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Humangeographie 2 .doc

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Environmental Science
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Geo Sciences
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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Humangeographie 2

Modul 1_Betrachtungsweisen der Humangeographie

Entwicklung des geographischen Denkens

Antikes Griechenland: Geographie = Erdbeschreibung, Nutzen für Politik und Handel, erste Kartendarstellungen von Anaximander von Milet (611-547 v.Chr.)

Antikes Rom: Strabo: 17 Bände, Besonderheiten zwischen Mensch und Natur Ptolemäus: 8 Bände

Mittelalter: Geographie vernachlässigt, Wissen teilweise verloren, T-O Karten (symbolhafte Darstellung)

Neuzeit: Europäische Entdeckungen (Vasco da Gama, Columbus, Cook), bedeutende Gelehrte (Alexander von Humbold, Karl Ritter, Immanuel Kant), geographische Veröffentlichungen wurden stark von Umwelt- und Naturdeterminismus geprägt (=menschliches Handeln wird von äußeren Umweltbedingungen bestimmt.), neue Kartenprojektionen und geographische Beschreibungen, im 19.Jhd Entstehung von geogr.Gesellschaften in London, Berlin usw., ethnozentristisches, imperialistisches und maskulinisches Gedankengut bildete sich in der Geographie heraus.

Definition der Humangeographie

… die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der räumlichen Organisation menschlichen Handelns, mit räumlichen Disparitäten der Gesellschaft und Wirtschaft und den Mensch- Umwelt - Beziehungen beschäftigt.

 

Untersuchungsgegenstände der Humangeographie

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Kernaussagen: Individuelle Orte bestimmen unser Alltagsleben, Viele Inhalte der Humangeographie stehen zueinander in Beziehung, Übertragungs- und Transportwege beeinflussen Kontakt und Interaktion, Orte und Regionen erfüllen Funktionen in wandelnden Netzwerk (voneinander abhängig), man sieht Orte/Regionen und deren Beziehungen als Folge von Kräften der natürlichen Umwelt, des kulturellen Umfeldes und des menschlichen Handelns.

Einfluss und Bedeutung von Orten: Einfluss auf den Menschen durch physisches Wohlbefinden, Entfaltungsmöglichkeiten, Lebensgestaltung; Symbolcharakter (Erinnerungen, Emotionen, Kultur), Orte als soziale Konstruktionen, Bewohner als Identitätsgeber.

Orte strukturieren ökonomischen und sozialen Alltag der Menschen, geben Möglichkeiten und Einschränkungen für soziale Bedürfnisse, liefern Erfahrungen mit der Gesellschaft und Erlernen sozialen Verhaltens, beeinflussen Sozialisation (Integration in die Gesellschaft),…

Wechselwirkung zwischen Orten und geographischen Maßstäben: Jeder Ort hat eine spezielle Funktion in einem sich ständig ändernden geographischen System: Auswirkungen globaler Entwicklungen auf lokale Gegebenheiten, Auswirkungen lokaler Ereignisse auf globale Prozesse und Struktur, z.B.

Manhatten/New York:

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Wechselwirkung als rückgekoppelter Prozess: Orte beeinflussen Menschen, indem diese sich an die Umwelt und an die Gemeinschaft anpassen. Orte werden durch Politik, Bauvorschriften, Erschließungsmaßnahmen, Konzepte der Stadtplanung, Eigentums- und Mietstrukturen usw. gestaltet.

Das Resultat ist ein Charakteristika des Ortes (z.B. bauliche Strukturen, Bevölkerungsdichte, soziales Klima und Segregation, Image). Diese Orte beeinflussen wiederum die bauliche und strukturelle Entwicklung, örtlichen Wohnmarkt, Zu- und Abwanderung.

System der modernen Geographie

Es gibt die Thematische Geographie (=auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten gerichtetes Interesseànomologisch) und die Regionale Geographie (=auf die Erklärung individueller Sachverhalte gerichtetes Interesseàidiographisch).

Beide stehen im Zusammenhand, thematische Geographie ist im Vordergrund.

Teilgebiete: Physische Geographie (untersucht Struktur und Dynamik der Umwelt, z.B. Geomorphologie, Hydro-, Klima-, Boden-, Vegetations- und Biogeographie, Landschaftsökologie), Humangeographie (befasst sich mit Struktur und Dynamik von Gesellschaften&Ökonomien und der Raumbezogenheit menschlichen Handelns, z.B.

