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Industrialisierung des Ruhrgebiets .docx

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Geo Sciences
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Universität zu Köln
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2011
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Das Ruhrgebiet

„Versuch der Schaffung einer Region statt vieler einzelner Städte“

Heutzutage zählt das Ruhrgebiet mit seinen mehr als fünf Millionen Einwohnern auf einer Fläche von ca. 4435 Quadratkilometern zu den fünf größten Ballungsräumen Europas und dem größten Ballungsraum in der Bundesrepublik Deutschland.

Allgemeine Abgrenzung bzw. Gliederung des Ruhrgebiets durch die Flüsse

·         Rhein (Westen)

·         Ruhr ( Süden)

·         Lippe (Norden)

·         Emscher (Mitte)

ursprünglich legte der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) 1920 die Grenzen des Ruhrgebiets fest. Dieser Siedlungsverband ist heute unter dem Namen Regionalverband Ruhr (RVR), bekannt, dem die Städte Essen, Duisburg, Bochum, Dortmund, Bottrop, Oberhausen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Mülheim an der Ruhr, Herne und die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und der Ennepe – Ruhr – Kreis zugehörig sind.

1920 kam es zur Gründung des Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk unter dem Vorbild der damaligen Berliner Stadtbezirke. Somit war der SVR der erste Siedlungsverband in Deutschland, der die Aufgabe hatte, das Ruhrgebiet strukturiert zu verwalten, vor allem aber die Siedlungsstruktur verbessern sollte.

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Nichts desto Trotz nahm die Ansiedlung von ca. 750.000 Menschen enormen Einfluss auf die Siedlungsstruktur. Das Ruhrgebiet wuchs zu einer der größten zusammenhängenden Siedlungen Europas heran und das Bild der einzelnen Städte war im Zentrum durch Industrie, ringsherum durch Siedlungen geprägt.

Anders wie beim Zusammenwachsen einzelner Städte und Orte zu einer Kernstadt (z.B. Berlin) kann man das Ruhrgebiet heute als eine polyzentrische Städtelandschaft bezeichnen, deren Raum durch eine sehr ähnliche wirtschafts- und stadtgeographische Entwicklung gekennzeichnet ist.

Weitere Projekte des SVR waren die Schaffung des Ruhrschnellwegs, der die einzelnen Städte näher zusammenwachsen lassen sollte, sowie die Regionalbahn und Revierparks (Park-/Freizeitlandschaft). 1974 wurde der SVR zum Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR), 2004 schließlich zum Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) umbenannt.

Der heutige RVR hat ca. 350 Mitarbeiter und hat sich unter anderem die Tourismusförderung, Standortmarkting, sowie die Grünflächenerhaltung im Ruhrgebiet zum Ziel gemacht. Zudem ist der RVR im Besitz von vielen Halden und somit an den meisten Planungen des Ruhrgebietes in Form der Erstellung von Masterplänen in Bezug auf die Raumordnung beteiligt.

 

Geschichte:

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Ca. 1780 von den Engländern erfunden, war die Dampfmaschine Auslöser der industriellen Revolution. Diesem Wissen über die Dampfmaschine bedienend, startete die Industrialisierung, vor allem der industrielle Bergbau um 1801 auch in Deutschland.

Von nun an waren Grabungen bis zu einer Tiefe von 48m möglich und somit die Gewinnung von energiereicherer Kohle. Dies führte zu einer Ausweitung des Kohleabbaus im Ruhrgebiet gen Norden, von der Ruhr zur Emscher und schließlich zur Lippe, allerdings in Abhängigkeit der technischen Entwicklung. Von nun an entstanden in kürzester Zeit mehr als 200 Zechen und so war es ab 1843 möglich, das in den Kokereien gewonnene Koks zur Roheisen- und Stahlerzeugung zu nutzen und die Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet zu etablieren.

