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Social Science
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Sociology
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Universität Karlsruhe
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2008
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Universität Karlsruhe

Institut für Politikwissenschaften und Sozialforschung

Seminar: Didaktik der Sozialkunde

Dozent: Dr. Louis Fortig

Sommersemester 2008

Historisches Lernen

Hausarbeit

Alexandra Barsik

LA Grundschule

2. Fachsemester

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Historisches Lernen als Dimension politischer

Bildung 3

2.1 Begriff „Geschichte“ 3

2.2 Historisches Lernen und Geschichtsbewusstsein 4

2.3 Politische Bildung 6

3. Funktion der Geschichte im Politikunterricht 7

3.1 Historisch-politische Bewusstheit 7

3.2 Exemplarische Zugänge 9

3.3 Ort und Funktion der Geschichte in der

politischen Bildung (nach Bernhard Sutor) 11

4. Zeitgeschichte und politische Bildung 13

5. Resümee 14

6. Literaturverzeichnis 15

1. Einleitung

Die Lebensbedingungen des Menschen werden in starkem Maß von Politik bestimmt, deshalb gehört auch ein Verstehen von Politik zum Verstehen der eigenen Lebenswelt. Es gibt wiederum kein politisches Problem und keinen politischen Konflikt, die ohne Aufklärung ihrer geschichtlichen Bedingtheit ausreichend verstehbar wären.

Geschichte ist also notwendig zum Verstehen der politischen Situationen (vgl. Detjen 2007, S. 286).

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In meiner Arbeit möchte ich auf dieses Aspekt der politischen Bildung nähe eingehen.

Im ersten Kapitel werde ich die Begriffe „Geschichte“, „historisches Lernen“, „Geschichtsbewusstsein“ und „politische Bildung“ erläutern, um dann im zweiten Teil die Verhältnisse von Geschichte zur politischen Bildung und von politischer Bildung zur Geschichte zu untersuchen.

Ich werde versuchen die Frage nach der Funktion der Geschichte im Politikunterricht zu beantworten und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man Geschichts- und Politikunterricht koordinieren und integrieren kann, z.B. wenn man bestimmte exemplarische Zugänge benutzt.

Im letzten Kapitel wird dargestellt welche Rolle die Zeitgeschichte im Politikunterricht spielt und auf welche Weise man sie im Politikunterricht nutzen kann.

2. Historisches Lernen als Dimension politischer Bildung

2.1 Begriff „Geschichte“

Wenn man auf die Frage „Was ist Geschichte?“ spontan antworten muss, wird der Fragensteller viele verschiedene Aussagen bekommen, die bestimmt alle richtig sind. Im allgemeinen Sinn ist Geschichte alles, was in der Vergangenheit geschehen ist.

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Wie wir sehen, ist der Begriff „Geschichte“ vieldeutig. Zu einem bezeich-net man damit das Geschehene selbst, zum andern auch die Darstellung des Geschehenen.

Der Wissenschaftler versteht unter Geschichte die unmittelbare Beschäftigung mit der Vergangenheit. Das vergangene Ge-schehen ist uns direkt nicht mehr zugänglich, es ist abgeschlossen und unwiderruflich, obwohl seine Auswirkungen in die Gegenwart und Zukunft hineinragen. Was wir leisten können, ist nur eine Rekonstruktion der vergangenen Ereignisse.

Diese Rekonstruktion ist aber notwendigerweise lückenhaft und perspektivisch, weil sie nie die ganze Fülle vergangener Wirklichkeit erfassen kann. Geschichte ist demnach also „ein Konstruk-tions- und Rekonstruktionsprozess von Vergangenheit aus der Perspek-tive der Gegenwart mit der Zielsetzung, in der Gegenwart und Zukunft die eigene Fähigkeit zum Verständnis gesellschaftlicher und individueller Prozesse zu vertiefen und Handlungskompetenzen zu gewinnen“ (vgl. von Reeken 1999, S. 7). Man kann sagen, es ist eine Einstellung, die auf eine bestimmte Weise mögliche Auskünfte erbringt, die wir für unsere Ori-entierung in der Gegenwart und vor der Zukunft als bedeutsam ansehen.