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Atlanten), Gegenseitige Betrachtung und vernetztes Denken (übergreifende ökologische Betrachtungsweisen, wichtig für raumbezogene Planung und PolitikàRaum-, Landschafts- und Umweltplanung).

Das dreidimensionale Modell der Nachhaltigkeit besteht aus Ökonomie, Soziales und Ökologie (Balance ist wichtig!)

Humangeographische Forschungsansätze/Paradigmenvielfalt in der Humangeographie

Humangeographie konzentriert sich auf den Menschen und die von ihm geschaffenen Geofaktoren, sie analysiert die Wechselwirkung zwischen Natur&Kultur, beschäftigt sich mit Geographie im Allgemeinen (Grenz- und Verschneidungsbereich zwischen Natur- und Sozialwissenschaften), Paradigmenvielfalt (wegen Komplexität des geographischen Forschungsobjektes,…):

Paradigma

Kurzcharakteristik

 

Landschaftsgeographie

Reliktform der klassische „Einheitsgeographie“

Raumstrukturforschung

Auf materielle Strukturen konzentriert (Gebäude, Landnutzungssysteme).

Raumwissenschaftliche Geographie

Sucht nach spezifischen Raumgesetzlichkeiten

Welfare Geography

Soziale Relevanz geographischer Forschung, emanzipatorisch geprägt. Wichtig: regionale Disparität

Radical Geography

Analyse von Macht- und Herrschaftsstrukturen

Marxistische Geographie

Gesellschaftsveränderung, Klassenkampf und Weltrevolution

Feministische Geographie

Auf Feminismustheorien gestützt, Gender

Verhaltensgeographie

Räumliches Verhalten, Mental Maps

Humanistische Geographie

Konzentration auf lebensweltliche Probleme und Sinnfragen

Neue Regionale Geographie

Neuinterpretation des Regionsbegriffs

 

Handlungstheoretische Geographie

Landnutzungssysteme werden als Folge von

Handlungen dargestellt.

Humanökologische Geographie

Konzentration auf Mensch/Gesellschaft-Umwelt Interaktion

Hauptentwicklungsphasen der Humangeographie:

1.)  Geodeterministische Phase/Geographie als Beziehungswissenschaft (Ende des 19.Jhd., von der Frage der Abhängigkeit des Menschen, seiner Kultur, Wirtschaft und Geschichte von den Naturbedingungen beherrscht, stark von Darwins Evolutionstheorie beeinflusst.)

2.)  Possibilistische Phase /kultuökologischer Ansatz (aktive und freie Anpassung an Naturräume.)

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4.)  Funktionale Phase der Humangeographie (seit 1930 wurden in die Stadtgeographie nicht sichtbare Faktoren einbezogen, z.B. kulturelle Verflechtungen usw.

System der zentralen OrteàChristaller 1933)

5.)  Verhaltensorientierte sozialgeographische Ansätze („Münchner Schule“, Ende 1960: Daseinsgrundfunktionen wie wohnen, arbeiten, konsumieren usw. behandelt; Umweltwahrnehmung.)

6.)  Quantitative und analytisch-szientistische Phase (Popper.

Befassung mit Raumgesetzen der Gesellschaft, Orientierung an naturwissenschaftlichem analytischem Denken)

7.)  Entscheidungs- und Handlungstheoretische Ansätze (zuerst in Wirtschaftsgeographie, dann auch in Sozialgeographie große Rolle, seit 1970 Modelle: Vorstellungen zum Reiseverhalten, Entscheidungsverhalten von Industrieunternehmen usw.)

8.)  Qualitative und poststrukturalistische Ansätze (Bewerten Sprache, Zeichen und Kommunikation als sehr bedeutsam für die Geographien der Gesellschaft.)

Modul 2_Der globale Wandel

Die Welt im Handel

Prozesse und Entwicklungen:

Orte und Regionen sind Bestandteile eines sich ständig wandelnden Systems, historische Entwicklungen und Wandlungen sind von Bedeutung, wobei die historische Entwicklung vom Raum modifiziert, verstärkt oder abgemildert wurde. Um historische Prozesse und deren Auswirkungen auf Ort und Region abschätzen zu können, muss man die Welt als politisch-ökonomisches System betrachten, welches durch Wettbewerb und Entwicklung (soziale Evolution) gekennzeichnet ist.

Der Begriff Weltsystem beschreibt die gegenseitige Abhängigkeit von Orten und Regionen.

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