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Informationstypen in zweisprachigen Wörterbüchern .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
Linguistics
Document category
Paper
University, School
Prag
Additional information
2008
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Informationstypen in zweisprachigen Wörterbüchern

I. Einsprachige und zweisprachige Wörterbücher

-          zweisprachiger Wörterbücher = höchst komplexe Gebilde

-          im Unterschied zu den einsprachigen Wörterbüchern sind die sprachliche Anforderungen an den Benutzer bei zweisprachigen WB viel geringer

-          die zweisprachigen Wörterbücher sind v. a. für die Unterrichtanfänge einer Fremdsprache und für schnelle Nachschlagen von Fremdwörtern nützlich

-          der Unterschied zwischen ein- und zweisprachigen Wörterbücher:

o   einsprachige Wörterbücher = Aussagen über lexikalischen Einheiten einer Sprache (L1) durch andere lexikalische Einheiten dieser Sprache

o   zweisprachige Wörterbücher = Relationen zwischen lexikalischen Einheiten zweier Sprachen und Darstellung von Aussagen über lexikalischen Einheiten einer Sprache durch die andere

-          das Problem der zweisprachigen Wörterbücher liegt in den Äquivalentbeziehungen zwischen den einzelnen Sprachen – diese Bezihungen sehr komplex, häufig ungenau oder vag

-          ein weiteres Problem – die Wörterbücher sind in der Regel 2-teilig (L1 = die Muttersprache, L2 = die Fremdsprache):

o   Teil L1 → L2

o   Teil L2 → L1

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-          Lösung: 4-teilige Wörterbücher:

o   L1 → L2-Teil für Benutzer mit L1 als Muttersprache, auf produktive Nachschlagebedürfnisse hin konzipiert

o   L1 → L2-Teil für Benutzer mit L2 als Muttersprache, auf rezeptive Nachschlagebedürfnisse hin konzipiert

o   L2 → L1-Teil für Benutzer mit L1 als Muttersprache, auf rezeptive Naschlagebedürfnisse hin konzipiert

o   L2 → L1-Teil für Benutzer mit L2 als Muttersprache, auf produktive Nachschlagebedürfnisse hin konzipiert

-          die Äquivalente in zweisprachigen Wörterbücher = die Übersetzungsäquivalente im Sinne von Wörtern, die in einem Kontext in einer L2-Sprache als Entsprechung von Wörtern einer L1-Sprache verwendet werden können

-          Funktion der Äquivalenten = die Bedeutungsangabe

-          der Informationstyp Bedeutungsangabe ist jedoch bei den zweisprachigen Wörterbüchern unterschiedlich als bei den einsprachigen Wörterbüchern


II. Aquivalente im zweisprachigen Wörterbuch

Typen der Äquivalenz

1.      Lexikalische und übersetzungstheoretische Äquivalenz

-          es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen lexikalischen Einheiten als Übersetzungsäquivalenten in einem Wörterbuch und den Einheiten, die im konkreten Text verwendet werden, wenn dieser Text einen äquivalente Übersetzung darstellt → es ist nötig, die in zweisprachigen Wörterbüchern angegebene Übersetzungsäquivalente nicht ohne Reflexion und immer mit Rücksicht auf den Kontext zu verwenden

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-          die Schlussfolgerung: die lexikographischen Äquivalente ≠ die übersetzungtheoretische Äquivalente


2.      Lexikographische und strukturell-semantische Äquivalente

Problem: Arbitrarität der Bedeutungen

-          die Sprachen haben unterschiedliche Inventare von Konzepten und die Bedeutungen der einzelnen Wörter decken sich miteinander teilweise oder gar nicht immer über (z. B. engl. small, little x dt. klein)

-          → es bestehen Unterschiede im emotionalen und konnotativen Bereich, konzeptuelle Unterschiede, einige Wörter werden in beiden Sprachen unterschiedlich verstanden (Unterschiede in Prototypen)

