sich stark mit seiner Herkunft identifiziert, muss es nicht
gleichzeitig die Unterdrückung anderer zur Folge haben.
Orientierend an der Sozialen Dominanz
Theorie von Sidanius und Pratto geht man davon aus, dass aus streng
hierarchischen Strukturen Ideologien der gruppenbasierten Dominanz resultieren
und demnach diese Mythen offensichtlich sowohl eng mit Patriotismus als auch
mit Nationalismus zusammenhängen.
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Dem gegenüber stehen die Minoritäten.
Je mehr sie sich mit ihren Wurzel verbunden fühlen, umso weniger empfinden sie
Patriotismus für ihre Wahlheimat.
Diese Ungleichheit bezeichnet man als
asymmetrische Beziehung zwischen Patriotismus und Ideologien der
Gruppendominanz.
Sidanius wies dieses Verhältnis
bereits 1997 empirisch nach. Es handelte sich um eine Untersuchung mit
Studenten aus Südkalifornien. Die ethnisch dominante Gruppe bildeten die
Weißen, wohingegen die Lateinamerikaner, Afrikaner und Asiaten die Minderheiten
vertraten.
Die für uns relevante Studie von 2002
fand in Los Angeles County statt. Mittels einer Datenbank wählte man 275 Weiße
und 130 Lateinamerikaner aus, wobei man akribisch darauf achtete, dass es sich
dabei um US.
Bürger handelte. Ziel des ganzen war es eine repräsentative
Stichprobe zu erhalten, die die beiden größten ethnischen Gruppierungen der USA
beinhaltet.
Man führte Interviews in der
jeweiligen Muttersprache durch. Neben den demographischen Daten erfasste man
den U.S. Patriotismus durch drei Items, welche auf einer Skala von eins bis
fünf (entschieden dagegen bis entschieden dafür) bewertet werden sollten:
1) Ich
liebe die USA.
2) Ich
bin stolz, ein Amerikaner zu sein.
3) Ich empfinde den
Anblick der amerikanischen Flagge als sehr
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1)
Minoritäten sollten da bleiben, wo sie herkommen.
2) Es ist für
gewöhnlich eine gute Sache, dass es Gruppen gibt, die
hochwertiger als andere sind.
3) Manchmal
müssen andere Gruppen in ihre Schranken gewiesen
werden.
4) Wir sollten
soziale Gleichberechtigung erhöhen
5) Wir hätten
weniger Probleme, wenn wir andere Gruppen als
gleichwertig betrachten.
6) Wir sollten
alles Erdenkliche tun, um gleichberechtigte Bedingungen
für andere
Gruppen zu kreieren.
Items eins bis drei erhoben die
Gruppendominanz und Items vier bis sechs den Antiegalitarismus.
Interkorrelation der demographischen
Daten/ Patriotismus/ Antiegalitarismus/ Gruppendominanz (Tabelle 1)
Aus Tabelle 1 geht hervor, dass mit
dem Alter auch die Verbundenheit zum Patriotismus steigt (r = .29**). Im
Allgemeinen sind die Männer eher patriotisch (r = .10*). Ebenso trat die
Beziehung zwischen Bildung/Einkommen und Gruppendominanz signifikant ins
Augenmerk.
Man wies nach, je weniger Einkommen oder Bildung man genießt, desto
mehr Gruppendominanzverhalten tritt auf (r = -.25**). Besonders auffällig war
allerdings der Zusammenhang zwischen Gruppendominanz bzw. Patriotismus und
Antiegalitarismus. Je höher die Patriotismus~/ Gruppendominanz ~,
desto höher auch die Antiegalitarismus- Ausprägung (r =.04 bzw. r =.1**).