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Seminararbeit zu Die
Lebenssituation der zweiten Migrantengeneration
LV-Leiterinnen: Patrizia Gapp, Anne
Unterwurzacher SS 2008
Interkulturalität
- Religion
Ist Religion ein Hindernis bei der
Integration?
Christiane Golubits, 0600527
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zielsetzung 4
3. Integration 5
3.1 Anforderung an
Migranten 6
3.2 Anforderung an die
aufnehmende Gesellschaft 7
4. Stereotype,
Vorurteile, Feindbilder 8
5. Rassismus 10
6. Islam 11
6.1 Charakter und Sinn der
Heirat im Islam 12
6.2 Heiratsverhalten
türkischer Jugendlicher 15
7. Amir-Mokri
Minoo 19
8. Schlussfolgerungen 20
Literaturverzeichnis 22
Anhang 23
Im
Zuge der Anwerbungsaktionen in den 60iger Jahren kamen auch nach Österreich
viele ArbeitsmigrantInnen. Das eigentliche Ziel der ArbeitsmigrantInnen war die
Verbesserung ihrer finanziellen Situation mit einer nachfolgenden Rückkehr in
das Heimatland. Allerdings stellte sich dieses Ziel, sowohl von der
Arbeitgeberseite als auch von der Seite der MigrantInnen, als nicht
verwirklichbar heraus. Bei vielen Familien war als erstes das Familienoberhaupt
eingereist und erst Jahre später kamen im Zuge des Familiennachzuges Ehefrau
und/oder Kinder. Der Großteil dieser MigrantInnen stammt aus dem ehemaligen
Jugoslawien und der Türkei.
Im
Zuge dieser Migrationsprozesse haben sich in einigen Staaten Westeuropas quantitativ
starke muslimische Minderheiten niedergelassen.
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Mit ihren Treffpunkten, Geschäften, Lokalen und Moscheen, ihren
eigenen Medien und nicht zuletzt mit ihrem äußeren Erscheinungsbild, das sie
als MuslimInnen erkennen lässt, haben sie den Charakter westeuropäischer Städte
verändert. Angesichts des hohen Anteils muslimischer MigrantInnen sehen manche
VertreterInnen der Politik, der Presse sowie Teile der Bevölkerung eine
islamische Bedrohung nicht mehr nur von der islamischen Welt ausgehend,
sondern in unmittelbarer Nähe lauernd.
In Österreich
hat sich infolge des Hauptanteils türkischer ArbeitnehmerInnen
und ihrer Familien unter den muslimischen MigrantInnen ein Islam etabliert, der
die religiöse Vielfalt des Heimatlandes widerspiegelt. Da von einer dauerhaften
Präsenz von MuslimInnen türkischer Herkunft in Österreich ausgegangen werden
kann, ist es notwendig, eine neue Qualität des Zusammenlebens anzustreben, das
nicht wie bisher von Vorurteilen, Ängsten und Unverständnis der anderen Kultur
und Religion gegenüber gekennzeichnet ist.
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Interkulturelle
Integration basiert auf drei Grundprinzipien:
1.
"Living together with differences" nach dem Grundsatz von
Einheit-in-Verschiedenheit (unity-within-diversity): Mehrheit und Minderheiten
leben miteinander (nicht nebeneinander) auf der Basis gemeinsamer Sprache,
Regeln und Grundwerte ("Einheit") und im gegenseitigen Respekt für
ihre jeweiligen sozialen und kulturellen Besonderheiten
("Verschiedenheit").
2.
Chancengleichheit oder "different but equal": Allen ethnischen
Gruppen werden gleiche Chancen auf Teilhabe in den wichtigen Bereichen der
Aufnahmegesellschaft und deren Institutionen - z. B. gleiche Teilhabe an
Öffentlichkeit und Medien - gewährt.
3.
Aktive Akzeptanz von Migration und Integration; dazu gehören drei Einsichten:
- (Gesteuerte)
Einwanderung ist notwendig und nützlich.
- Einwanderer
müssen interkulturell integriert werden.
- Interkulturelle
Integration entwickelt sich nicht von selbst, sondern bedarf erheblicher
politischer und gesellschaftlicher Anstrengung der Aufnahmegesellschaft (diversity
mainstreaming) und der Einwanderer.
(Vgl. Geißler)
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in den Begriff der Integration von Migranten ein. Integration ist die stabile
Eingliederung von Migranten in Bevölkerung, Gesellschaft und Staat des
Aufnahmelandes.
Unter struktureller
Integration als Teildimension verstehe ich den Zugang zu Positionen und Status
und den Erwerb von Mitgliedschaften mit Rechten und Pflichten in den
gesellschaftlichen Kerninstitutionen (Staatliche Gemeinschaft, Wirtschaft und
Arbeit, Bildung und Ausbildung).
Mitgliedschaften und Rechte
können nur erworben und ausgefüllt werden, wenn bestimmte kognitive und
kulturell-inhaltliche Lern- und Annäherungsprozesse verlaufen sind. Kulturelle
Integration oder Akkulturation wird verstanden als durch Kulturkontakte und
Sozialisation hervorgerufene Veränderungen von Werten, Normen und
Einstellungen, als Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Qualifikationen,
sowie als Veränderungen von Verhaltensweisen und Lebensstilen bei den
Migranten. Akkulturation ist jedoch auch ein wechselseitiger Prozess, in
welchem Kulturkontakte mit der Minderheit auch die Mehrheit verändern.
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