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Übung:bildungstheoretische
Zugänge zum Lehrberuf
Leiter: Prof.Dr.Martin Steger
Sommersemester 2010
Humboldt,
Klafki und das moderne Bildungssystem
-neuartige
Perspektive, oder Verfall
Verfasser: Alexander Hörtenhuemer
Abgabedatum: 09.05.2010
Ort: Karl-Franzens Universität Graz
Humboldt und
Klafki, der eine Universalgelehrte des vorletzten Jahrhunderts, der andere
Erziehungswissenschaftler der Gegenwart, gaben enorme Anstöße für die
Bildungstheorie und haben die vorherrschenden Bildungsdimensionen nicht nur
geprägt, sondern durch sie hat das moderne Schulwesen, das heute als
Ausgangspunkt und Organisationszentrum von Bildung gesehen wird eine nahezu
epochale Grundsteinlegung erfahren.
Inwieweit der eine
oder andere heute noch in diesem System verankert ist, was übernommen,was
verändert wurde, oder in welchen Bereichen Bildungsstandards beeinflusst
wurden, soll in den folgenden Seiten kurz reflektiert werden.Da sich die
unterschiedlichen Herangehensweisen auf vorangegangenen Definitionen stützen,
ist es meiner Ansicht nach wichtig, zunächst hierfür die verschiedenen Zugänge
zum Begriff der Bildung zu unterscheiden.
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Differenzierung geprädigt, duch bloßes Vermitteln von formalen Wissensinhalten
wird die Fähigkeit der Abstraktion, des vernetzten, kritischen Denkens jedoch
weitgehend negiert und der wichtige Bereich der materialen Bildung schlichtweg
oft ignoriert.
So wird sich der Heranwachsende nur soweit auf einen
Aneignungsprozess einlassen, als das für das Erreichen seiner Ziele(zu
bestehen) von Nöten ist. Ich finde hierzu passt auch die in der
Lehrveranstaltung genannte Uhrenanalogie.
Bildung soll in
einen allgemeinen Kontext gestellt werden, der, gleich einem analogen
Ziffernblatt das Vorher, das Nachher und den Prozess (in diesem Fall
Sekunden-Minuten-Stunden-Tage...) an sich verdeutlicht, ferner ist hier also
ein Ganzes und ein Bezug zur Welt erkennbar. Eine Digitaluhr hingegen zeigt zwar
die genaue Uhrzeit an, sie zu lesen bedarf aber keinerlei Weltverständnis und
die zeitliche Struktur und die Veränderung der Zeigerausrichtung, die dahinter
stehen können nur erahnt werden, es zählt also nur die rohe
Informationsvermittlung.
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Öffnung der Schule
durch interne Instrumente, wie Exkursionen, interdisziplinären Projektunterricht,
oder methodische Instrumente der Praxisnähe, wären neben einer innovativen
Leistungsbeurteilung wichtig für die Persönlichkeitsbildung, die wie es wohl
auch in Humboldts Sinn gewesen wäre, mit der dynamischen Lernkultur und neben
Qualifikationen und dem Schulbezug eine der drei Säulen bildet, auf die die AHS
heute aufbaut. Weiters fungiert wohl der Lehrer als Wegbereiter, der sich
immer mehr gesellschaftlichen Normen und Rechtfertigungsgründen ausgeliefert
sieht. Die vom Lehrer geforderten sozialen, personalen und sachlichen
Kompetenzen, sollen auch auf den Schüler wirken und von diesem unter
Berücksichtigung eines gewissen subjektiven Moments angeeignet werden. So steht
bei Klafki die Bildungsfrage im dialektische Verhältnis zur Gesellschaftsfrage.
Ich glaube aus
diesem Verhältnis ergibt sich eine Abhängigkeit der beiden Bereiche
voneinander, was einerseits auf die humboldt´sche Wechselwirkung zwischen
Individuum und Außenwelt, die sich erst im rekursiven Zusammenhang ergibt,
verweisen lässt, andererseits in der Gegenwart in Form der immer stärker
werdenden Internationalisierung und Globalisierung von Bildungsinhalten
verdeutlicht wird.
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Anhand dieses
Beispiels wird diese Wechselwirkung veranschaulichbar, der Prozess prägt also
das Individuum, durch die Aneignung wird das Neue wahrgenommen und kann so
wiederum Reaktionen auslösen, die auf die aüßere Welt wirken, beziehungsweise
sie beeinflussen.
Um die Freiheit
von Bildung zu gewährleisten ist, nach Klafki eine freiwillige Demokratisierung
nötig. Hierbei meint er wohl die Möglichkeit zur Einmischung, als eine
Möglichkeit für Alle.
Dieses Alle ist
heute mittels Leitvorstellungen in jedem Lehrplan niedergeschrieben.
Sozialisierung, Geschlecht und ethische Zugehörigkeit sollen in den
Bildungsinstitutionen keine Rolle spielen, gefordert wird also Weltoffenheit,
Akzeptanz und Integration.
Eine Erziehung zum
Wahren, zum Guten und zum Schönen soll die Devise sein und ist so auch im
Schulorganisationsgesetz verankert, was ganz im Zeichen der vier Dimensionen
Klafkis steht, der jedoch noch weiter ausholt und als vierte Dimension die
Praxis einführte.
Praktiziert wird
meiner Ansicht nach an den Bildunginstitutionen jedoch immer mehr nur eine,
oder zwei Dimensionen, nämlich die des Wahren und die der methodischen
Instrumente der Praxisnähe. Das Gute, was bei Klafki Moral und Normativität
umfasst, tritt in den Hintergrund, da es oftmals an elterlicher Erziehung fehlt
und das Lehrpersonal zwar wissenschaftlich versiert ist, die Fragen der Ethik
und Moral jedoch eher in den Bereich der Religion gehören, der, wie es aussieht
als Unterrichtsfach nicht mehr lange bestehen wird.
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zu verwehren, mit Andersgläubigen in sinnhaften Dialog zu treten finde ich
schon deshalb absurd, weil Religion auch Halt für jene geben kann, die sonst
wenig Halt haben, das Gefühl zumindest hier werde ich um meiner selbst willen
akzeptiert ist hier ganz wichtig, nicht irgendwelche dogmatischen Grundthesen.
Außerdem ist im Sinne eines gegenwartsbezogenen Unterrichts Religion, die
kulturelle Unterschiede erst verständlich macht, als Fach sehr wichtig, um
Standpunkte und Werte und somit andere Erd und Kulturkreise zu verstehen.
Ich glaube hier
ist auch eine Öffnung der Schule nach außen hin möglich, da ja oftmals
Priester, das heißt Leute vom Fach den Unterricht halten, was ganz gleich in
welcher Form neue Einblicke in andere Lebensbereiche, in eine eigene Welt
offenbart, auch wenn die Schüler diesem Thema kritisch gegenüberstehen ist doch
mit dieser kritischen Stellungnahme schon ein wichtiges Ziel erreicht, nämlich
die kritische Auseinandersetzung, welche das Menschenbild entscheidend erbauen
oder verändern kann.
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