Dabei spielte die Ruhr eine nicht ganz unwesentliche Rolle, denn als ohnehin Schifffahrtsreichster Fluss in Europa in den 1860er geltend, war sie sehr wichtig für den Transport. Durch die zunehmend erhöhte Nachfrage nach Roheisen und Stahl und die somit steigende Produktion wurde ab den 1870er jedoch die Eisenbahn zur größten Konkurrenz zur Schifffahrt als Transportmöglichkeit.

 

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So hatte sich z.B. Essen, 1850 noch 10.000 Einwohner, innerhalb von 50 Jahren um das 20fache auf 200.000 Einwohner vergrößert!

Dies wiederum hatte erhebliche Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur der Städte, die das Ruhrgebiet zu einer der größten zusammenhängenden Siedlungen Europas machte. Zechen und Hütten fand man im Zentrum der Stadt vor, Siedlungen in Form von Werkskolonien oder Industriedörfern eher am Außenrand der Stadt.

Es herrschte Wohnungsnot und man fand eine starke Heterogenität und Durchmischung von Industrie und Wohnen vor.

Wandel:

Unter anderem bedingt durch den Wechsel auf andere Energieträger wie Heizöl seit den 1980er kam es zu Zeiten der Deindustrialisierung zum massiven Rückbau des Bergbaus, enormen Rückgang der Stahlindustrie und der Schließung zahlreicher Hüttenwerke.

So gingen in der Zeit von 1980 -2002 rund 1Mio Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe verloren, während lediglich 300.000 Arbeitsplätze im Bereich der Dienstleistungen geschaffen wurden. Zurück blieb eine drastisch ansteigende Arbeitslosenrate. Heute hat die Landwirtschaft bzw. der industrielle Sektor nur noch einen Anteil von 1,2 %, der Dienstleistungsbereich hingegen einen Anteil von 70%.

Dies macht deutlich, warum mittlerweile nur noch 4 Hüttenwerke von ursprünglich 229 in Betrieb sind.

 

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Im Laufe der Deindustrialisierung wurde das ehemalige Krupp´sche Areal nach dem zweiten Weltkrieg im Zeitraum 1950 - 1990 von der AEG – Kanis GmbH übernommen und schließlich zu einem Produktionsstandort für den Bau von Gasturbinen. Dieser Produktionsstandort wurde dann 1990 verlagert und die freigewordene Fläche an die Lenkungsgruppe AEG – Kanis abgegeben, die die Verwaltung (Stadtplanung, Verkehrswesen, Gewerbeplanung und wirtschaftliche Entwicklung) des Areals der Weststadt plante. 1994 wurde das Areal wiederum an die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW GmbH verkauft.

Mittlerweile befinden sich 40%, Gewerbe, 25% Wohnen, 15% Büro/Verwaltung, sowie 5% Einzelhandel auf dem Gelände der ehemaligen Krupp Stadt. Die alten Fabrikhallen werden neu genutzt (u.a. Ikea, Theater). Eine Verknüpfung der Fußgänger Zone zur westlichen Innenstadt versucht die Stadt durch das Einkaufszentrum Limbecker Platz zu ermöglichen.

Zu den Großunternehmen, die ihren Hauptsitz (im Innenstadtbereich) in Essen haben zählen u.a. Evonic, RWE, Aldi, Thyssen Krupp, BP, Arcandor, HochTief, Tengelmann.

Festzuhalten bleibt, dass die Fläche der heutigen Weststadt vor allem wirtschaftlichen Interessen dient, sich die Freizeitgestaltung in einem Industriepark als Innenstadt als äußerst schwierig erweist und es einen Mangel an Einrichtungen des täglichen Bedarfs gibt. In der weiteren Planung steht die Verbindung der Uni an die Innenstadt durch einen Grüngürtel.

Essen gilt als eine kompakte Stadt oder auch Stadt der kurzen Wege.

 

Als ein anderes Beispiel der Umgestaltung bzw. Neugestaltung einer Stadt kann Oberhausens neue Mitte herangezogen werden.


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