Das Ruhrgebiet
„Versuch
der Schaffung einer Region statt vieler einzelner Städte“
Heutzutage zählt das
Ruhrgebiet mit seinen mehr als fünf Millionen Einwohnern auf einer Fläche von
ca. 4435 Quadratkilometern zu den fünf größten Ballungsräumen Europas und dem
größten Ballungsraum in der Bundesrepublik Deutschland.
Allgemeine
Abgrenzung bzw. Gliederung des Ruhrgebiets durch die Flüsse
·
Rhein (Westen)
·
Ruhr ( Süden)
·
Lippe (Norden)
·
Emscher (Mitte)
ursprünglich
legte der Siedlungsverband
Ruhrkohlenbezirk (SVR) 1920 die Grenzen
des Ruhrgebiets fest. Dieser Siedlungsverband ist heute unter dem Namen Regionalverband
Ruhr (RVR), bekannt, dem die Städte Essen, Duisburg, Bochum, Dortmund,
Bottrop, Oberhausen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Mülheim an der Ruhr, Herne und
die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe – Ruhr – Kreis zugehörig
sind.
1920 kam es zur Gründung des Siedlungsverbands
Ruhrkohlenbezirk unter dem Vorbild der damaligen Berliner Stadtbezirke. Somit
war der SVR der erste Siedlungsverband in Deutschland, der die Aufgabe hatte,
das Ruhrgebiet strukturiert zu verwalten, vor allem aber die Siedlungsstruktur
verbessern sollte.
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Nichts desto Trotz nahm die
Ansiedlung von ca. 750.000 Menschen enormen Einfluss auf die Siedlungsstruktur.
Das Ruhrgebiet wuchs zu einer der größten zusammenhängenden Siedlungen Europas
heran und das Bild der einzelnen Städte war im Zentrum durch Industrie, ringsherum
durch Siedlungen geprägt.
Anders wie beim
Zusammenwachsen einzelner Städte und Orte zu einer Kernstadt (z.B. Berlin) kann
man das Ruhrgebiet heute als eine polyzentrische Städtelandschaft bezeichnen, deren
Raum durch eine sehr ähnliche wirtschafts- und stadtgeographische Entwicklung
gekennzeichnet ist.
Weitere Projekte des SVR waren
die Schaffung des Ruhrschnellwegs, der die einzelnen Städte näher
zusammenwachsen lassen sollte, sowie die Regionalbahn und Revierparks (Park-/Freizeitlandschaft).
1974 wurde der SVR zum Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR), 2004
schließlich zum Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) umbenannt.
Der heutige RVR hat ca. 350
Mitarbeiter und hat sich unter anderem die Tourismusförderung,
Standortmarkting, sowie die Grünflächenerhaltung im Ruhrgebiet zum Ziel
gemacht. Zudem ist der RVR im Besitz von vielen Halden und somit an den meisten
Planungen des Ruhrgebietes in Form der Erstellung von Masterplänen in Bezug auf
die Raumordnung beteiligt.
Geschichte:
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Ca. 1780 von den
Engländern erfunden, war die Dampfmaschine Auslöser der industriellen
Revolution. Diesem Wissen über die Dampfmaschine bedienend, startete die
Industrialisierung, vor allem der industrielle Bergbau um 1801 auch in
Deutschland. Von nun an waren Grabungen bis zu einer Tiefe von 48m möglich und
somit die Gewinnung von energiereicherer Kohle. Dies führte zu einer Ausweitung
des Kohleabbaus im Ruhrgebiet gen Norden, von der Ruhr zur Emscher und
schließlich zur Lippe, allerdings in Abhängigkeit der technischen Entwicklung.
Von nun an entstanden in kürzester Zeit mehr als 200 Zechen und so war es ab
1843 möglich, das in den Kokereien gewonnene Koks zur Roheisen- und
Stahlerzeugung zu nutzen und die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet zu
etablieren.
