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Heterogenität in der Grundschule .doc

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Educational Science / Pedagogy
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Universität Würzburg
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Heterogenität

 

Herbst 2004:

Heterogenität der Lernvoraussetzungen und Vielfalt der Lernbedingungen von Grundschulkindern bergen pädagogische Chancen.

  1. Diskutieren Sie diese These!
  2. Erörtern Sie unter dieser Perspektive Reformansätze in der aktuellen grundschulpädagogischen Diskussion!
  3. Verdeutlichen Sie pädagogische Möglichkeiten und Grenzen an einem Beispiel!

 

 

Frühjahr 2004:

Unterschiede zwischen den Kindern stellen eine große Herausforderung für die Grundschule dar.

1.                  Kennzeichnen Sie im Überblick das Spektrum dieser Heterogenität!

2.                  Erläutern Sie für zwei Bereiche dieses Spektrums grundschulpädagogische Möglichkeiten und Grenzen der Bewältigung dieser Herausforderungen!

 

 

Herbst 1999:

Kinder in der Grundschule weisen unterschiedliche Lernvoraussetzungen auf.

1.                    Begründen Sie diese These!

2.                    Erläutern Sie grundschulpädagogische und –didaktische Konsequenzen!

3.                    Zeigen Sie grundschulspezifische Bedingungen auf, die es Grundschullehrerinnen und –lehrern erleichtern (würden), auf die individuellen Lernvoraussetzungen ihrer Schüler/-innen einzugehen!

 

 

Frühjahr 1999:

Die Grundschule hat vielfältige Unterschiede zwischen den Kindern zu berücksichtigen.

1.                    Erläutern Sie wichtige Bereiche dieser Heterogenität im Überblick!

2.                    Formulieren Sie für einen Bereich entsprechende Ziele und begründen Sie deren grundschulpädagogische Relevanz!

3.                    Zeigen Sie für die Grundschule Realisierungsmöglichkeiten und Schwierigkeiten auf!

 

 

Herbst 1998:

„Für die Grundschule der Zukunft wird es ein entscheidender Prüfstein sein, wie viel Heterogenität sie zulassen und produktiv ins Spiel bringen kann.“

1.                  Nehmen Sie zu dieser These unter Berücksichtigung aktueller sozio-kultureller und schulpolitischer Entwicklung Stellung!

2.                  Erörtern Sie Chancen und Risiken einer „Pädagogik der Vielfalt“!

3.                  Zeigen Sie Voraussetzungen und unterrichtliche Möglichkeiten ihrer praktischen Verwirklichung auf!

 

1 Einleitung

2 Bereiche (Spektrum) der Heterogenität in der GS

2.1 Heterogene Lernvoraussetzungen der Grundschüler

2.1.1 Familiärer Hintergrund

2.1.2 Interkulturelle Vielfalt innerhalb der Schülerschaft der GS

2.1.3 Vorwissen und –erfahrungen der Kinder

2.1.4 Unterschiede altersspezifischer und entwicklungsspezifischer Merkmale

2.2              Unterschiedliche Verhaltens- und Lerneigenschaften der GS

2.2.1        Verhaltensauffällige Schüler

2.2.2        Schüler mit Lern- und Leistungsstörungen

2.2.3        Hochbegabte Schüler

3 Grundschulpädagogische Konsequenz – eine Pädagogik der Vielfalt

4 Unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten der Pädagogik der Vielfalt

4.1 Innere Differenzierung

4.1.1 Zum Begriff der inneren Differenzierung

4.1.2 Grundformen der inneren Differenzierung

4.1.3 Grenzen der inneren Differenzierung

4.2              Offener Unterricht (Freiarbeit, WP-Arbeit und Projektlernen)

4.2.1        Formen offenen Unterrichts

4.2.2        Grenzen offenen Unterrichts

4.3              Interkulturelle Erziehung

5                   Chancen der Heterogenität in der GS

6                   Risiken der Heterogenität in der GS

 

 

7                   Schlussgedanke

 

 

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1.           Einleitung

-          Empirische Untersuchungen zeigen, dass die Grundschulen mit einer zum Teil deutlichen Heterogenität konfrontiert werden.

-          Die GS als gemeinsame Schule für (fast) alle Kinder der entsprechenden Altersgruppe hat es prinzipiell mit einer unausgelesenen Schülerpopulation und damit mit der vollen Variabilität von Schülerleistungen, Schülervoraussetzungen und familialen Hintergrundmerkmalen zu tun.

-          Diese Heterogenität der Schülerschaft, stellt ein Kernproblem der Grundschule dar.

-          Allerdings wird in der gegenwärtigen pädagogischen Diskussion diese Heterogenität weniger als Problem gesehen, sondern als eine Lernchance für ein erfolgreiches kognitives, soziales und emotionales Lernen aller Grundschüler.

