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Heinz Abels zu Erving Goffman .rtf

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Social Science
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Sociology
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Universität Hamburg
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2008 Carsten Heinze
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22119 Hamburg

Referat vom 09.05.2008

Erving Goffmann: Techniken der Präsentation

Heinz Abels

in »Interaktion, Identität, Präsentation«

Universität Hamburg

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Department Wirtschaft und Politik

Sozialisationstheorie und Sozialpsychologie II

Dozent: Dr. Carsten Heinze

SoSe 2008

Hamburg, 20.09.2008

Einleitung. 2

1. Der Soziologe der Massengesellschaft 2

2. Was tut Goffman, wie tut er es? - Perspektivenverschiebung. 3

3. Die Gefährdung des Individuums. 4

4. The presentation of self in everyday life - Wir alle spielen Theater 7

5. Identität - phantom normalcy, phantom uniqueness. 12

6. Würdigung. 12

Fazit 13

Literaturverzeichnis. 14

Einleitung

Mit meinen Referat stelle ich aus dem Buch Interaktion, Identität, Präsentation von Heinz Abels dessen Abschnitt zu Erving Goffman vor.

Ich halte mich in meinem Referat an die Struktur, die Abels seinem Text gegeben hat. Abels beginnt mit einer Vorstellung der Person Goffmans und stellt dann dessen Grundthese vor und welcher Grundgedanke dieser These zugrunde liegt. Abels beschreibt Goffmans Arbeitsweise und widmet sich verschiedenen Aufsätzen, Büchern, Beiträgen und Studien Goffmanns, bevor er schließlich zu dem Thema überleitet, wie der Einzelne seine Identität zwischen Normalität und Einzigartigkeit balanciert.

1. Der Soziologe der Massengesellschaft

 

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Goffman wurde 1922 in Kanada geboren. Er studierte in Kanada und in den USA, arbeitete zwischenzeitlich in England, forschte in Schottland und kehrte wieder in die USA zurück, wo er 1982 starb.

Goffmans These lautet, dass der Einzelne zu beeinflussen versucht, welchen Eindruck man von ihm in einer Situation erhält. Goffman will die»dramaturgischen Probleme des Gruppenmitglieds bei seiner Darstellung vor anderen untersuchen«. Die Wahl des Wortes »Darstellung« verdeutlicht, was Goffman zudem unterstellt: Der Einzelne stellt sich vor anderen dar, er liefert eine Darstellung ab.

Goffman thematisiert wiederholt in seinen Werken, dass das Selbst in Interaktionen Gefahren ausgesetzt ist.

2. Was tut Goffman, wie tut er es? - Perspektivenverschiebung

Den Menschen erscheint sonderbar, was sie für das Nicht-Normale halten. Das Augenmerk auf das Merkwürdige und Ungewöhnliche zu richten, macht sichtbar, was allgemein hin für das Normale gehalten wird. Diese Kontrastbildung ist Goffmans Methode, die Perspektive zu verschieben, um soziologische Erkenntnisse zu gewinnen.

Goffman hat Zweifel in mancher wissenschaftlichen Disziplin geweckt, ob das, was als real wahrgenommen wird, vielleicht doch nur Show sein könnte. Goffman hat das Gebiet des Sozialen Handelns gewählt, um seine Methode der Perspektivenverschiebung zu veranschaulichen.

 

 

 

 

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Der Begriff des Dramaturgischen Handelns nach Jürgen Habermas bezieht sich auf Akteure, die sich miteinander in Interaktion befinden. Die Akteure sind einander zugleich Empfänger und Darsteller eines Schauspiels.

Die Preisgabe und Offenlegung der eigenen Absichten, Gedanken, Einstellungen, Wünsche und Gefühle erfolgt taktisch und wohlüberlegt. Das ist Selbstpräsentation und damit das Gegenteil spontanen Ausdrucksverhaltens. Für Goffman ist Soziales Handeln ebenfalls ein Schauspiel. In dem Schauspiel versuchen die Handelnden, Einfluss auf den gemeinten Sinn zu nehmen (damit greift er Webers Gedanken auf) und die Wirkung abzuschätzen und zu berücksichtigen (damit greift er Meads Gedanken auf).