Dabei spielte
die Ruhr eine nicht ganz unwesentliche Rolle, denn als ohnehin Schifffahrtsreichster
Fluss in Europa in den 1860er geltend, war sie sehr wichtig für den Transport. Durch
die zunehmend erhöhte Nachfrage nach Roheisen und Stahl und die somit steigende
Produktion wurde ab den 1870er jedoch die Eisenbahn zur größten Konkurrenz zur
Schifffahrt als Transportmöglichkeit.
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Einwohner, innerhalb von 50 Jahren um das 20fache auf 200.000 Einwohner
vergrößert!
Dies wiederum hatte
erhebliche Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur der Städte, die das
Ruhrgebiet zu einer der größten zusammenhängenden Siedlungen Europas machte.
Zechen und Hütten fand man im Zentrum der Stadt vor, Siedlungen in Form von
Werkskolonien oder Industriedörfern eher am Außenrand der Stadt. Es herrschte
Wohnungsnot und man fand eine starke Heterogenität und Durchmischung von
Industrie und Wohnen vor.
Wandel:
Unter anderem bedingt
durch den Wechsel auf andere Energieträger wie Heizöl seit den 1980er kam es zu
Zeiten der Deindustrialisierung zum massiven Rückbau des Bergbaus, enormen
Rückgang der Stahlindustrie und der Schließung zahlreicher Hüttenwerke. So
gingen in der Zeit von 1980 -2002 rund 1Mio Arbeitsplätze im produzierenden
Gewerbe verloren, während lediglich 300.000 Arbeitsplätze im Bereich der
Dienstleistungen geschaffen wurden. Zurück blieb eine drastisch ansteigende
Arbeitslosenrate. Heute hat die Landwirtschaft bzw. der industrielle Sektor nur
noch einen Anteil von 1,2 %, der Dienstleistungsbereich hingegen einen Anteil
von 70%. Dies macht deutlich, warum mittlerweile nur noch 4 Hüttenwerke von
ursprünglich 229 in Betrieb sind.
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Im Laufe der
Deindustrialisierung wurde das ehemalige Krupp´sche Areal nach dem zweiten
Weltkrieg im Zeitraum 1950 - 1990 von der AEG – Kanis GmbH übernommen und
schließlich zu einem Produktionsstandort für den Bau von Gasturbinen. Dieser Produktionsstandort
wurde dann 1990 verlagert und die freigewordene Fläche an die Lenkungsgruppe
AEG – Kanis abgegeben, die die Verwaltung (Stadtplanung, Verkehrswesen,
Gewerbeplanung und wirtschaftliche Entwicklung) des Areals der Weststadt
plante. 1994 wurde das Areal wiederum an die Landesentwicklungsgesellschaft
(LEG) NRW GmbH verkauft.
Mittlerweile
befinden sich 40%, Gewerbe, 25% Wohnen, 15% Büro/Verwaltung, sowie 5%
Einzelhandel auf dem Gelände der ehemaligen Krupp Stadt. Die alten
Fabrikhallen werden neu genutzt (u.a. Ikea, Theater). Eine Verknüpfung der
Fußgänger Zone zur westlichen Innenstadt versucht die Stadt durch das
Einkaufszentrum Limbecker Platz zu ermöglichen. Zu den Großunternehmen, die
ihren Hauptsitz (im Innenstadtbereich) in Essen haben zählen u.a. Evonic, RWE,
Aldi, Thyssen Krupp, BP, Arcandor, HochTief, Tengelmann.
Festzuhalten
bleibt, dass die Fläche der heutigen Weststadt vor allem wirtschaftlichen
Interessen dient, sich die Freizeitgestaltung in einem Industriepark als
Innenstadt als äußerst schwierig erweist und es einen Mangel an Einrichtungen
des täglichen Bedarfs gibt. In der weiteren Planung steht die Verbindung der
Uni an die Innenstadt durch einen Grüngürtel.
Essen gilt als
eine kompakte Stadt oder auch Stadt der kurzen Wege.
Als ein anderes
Beispiel der Umgestaltung bzw. Neugestaltung einer Stadt kann Oberhausens neue
Mitte herangezogen werden.
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