Infrarotspektroskopie
1 Geräteliste
1.
IR-FT-Spektrometer (Michelson Interferometer), BONEM MB 102, Inv.Nr.: IF133
2.
Mikrometerschraube, Inv.Nr.: AP540/1/10W
3.
Proben:
a) Silizium Wafer
b) Kaliumbromid
c) Quaterphenyl
2 Einleitung
Größter Unterschied zwischen
Infrarotspektroskopie und gewöhnlichen Spektroskopieverfahren ist in erster
Linie die Wellenlänge. Jedoch ist es nicht so einfach geeignete Intensitäten
vor allem im mittleren (MID IR) und im fernen Infrarot (FAR IR) zu erhalten.
Weiters kommt noch hinzu, dass aufgrund der großen Wellenlängen Kunststoff und
Glass für den IR- Bereich nicht durchlässig sind. Zusätzlich können Prismen
nicht eingesetzt werden da Dispersion so gut wie gar nicht vorherrscht.
Anstelle von Prismen ist es möglich Gitter einzusetzen.
Um Probleme wie die große Bauweise und
den hohen benötigten Lichtintensitäten entgegenzuwirken, behilft man sich mit
der Fourier-Transformations-Infrarotspektrometrie. Sie erlaubt eine
vergleichsweise kleine Bauweise und kommt mit geringeren Intensitäten aus.
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so schlecht, dass es sich nicht für die Beobachtung zeitlich Aufgelöster
Vorgange eignet.
In unseren Experimenten haben wir
einen Siliciumkarbid-Stab (Black Body), welcher durch Strom erhitz wurde, als
IR-Strahlungsquelle verwendet. Die dabei emittierte Intensität ist nach dem Bolzmann
Gesetz von der Temperatur abhängig.
Nach dem Plankschen Gesetz ist die
Emission in Abhängigkeit von der Wellenlänge definiert als
mit der Planckschen Konstante h, der
Boltzmann - Konstante kB und der Lichtgeschwindigkeit c. Eine
vereinfachte Formel zur Abschätzung einer solchen Verteilung stellt das
Wiensche Gesetz dar,
Mit λmax, der Wellenlänge des
Intensitätsmaximums, lässt sich die Intensitätsverteilung leicht abschätzen, da
ja die Form der Boltzmannverteilung bekannt ist. In Abbildung 1 sieht
man die Wellenlänge in Abhängigkeit der Intensität.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
Abbildung 1: Boltzmannverteilung
3 Aufgabenstellung
1. Messung des Spektrums
der Raumluft und das der gefilterten Luft im Spektrometer, wobei die beiden
Spektren verglichen werden sollten. Die dabei auftretenden Unterschiede waren
zu analysieren.
2.
Vermessen des Transmissionsspektrums eines Siziliumwafer Stückes, und daraus
Berechnung des Brechungsindex von Silizium
im Infrarot.
3.
Vermessung und Analyse des IR-Spektrums von Quaterphenyl, nach vorheriger
Herstellung eines geeigneten
Prüflings, durch Verpressen mit Kaliumbromid.
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4 Versuchsdurchführung
Vergleich
Raumluft Gefilterte Luft
Aufgabe war es, die Spektren der
gefilterten Luft und der Raumluft aufzuzeichnen und zu vergleichen, und die
Stoffe zu identifizieren, die vom Filter, welcher die Luft im inneren des
Spektrographen reinigt, entfernt werden.
Dargestellt in Abbildung 2 ist
das Ergebnis unserer Messung. Man sieht markante Absorptionsbanden an vier
Stellen des Raumluft-Spektrums, die mit dem Spektrum der gefilterten Luft nicht
übereinstimmen. Durch diese vier Absorptionslinien konnten wir auf die Stoffe
in der Raumluft schließen, wobei zweiatomige Moleküle nicht in Frage kommen. Da
diese nur lineare Streckschwingungen vollziehen können, und sich dabei das
Dipolmoment des Moleküls nicht ändert. Diese Änderung des Dipolmomentes ist
aber eine notwendige Voraussetzung um ein Photon zu emittieren sofern sich
nicht der elektronische Zustand ändert. Staub- oder Schmutzpartikel kamen auch
nicht in Frage, da diese höchstens die gesamte Intensität des Spektrums
herabsetzen würden. So blieben uns als verdächtige Molekühle nur noch die
Bestandteile der Luft, welche in ausreichenden Konzentrationen vorhanden sind
und mehr als 2 Atome besitzen.
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Um nun den einzelnen Banden den
richtigen Übergängen im richtigen Molekül zuordnen zu können, ist es wichtig
sich die beiden Moleküle genauer ansehen. Für alle nicht linearen Moleküle
errechnet man die Anzahl von Schwingungsfreiheitsgraden mit
Grafiken wurden automatisiert entfernt
wobei a die Anzahl der Freiheitsgrade
und n die Anzahl der Atome ist. Das lässt sich damit erklären, dass jedes Atom
3 Freiheitsgrade besitzt, jedoch die 3 Freiheitsgrade des Massenschwerpunktes
(Translation) und die 3 Rotationsfreiheitsgrade des Moleküls keine
Schwingunsfreiheitsgrade darstellen und somit wieder abgezogen werden müssen.
Lineare Moleküle sind entlang ihrer
Achse rotationsinvariant also ist ein Rotationsfreiheitsgrad des Moleküls
entartet. Also gilt für diese:
Wir mussten also für beide Moleküle
jeweils 3 Schwingungsbewegungen finden. Deren Energie einerseits von den
beteiligten Massen und andererseits von den Rückstellmomenten der Bindungen abhängt.
Dabei liegen Biegeschwingungen energetisch tiefer als Streckschwingungen.
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Die Energie der Schwingung ist
abhängig von der Winkelgeschwindigkeit! Woraus folgt, dass man die Energie
einer Schwingungsmöglichkeit, bei vorhandenen Informationen über Masse und
Bindungsart qualitativ recht einfach abschätzen kann:
Auf diese Weise ist es möglich die
Banden im gemessenen Spektrum zuordnen.
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Abbildung 4: Schwingungsmöglichkeiten eines H2O und eines
CO2 Moleküls
Zuordnung der Banden
Das CO2-Molekül ist linear und daher
apolar, wie in Abbildung 4 dargestellt wird. Es existiert eine symmetrische
(A), eine asymmetrische Streckschwingung (B), und eine symmetrische
Biegeschwingung (C). Die asymmetrische Biegung stellt nur
Rotation um den Schwerpunkt dar und
ist daher keine Schwingung. So bleiben uns also zwei Streckschwingungen und
zwei entartete Biegeschwingungen. Die Symmetrische Streckschwingung ändert das
Dipolmoment des Moleküls nicht und besitzt daher keine Absorptionslinie.
Also bleiben uns beim CO2-Molekül zwei
Schwingungsmöglichkeiten übrig: die asymmetrische Streckschwingung (B) und die symmetrische
Biegeschwingung (C), wobei die Bande der Streckschwingung deutlich höher liegen
muss, da diese Schwingung energetisch höher liegt, was auf das höhere
Rückstellmoments bei Dehnung zurückzuführen ist.
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