Gisela Ulmann sagte dass es in
verschiedenen unterrichtlichen Konstellationen für die Schüler primär um nichts
weiter geht, als den Lehrer zufrieden zu stellen. Wenn der Lehrer zufrieden
ist, zeigt er das nächste Bild, gibt den nächsten Satz vor oder stellt die
nächste Rechenaufgabe. Und zwar völlig unabhängig davon, ob ihn nur ein Schüler
zufriedengestellt hat oder viele. Wenn es eine richtige Antwort gibt und die
sofort gegeben wird, holt er noch weitere Antworten ein...
Sprecher A wie spät, usw. VIELEN DANK ->
besser
als SEHR GUT DENISE -> ohne jede
Kontextinformation springt einem der erziehungsförmige Charakter der
Frage-Antwort Sequenz entgegen.
answer seeking questions und known
information questions werden unterschieden
Es wird vorausgesetzt dass man in der
Schule nur mit abgeschlossenen Probleme n zu tun hat. Damit ist es mir als
Schüler auch unmöglich, durch meine Antwort die Berechtigung der Lehrerfrage
anzuzweifeln, also etwa eine widersprechende Antwort zu geben.
Der Lehrer ist nicht dazu da Fragen zu
beantworten, sondern Fragen zu stellen.
Text – Die Fiktion administrativer Planbarkeit schulischer Lernprozesse
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Lernen muss man zunächst als intendierte
Aktivität, von den inzidentellen Lerneffekten (Mitlerneffekten) unterscheiden.
Man kann kaum etwas etwas tun, ohne dass man dabei auch irgendwas lernt. Da wir
aber die Subjektseite des schulisch veranstalteten Lehrlernens diskutieren
wollen geht es uns hier umnd das intendierte Lernen der Schüler.
Das schulische
Konzept sieht vor, dass die Anforderungen von den Schülern intendiert
übernommen werden, also ob diese ,wenn man sie zum Lernen bringen will,
automatisch auch schon gerade das von ihnen Geforderte auch lernen wollen.
Nicht jede Problematik, vor der ein Subjekt
in seiner Lebenspraxis steht, ist eine Lernproblematik. Es gibt viele
Problematiken die nicht erst durch Lernen, sondern durch unmittelbares Handeln
zu lösen sind. zB Bewältigungsproblematiken. Diese werden erst zu
Lernproblematiken, wenn das Subjekt einerseits eine bestimmte
Handlungsproblematik nicht direkt überwinden kann, aber andererseits
antizipiert ist, dass durch das Dazwischenschieben einer Lernphase eine solche
Überwindung der Handlungsproblematik möglich sein wird. Dies stellt quasi einen
Umweg oder eine Lernschleife dar. Jede Lernhandlung ist also einer
Bezugshandlung zugeordnet.
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Lernmotivation wie wir sie verstehen ist
also der Inbegriff von Lerngründen.
Mit der Unterlassung oder Verweigerung des
Lernens für mich eine Beeinträchtigung meiner Lebensqualität droht. So sehe ich
mich gezwungen zu lernen.
Bei expansiv begründetem Lernen tritt die
Erhöhung der Lebensqualität unmittelbar in den Vordergrund, während bei
defensiv begründetem Lernen dies eher zurück geht.
Defensives Lernen geht nicht auf den
Lerninhalt, sondern auf die Bewältigung der Lernanforderungen. Es wird versucht
die Bedrohung durch Demonstration eines Lernerfolgs abzuwehren. Ich bin hier
nicht daran interessiert etwas zu lernen, sondern daran, die jeweilige
Anforderung zu bewältigen und soviel zu lernen dass dies gelingen kann.
Genau umgekehrt ist dies beim expansiven
Lernen. Hier steuere ich meine Lernaktivitäten nicht primär an äußeren
Anforderungssituationen, sondern an den sachlichen Notwendigkeiten. Dies
bedeutet dass bei jedem Schritt, den ich bei er Aneignung des Lerngegenstandes
weiterkomme, neue Schwierigkeiten auftreten.
Lernprozess muss durch eine quasi
gegensinnige Lernbewegung ergänzt werden. Dies soll als affinitives Lernen
bezeichnet werden.
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