Herr Keuner und die Flut
Probleme würden sich nie lösen, wenn nicht irgendjemand auf
die Idee kommen würde, sich aus dem Schlamassel zu befreien. Der erste Schritt
scheint so schwer, und doch ist er letztendlich der Schlüssel zur Lösung aller
Gefahren. In Brechts Kurzgeschichte „Herr Keuner und die Flut“ geht es genau um
dieses Problem, welches ich nun knapp interpretieren möchte.
Der Inhalt der Geschichte ist letztendlich, dass Herr Keuner
in einem Tal entlangläuft, welches sich als Meeresarm entpuppt. Daraufhin
steigt das Wasser immer mehr an, während Herr Keuner auf einen Kahn hofft und
letzten Endes bemerkt, dass er selbst ein Kahn ist.
Vergleichen kann man diese Geschichte mit jedem privaten
Problem, aber auch mit größeren Problemen, wie z.B. die Zeit des
Nationalsozialismus. Die steigende Flut stellt hier das herannahende Problem
dar, wie z.B. den Aufstieg des Faschismus. Jeder hat in dieser Zeit gehofft,
dass irgendjemand etwas dagegen tut oder dass die Rassisten irgendwann
untergehen, doch dies geschah nie. Herr Keuner hat genau dieselben Gedanken.
Anstatt darüber nachzudenken wie er jetzt mit dem Problem am besten klarkommt
hofft er auf einen Kahn, was hier als Symbol für die Befreiung und die Rettung
dient. Selbst als das Wasser so hoch ist, dass Keuner merkt, dass ihn kein Kahn
mehr retten kann, hofft er auf Hilfe oder zumindest darauf, dass sich das
Problem selbst löst, indem die Flut stoppt.
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dass jeder sich selbst helfen muss und niemand darauf hoffen soll, dass andere
einen aus dem Schlamassel befreien. Brecht kritisiert somit die Naivität des
Menschen. Wörter, welche sich ständig wiederholen, sind z.B „Kahn“ oder
„Wasser“, welche hier jeweils als Rettung und Problem zu verstehen sind.
Die
„Flut“ und der „Kahn“ sind letztendlich auch die beiden Symbole der Geschichte,
welche den Konflikt des Geschehens darstellen. Eine deutliche Steigerung ist
z.B. bei dem Herannahen der Flut zu erkennen, bzw. bei der Höhe des Wassers.
Doch deutlich im Kontrast steht z.B. die Aussage Keuner „..gab die Hoffnung auf
und hoffte..“ , was im Endeffekt eine Antithese darstellt und somit nicht
möglich ist, da Keuner nie die Hoffnung aufgegeben hat. Nur hat am Ende seiner
Hoffnung die Eigeninitiative zur Rettung geführt.
Wenn ich diese Geschichte lese, denke ich, wie viele andere
Leute auch, dass ich nicht so gehandelt hätte und komme somit auf den Gedanken,
was ich besser gemacht hätte, was die Geschichte zu bedeuten hat und was er
falsch gemacht hat. Somit denke ich über das Geschehen nach. Ich bin trotzdem
letztendlich der Meinung, dass Brecht fabelhaft verstand, solche kurzen Texte
zu schreiben und letztendlich die Menschen in Selbstzweifel zu bringen. Nur so
kann man meiner Meinung nach wirklich zum Nachdenken angeregt werden.
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