Das Ganze nennt Goffman Eindruckskontrolle. Das ist eine Weiterentwicklung der Meadschen Theorie des Symbolischen Interaktionismus, die in ihrem Kern besagt, dass der Sinn oder die Bedeutung eines Symbols bei allen Mitgliedern einer Gesellschaft gleich interpretiert wird. Die Erweiterung dieser Theorie besteht in der Aussage, dass sich einige diesen Umstand bewusst zunutze machen und dass sie auf der Klaviatur der gemeinsam geteilten Symbole spielen würden.

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3. Die Gefährdung des Individuums

Goffmans Ausführungen erinnern an das Impression Management, bei dem es darum geht, den Eindruck zu steuern, den Personen oder Organisationen auf andere machen. Goffman wird der Vorwurf gemacht, er beschreibe, wie Spieler in schlauer gedanklicher Vorwegnahme der Reaktion anderer auf gerissene Weise handeln.

Das ist eine Weise, Goffmans soziologischen Beitrag auszulegen, als Beschreibung der Kniffe und Vortäuschungen auf der Bühne des Lebens oder als Schutztechnik des Selbst, das in Interaktionen gefährdet ist. Abels ist der Auffassung, das Letzteres der Antriebsgedanke für Goffmans Arbeiten war: Der Mensch versucht, sich vor anderen und vor der Allgemeinheit zu schützen, denn seine Identität wird auf Funktionalität zugerichtet.

Im Folgenden untersucht Abels verschiedene Werke Goffmans in der Reihenfolge ihres Erscheinungsjahres. Das Buch The presentation of self in everyday life hat er aus dieser Reihe herausgenommen, um sich diesem später ausführlicher in einem gesonderten Kapitel zu widmen.

On cooling the mark out (1952)

Subjekte scheitern in den Augen der Gesellschaft. Goffman legt Versagen so fest: Jemand kann eine Rolle, die er anstrebt, nicht behalten oder nicht erlangen. Die Gesellschaft sorgt dafür, dass sich der Einzelne damit arrangiert. Cooling meint den Verlauf, wie ein solcher Mensch sich als Person sieht, dass er in seinem Selbstverständnis die Abwesenheit des Erstrebten beschreibt.

Mein Beispiel dazu: „Ich bin arbeitssuchend“ statt „ich bin ein Mensch mit viel Zeit“.

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Techniken der Imagepflege (1955)

Auf englisch heißt dieser Titel Face-work. Wörtlich übersetzt bedeutet Face-work Gesichtsarbeit und meint die Arbeit, die nötig ist, um ein angestrebten Eindruck erzeugen oder bzw. herüberzubringen, dass alles in Ordnung ist.

Man will damit entweder den Eindruck, den andere von einem haben, bekräftigen oder berichtigen. Dazu ist die Mitarbeit der anderen notwendig. Das Wort Face bedeutet noch mehr: Es umfasst sowohl das Selbstbild als auch zugleich das vermutete Fremdbild. Das vermutete Fremdbild wird auch Image genannt.

Wenn Selbstbild und Image nicht übereinstimmen, versucht das Subjekt, dies zu überdecken, um das beabsichtigte Fremdbild doch noch zu erzielen.

Asyle (1961)

In manchen Arten von Institutionen ist es besonders schwer, seine Identität zu bewahren und darzustellen, weil solcherlei Institutionen bis ins Kleinste alles reglementieren, so dass dem Einzelnen kein Freiraum bleibt. Übrig bleibt unter Umständen nur, ein Leben unterhalb des offiziell zugelassenen Lebens zu entwickeln, für das Goffman die Bezeichnung underlife gewählt hat und mit der er eine zweite Ebene des Verhaltens meint.

Rollendistanz (1961)


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