-          Bedeutsam ist, dass die Lehrer mit dieser gegebenen Heterogenität der Schülerschaft umgehen müssen. à gelingt durch innere Differenzierung, die im O.U. möglich ist.

2.           Bereiche der Heterogenität in der Grundschule

2.1       Heterogene Lernvoraussetzungen der Grundschüler

Im Bezug auf die verschiedenartigen Lernvoraussetzungen der Schüler lassen sich vor allem 4 Aspekte ausmachen: der familiäre Hintergrund der Schüler, die interkulturelle Vielfalt der Schülerschaft, das Vorwissen und die Vorerfahrungen der Kinder sowie die Unterschiede alterspezifischer Merkmale.

 

2.1.1        Familiärer Hintergrund:

 

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-          Die Bildung wie auch die Sozialschichtzugehörigkeit der Eltern differiert sehr.

-          Die Eltern haben unterschiedliche Erwartungen an ihre Kinder.

-          Verhalten und Erziehungsstil der Eltern sind oftmals sehr verschieden.

-          Die Förderung und Hausaufgabenbetreuung durch die Eltern variiert stark.

-          Betreuung von Kindern immer häufiger durch Experten (Kindergarten, Ferienfreizeiten) à Expertisierung

-          Medien oft als Betreuungsersatz bei berufstätigen Eltern (vermehrte Müttererwerbstätigkeit) à Mediatisierung

2.1.2        Interkulturelle Vielfalt innerhalb der Schülerschaft in der GS

-          Die erheblichen Anteile ausländischer Ss vergrößern potentiell die Heterogenität der Schülerschaft aufgrund ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt

-          In der GS bilden Ss verschiedener Kulturen und Nationen eine Klassengemeinschaft.

2.1.3        Vorwissen und -erfahrungen der Kinder

-          Die individuellen Vorkenntnisse der Schüler, die die Lerneffizienz und Qualität der Wissensbestände bestimmen, sind sehr unterschiedlich.

-          Sie hängen stark von der Lernumgebung sowie dem familiären Umfeld der Kindheit ab.

 

2.1.4        Unterschiede altersspezifischer und entwicklungsgemäßer Merkmale

 

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-          Obwohl Grundschulkinder in der Regel bestimmte Gemeinsamkeiten (im körperlichen, kognitiv-intellektuellen Bereich, im sozialen Bereich und in der Arbeitshaltung) aufweisen, differieren sie in ihrer Reife und Entwicklung.

Im Zuge des Modernisierungsschubes der gesellschaftlichen Entwicklung seit den 60er Jahren kam es zu tief greifenden Veränderungen des Alltags und Zusammenlebens vor allem für die Kinder.

Da nie alle Kinder in gleicher Weise von den Veränderungen betroffen sind, kann heute kein einheitliches gesellschaftliches Kindheitskonzept mehr zugrunde gelegt werden; stattdessen: Diversifikation (Ereiterung) von Kindheitsmustern.

à Neben der eigentlichen Lehr- und Unterrichtsfunktion muss die Schule ständig wachsende gesellschaftliche Aufgaben bewältigen (z. B. Integration ausländischer Kinder)

2.2       Unterschiedliche Verhaltens- und Lerneigenschaften der Grundschüler

2.2.1        Verhaltensauffällige Schüler

-          Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität und dissozialem Verhalten à Zunahme von Schulproblemen

Merkmale verhaltensauffälliger Schüler:

 

1.      Aktiv störende Verhaltensauffälligkeiten

 

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-          Aggression gegen Mitschüler, Beschädigung eigener und fremder Sachen und Wutanfälle

-          Beziehungsunfähigkeit d. h. Unvermögen, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen

-          Zu dieser Gruppe gehören auch ganz normale Disziplinschwierigkeiten wie motorische Unruhe, Ungehorsam oder exzessives Fordern von Aufmerksamkeit

2.      Störungen des Arbeitsverhaltens

-          Kernsymptome: mangelnde Leistungsmotivation, ungenaue Erledigung von Aufgaben und leichte Ablenkbarkeit (nur kurzzeitig Aufmerksamkeit)

-          Mitarbeit und Leistung werden verweigert, Aufgaben werden fehlerhaft und unvollständig erledigt.

à Störungen, die ganz spezifisch für die Auseinandersetzung mit den schulischen Anforderungen sind.

3.      Nach innen gerichtete Verhaltensfälligkeiten

-          Kernsymptome: Ängstlichkeit, Niedergeschlagen, psychosomatische Störungen (z.B. Erbrechen vor Schulbeginn) und mangelndes Selbstvertrauen.

à Auch Kinder, die nicht als verhaltensgestört klassifiziert werden, zeigen in unterschiedlichem Maße diese Verhaltensweisen à notwendig: Differenzierung von Störungsgraden in leichte, mäßige und schwere Störungen

 

2.2.2        Schüler mit Lern- und Leistungsstörungen

 

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