-          die Deckung der Denotaten ist nicht gleich

-          die Äquivalenz zwischen lexikalischen Einheiten zweier Sprachen kann 1:1 sein, in vielen Fällen stehen aber einer Einheit der L1-Sprache zwei oder mehrere Einheiten der L2-Sprache gegenüber oder gar keine

-          → Existenz von Divergenzen und Konvergenzen zwischen den Sprachen

-          ein Lexem kann gleichzeitig in Konvergenz- sowie in Divergenzbezihung stehen → es besteht also ein ganzes Geflecht von Äquivalenzbezihungen und die adäquate lexikographische Darstellung ist sehr komplex

-          daneben tritt noch das Problem der Polysemie ein

-          Unterschied zwischen Divergenz und Polysemie:

o   Divergenz betrifft die Lexeme

o   Polysemie betrifft die Bedeutung

Lexikographische Äquivalente

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-          für Beschreibung des Charakters von Äquivalenten im Verhältnis zum Lemma sind folgende Kriterien nützlich:

o   Äquivalente sind immer Äquivalten zum etwas, zu einem Lemma. Das gilt nicht umgekehrt.

o   Äquivalent und Lemma sind Lexeme → damit die Institutionalisierung des Wortes impliziert → Ad-hoc-Wortbildungen oder Paraphrasen nicht als Äquivalenten im Wörterbuch, sondern als Bedeutungsangaben zu sehen

o   Äquivalente sind Lexeme, die in L2-Teilen verwendet werden und semantisch als Entsprechung zur Verwendung des Lemmas in Texten einer L1-Sprache fungieren können

o   Äquivalenzcharakter kann durch Spezefizeirungen eingeschränkt und präzisiert werden

o   Lemma und Äquivalente sind nur im Hinblick auf den Skopos des Wörterbuchs zu interpetieren


3.      Lexikographische Darstellungsformen

Spezifizierung von Äquivalenten

-          aus den Eiträgen eines zweisprachiges Wörterbuches sollte klar sein, welches Äquivalent im welchen Kontext angebracht wird (bei den älteren Wörtebüchern problematisch)

-          → Differenzierung und Kommentierung durch folgende Mittel:

o   Spezifizierung im Hinblick auf Denotaten oder Verwendungskontext des Lemmas

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o   Spezifizierung hinsichtlich der Kollokatoren, mit denen das Lemma auftreten kann

o   Spezifizierung der Kollokatoren, mit denen die Äquivalente autreten können

-          auch Lexikoparametern der Akkuratheit und Vollständigkeit sind zu berücksichtigen

Weitere Markierungen

1.      stilistische Markierungen – nur beim Unterscheiden zwischen Lemma und Äquivalent

Markierung von Idiomen

2.      problematisch und nicht immer üblich

3.      die Idiomen einer L1-Sprache werden entweder als äquivalentes Idiom oder durch eine allgemeine Formulierung übersetzt


III. Bedeutungsangaben im zweisprachigen Wörterbuch

1.      Bedeutungsangabe als Informationsptyp

-          es gibt Fälle, wenn einem Lexem einer Sprache kein Lexem in der anderen Sprache entspricht – am meisten bei den Kulturuspezifika

-          → Gefahr – Angeben von unäquivalenten Lexemen

-          → es ist also erforderlich, den Grad der Differenzierung anzugeben und semantisch unterzuspezifizieren

-          im Fall, wenn für eine lexikalische Einheit kein semantisch adäquates Äquivalent existiert → eine Bedeutungsangabe angegeben

2.      Lexikographische Darstellungsformen

-          zwischen den Informationstyp Bedeutungsangabe und den Äquivalenten muss im Wörterbuch differenziert werden – das kann auf verschieden Weisen geschehen:

o   durch Paraphrasen, die sicher mit Informationstyp Äquivalent nicht verwechselt werden können

o   durch zusätze zu Quasi-Äquivaltenen, die auf diese Weise als semantisch unterdifferenziert markiert sind

o   durch Differenzierung von Äquivalenten durch eine andere Drucktype oder entsprechendes Symbol

o   durch Hinzuzufügen eines Kommentar – „cultural note“


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