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Interkulturelle Kommunikation .doc

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Social Science
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Cultural Studies
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Ludwig-Maximilians-Universität München - LMU
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Interkulturelle Kommunikation (Juliana Roth/Klaus Roth)

Gegenstandsbereich

è  Von Genese als auch vom Gegenstandsbereich interdisziplinär (Ethnologie, Völker- und Volkskunde, interkulturelle Pädagogik und Psychologie, Kommunikationswissenschaft)

è  Praxisorientierung (entstanden aus „Bedürfnissen gesellschaftlicher Praxis) führte zu Vernachlässigung der theoretischen Fundierung

è  Definitionen unterschiedlich (abhängig von Fachrichtung):

1.)      „Interaktion zwischen Menschen unterschiedlicher Kultur“

2.)      Gerhard Maletzke, Kommunikationswissenschaftler: „Als interkulturelle werden alle Beziehungen verstanden, in denen die Beteiligten nicht ausschließlich auf ihre eigenen Kodes, Konventionen, Einstellungen und Verhaltensformen zurückgreifen, sondern in denen andere Kodes, Konventionen, Einstellungen und Alltagsverhaltensweisen erfahren werden“

è  IKK grundsätzlich „gestört“

è  „kulturelle Fremdheit“ (objektive und subjektive Dimensionen, heute eher „als subjektive Kategorie aufgefasst und der objektiven „Alterität“ bzw. Andersheit“ gegenübergestellt”, „contact between persons who identify themselves as distinct”

è  Mikroebene: Face-to face Interaktion

è  Makroebene: direkte oder indirekte Interaktionen zwischen ethnischen Gruppenoder Nationen

 

Kontexte interkultureller Kommunikation

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è  Gegenwärtiger Kontext (synchrone Betrachtung, im Vordergrund der IKK) und historischer Kontext (Beitrag der Volkskunde: Untersuchung der historischen Kontexte interkulturellen Handelns, Kulturwandel)

è  Rückblick: IKK wurde erst problematisch im Kontext der ethnisch definierten Nationalisierung. Nach 2. WK: politische und wirtsch. Verflechtungen bewirkten Zunahme der Kontexte:

1.)      Internationale Kontexte (Politik, Militär, Austausch, ...)

2.)      Multikulturelle Handlungsfelder (Unternehmen, Institutionen, ...)

3.)      Sozialer Nahbereich (Nachbarschaft, Familie, ...)

è  Asymmetrie in meisten Kontexten der IKK (ungleicher Status, Dominanz einer Kultur: ungünstige Voraussetzungen für Erfolg der IKK)

Entwicklung des Faches IKK in den USA

è  Edward T. Hall (Kulturanthropologe): Tätigkeit am Foreign Service Institute. Erstellung von Konzepten für Training von Diplomaten (1946-56)

è  „Silent Language“ (Hall 1959): Gründungsdokument des Faches

1.)      enge Verbindung zwischen Kommunikation und Kultur

2.)      Erweiterung des anthropologischen Kulturkonzeptes „vom Studium ganzer Kulturen auf das mikrokulturelle Kommunikationsverhalten“

3.)      Einbeziehung ethnographischer Methoden

è  Hall trug nicht zur Institutionalisierung des Faches bei

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è  Anfang 70er: Aufgreifen Hallschen Konzeptes von Kommunikationswissenschaft und Eingliederung in universitäre Curricula. Anregungen von Psychologie

è  Kulturanthropologische Theorien und Methoden wenig eingebracht (ein Grund: Haltung der Kulturanthropologen gegenüber Anwendung ethnologischen Wissens)

Entwicklung des Faches in Europa

è  Seit 90ern: An wenigen Hochschulen, unterschiedliche Profile und Ausgangslagen

è  Günstige Voraussetzungen: Interkulturelle Problematiken erkannt, Vorlauf an wissenschaftlicher Beschäftigung aus USA

è  Vorboten: Beschäftigung mit IKK-Fragestellungen in Fremdsprachendidaktik, Psychologie, Pädagogik, Wirtschaft

Kulturwissenschaftliche Zugänge in Europa

è  Gegenstandsbereiche von Volks- und Völkerkunde vielfach bearbeitet (Tourismus, Migration, Identität, Akkulturation, ...)