Jeder Mensch verfügt zudem über eine eigene, individuelle Lebensge-schichte, die sein gegenwärtiges Leben und seine Zukunft beeinflusst.

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2.2 Historisches Lernen und Geschichtsbewusstsein

Der Beginn historischen Lernen in der Schule ist nicht der Beginn des historischen Lernens schlechthin. Historisches Lernen erfolgt unbewusst bei jeder Begegnung mit Geschichte.

Alte Bauwerke, Straßenschilder und Denkmäler sind Beispiele, bei denen wir mit Vergangenem in Berührung kommen. Im Alltag begegnen wir Geschichtlichem sehr häufig, ohne dies immer zu bemerken. Die Medien sind voll mit historischen Bezügen: in historischen Spielfilmen, in Dokumentationen, in Anspielungen in der Werbung.

Politische Reden und Diskussionen arbeiten mit historischen Argumenten und auch im geselligen Gespräch ist Vergangenheit immer präsent (vgl. von Reeken 1999, S. 9). Man kann davon ausgehen, dass jedes Kind, wenn es in die Schule kommt, in irgendeiner Form mit Geschichte berührt wurde bzw. von Geschichte geprägt wurde.

Überall also begegnen wir im Alltag Geschichte, und historisches Lernen geschieht sozusagen automatisch, nebenbei, ohne bewusste Anstreng-ung.

Durch diese Begegnungen entwickelt sich nach und nach ein Geschichtsbewusstsein, welches mit falschen und richtigen Vermutungen, Sachinformationen und Gefühlen vermischt ist. Dieses Bewusstsein, dass alles menschliche Wissen vorläufig ist und im Laufe der Geschichte von einem anderen Verständnis von Realität abgelöst wird ist eine Erkenntnis von historischen Zusammenhängen (vgl. von Reeken 1999, S.12).

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Pandel 1997, S. 10ff). Es sind die drei Basisdimensi-onen:

1. Zeitbewusstsein - Fähigkeit, zwischen den Zeitdimensionen unter-scheiden, einen Zusammenhang zwischen Zeit und Geschehen herstellen: früher – heute – morgen

2. Wirklichkeitsbewusstsein - bewusste Unterscheidung zwischen realen und fiktiven historischen Persönlichkeiten, Handlungen und Ereignissen: wirklich historisch – erfunden/imaginär

3. Historizitätsbewusstsein - Veränderungen von Lebens- und Verhaltens-weisen in der Menschheitsgeschichte: statisch – veränderlich

weitere Dimensionen:

Identitätsbewusstsein wir – ihr/sie/die anderen

politisches Bewusstsein oben – unten

ökonomisch-soziales Bewusstsein arm – reich

moralisches Bewusstsein richtig/gut – falsch/böse

Geschlechtsbewusstsein weiblich – männlich.

Die Aufgabe der Schule besteht darin, dem historischen Lernen eine Zielgerichtetheit zu geben. „Historisches Lernen in der Schule kann als die bewusste Förderung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins beschrieben werden. (von Reeken 1999, S. 13).

Grundlegendes Ziel des historischen Lernens ist, die Entwicklung eines reflektierten Geschichts-bewusstseins zu fördern und damit einen Teil zur Identitäts- und Persön-lichkeitsentwicklung der Kinder beizutragen. Es geht nicht darum, abfrag-bares Wissen zu vermitteln, sondern die Fähigkeit zur geistigen Verarbeitung historischer Sachverhalte und Deutungsmuster zu unter-stützen.

Die benötigte hohe Motivation für historisches Lernen ist gerade bei Grundschulkindern häufig anzutreffen.


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