è  Volks- und Völkerkunde: theoretisches und methodologisches Wissen und Erfahrung mit Erforschung kultureller Systeme. Besonders zwei Aspekte bereichernd:

1.)      Kulturwissenschaften arbeiten interpretativ, deuten Impliziertes. Erfahrung beim Entziffern kommunikativer Codes und Deutungssysteme

2.)      Europäische Ethnologie ausgerichtet auf moderne, komplexe Gesellschaften mit spezifischen Kontexten und Subsystemen (intrakulturelle Differenzen).

Erfahrung in diesem Bereich erweist sich alshilfreich für Erkennen interkultureller Differenzierungen

 

Theoretische Grundlagen

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2.)      Theoretische Ansätze aus den Kulturwissenschaften

è  Funktionalismus (Kulturen als ganzheitliche Systeme, kulturelles Wissen als Orientierung. Anthropologische Universalia wie Grundprobleme ermöglichen wertfreien Vergleich. Problem: historischer Wandel ausgeblendet)

è  Kognitive Anthropologie: Kulturen haben äußere (materielle, verhaltensmäßige) und innere (ideelle, mentale) Dimensionen, enthalten determinierendes mentales Programm.

Dieser Ansatz bewirkte in IKK die Suche nach „Grammatik der Kultur“ (Hymes), nach Entschlüsslung bestimmter Strukturen (Hofstede). Kritik: Vernachlässigung der Dynamik menschlicher Interaktionen, der Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt und zwischen Kulturen

è  Kulturrelativismus: Eignet sich wg. Gleichwertigkeit der Kulturen und Fokus auf kulturelle Perspektive, d. h. auf der Unterscheidung zwischen der Innenperspektive einer Kultur (emisch) und der Außenperspektive (etisch)

è  Culture and Personality-Schule (z. B. Ruth Benedikt): Betonung der Bedeutung von kulturellen Grundannahmen, Einstellung für individuelles Verhalten

è  Symbolischer Interaktionismus (Clifford Geertz): Mensch ist nicht durch mentales Programm determiniert sondern verfügt über Wissen über ein Netz von Interaktionen, das Gesellschaft miteinander verbindet.

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è  Konstruktivismus (Annahme fast beliebiger Veränderbarkeit von Kulturen und Identitäten, keine Berücksichtigung der Stabilität, die beides oft aufweisen)

è  Zwei Modelle der Kulturanthropologie zur Erfassung kultureller Unterschiede:

1.        Kluckhohn und Strodtbeck 1961: fünf universelle Grundprobleme, Lösungen wählen Kulturen unterschiedliche:

a)        Human-nature-orientation (Art der menschlichen Natur)

b)       Man-nature-orientation (Beziehung Mensch-Natur)

c)        Time-orientation (zeitliche Orientierung des Lebens)

d)       Activity-orientation (Art des menschlichen Handelns)

e)        Relational orientation (Beziehung Mensch-Mensch)

2.        Hall 1959: Kultur besteht aus zehn miteinander verbundenen Primärinformationssystemen (Primary Message Systems, pms) wie Territorialität, Temporalität, interaction, learning ...

è  Weitere Begriffe und Theorien wie Gruppe, Ethnie, Stereotyp, Enkulturation, Akkulturation, kultureller Wandel, ...

3.)      Ansätze aus anderen Disziplinen

è  Kommunikationswissenschaft: partielle Identität von Kultur und Kommunikation als Systeme symbolischer Bedeutungsübermittlung

è  Adaptationstheorie, Theorie der sozialen Kategorisierungen und Attributionen, Unsicherheitsreduktionstheorie (anderskulturelle Umgebung bewirkt verhaltensbezogene (uncertainty) und emotionale (anxiety) Unsicherheit, die durch „Uncertainty-Anxiety-Management“ reduziert wird (Änderung der Erwartungen, Herstellung isomorpher Attributionen (empatische Sichtweise). Kritik: Kultur als homogener Block angenommen


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