III Zivilisation und Gewalt: Über das Staatsmonopol der körperlichen Gewalt und seine Durchbrechungen · I. · Zivilisation: niemals beendet und immer gefährdet · gefährdet: Sicherung zivilisierten S
Empirische Sozialforschung Anwendungsgebiete und Ziele Was ist empirische Sozialforschung? Beschreibung und Analyse sozialer Phänomene (Partnershaftsverh­alten, Verkehr usw.) mit Hilfe von
Gruppeninterviews Einleitung Im folgenden Text soll ein Überblick über verschiedene Diskussionsformen in einer Gruppe erläutert werden. Der Begriff Gruppeninterview wird jedoch in der Literatur nicht
Universität Osnabrück FB 3 Erziehungs- und Kulturwissenschaft­en Allgemeine Pädagogik Schriftliche Arbeit für Zwischenprüfung Erwerben rituellen Wissens und sozialer Kompetenz Bildungstheoreti
Mit meinen Referat stelle ich
aus dem Buch Interaktion, Identität, Präsentation von Heinz Abels dessen
Abschnitt zu Erving Goffman vor.
Ich halte
mich in meinem Referat an die Struktur, die Abels seinem Text gegeben hat.
Abels beginnt mit einer Vorstellung der Person Goffmans und stellt dann dessen
Grundthese vor und welcher Grundgedanke dieser These zugrunde liegt. Abels
beschreibt Goffmans Arbeitsweise und widmet sich verschiedenen Aufsätzen,
Büchern, Beiträgen und Studien Goffmanns, bevor er schließlich zu dem Thema
überleitet, wie der Einzelne seine Identität zwischen Normalität und
Einzigartigkeit balanciert.
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Goffman wurde 1922 in Kanada geboren. Er
studierte in Kanada und in den USA, arbeitete zwischenzeitlich in England,
forschte in Schottland und kehrte wieder in die USA zurück, wo er 1982 starb.
Goffmans
These lautet, dass der Einzelne zu beeinflussen versucht, welchen Eindruck man
von ihm in einer Situation erhält. Goffman will die»dramaturgischen Probleme
des Gruppenmitglieds bei seiner Darstellung vor anderen untersuchen«. Die Wahl
des Wortes »Darstellung« verdeutlicht, was Goffman zudem unterstellt: Der
Einzelne stellt sich vor anderen dar, er liefert eine Darstellung ab.
Goffman
thematisiert wiederholt in seinen Werken, dass das Selbst in Interaktionen
Gefahren ausgesetzt ist.
Den Menschen erscheint sonderbar, was sie für das
Nicht-Normale halten. Das Augenmerk auf das Merkwürdige und Ungewöhnliche zu
richten, macht sichtbar, was allgemein hin für das Normale gehalten wird. Diese
Kontrastbildung ist Goffmans Methode, die Perspektive zu verschieben, um soziologische
Erkenntnisse zu gewinnen.
Goffman hat Zweifel in mancher wissenschaftlichen
Disziplin geweckt, ob das, was als real wahrgenommen wird, vielleicht doch nur
Show sein könnte. Goffman hat das Gebiet des Sozialen Handelns gewählt, um
seine Methode der Perspektivenverschiebung zu veranschaulichen.
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Der
Begriff des Dramaturgischen Handelns nach Jürgen Habermas bezieht sich
auf Akteure, die sich miteinander in Interaktion befinden. Die Akteure sind
einander zugleich Empfänger und Darsteller eines Schauspiels.
Die Preisgabe und
Offenlegung der eigenen Absichten, Gedanken, Einstellungen, Wünsche und Gefühle
erfolgt taktisch und wohlüberlegt. Das ist Selbstpräsentation und damit das
Gegenteil spontanen Ausdrucksverhaltens. Für Goffman ist Soziales Handeln
ebenfalls ein Schauspiel. In dem Schauspiel versuchen die Handelnden, Einfluss
auf den gemeinten Sinn zu nehmen (damit greift er Webers Gedanken auf) und die
Wirkung abzuschätzen und zu berücksichtigen (damit greift er Meads Gedanken
auf).
Das Ganze nennt Goffman Eindruckskontrolle. Das ist eine
Weiterentwicklung der Meadschen Theorie des Symbolischen Interaktionismus,
die in ihrem Kern besagt, dass der Sinn oder die Bedeutung eines Symbols bei
allen Mitgliedern einer Gesellschaft gleich interpretiert wird. Die Erweiterung
dieser Theorie besteht in der Aussage, dass sich einige diesen Umstand bewusst
zunutze machen und dass sie auf der Klaviatur der gemeinsam geteilten Symbole
spielen würden.
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Goffmans Ausführungen erinnern an das
Impression Management, bei dem es darum geht, den Eindruck zu steuern,
den Personen oder Organisationen auf andere machen. Goffman wird der Vorwurf
gemacht, er beschreibe, wie Spieler in schlauer gedanklicher Vorwegnahme der
Reaktion anderer auf gerissene Weise handeln.
Das ist eine Weise, Goffmans
soziologischen Beitrag auszulegen, als Beschreibung der Kniffe und
Vortäuschungen auf der Bühne des Lebens oder als Schutztechnik des Selbst, das
in Interaktionen gefährdet ist. Abels ist der Auffassung, das Letzteres der
Antriebsgedanke für Goffmans Arbeiten war: Der Mensch versucht, sich vor
anderen und vor der Allgemeinheit zu schützen, denn seine Identität wird auf
Funktionalität zugerichtet.
Im Folgenden untersucht
Abels verschiedene Werke Goffmans in der Reihenfolge ihres Erscheinungsjahres.
Das Buch The presentation of self in everyday life hat er aus dieser
Reihe herausgenommen, um sich diesem später ausführlicher in einem gesonderten
Kapitel zu widmen.
On cooling
the mark out (1952)
Subjekte scheitern in den Augen der
Gesellschaft. Goffman legt Versagen so fest: Jemand kann eine Rolle, die er
anstrebt, nicht behalten oder nicht erlangen. Die Gesellschaft sorgt dafür,
dass sich der Einzelne damit arrangiert. Cooling meint den Verlauf, wie
ein solcher Mensch sich als Person sieht, dass er in seinem Selbstverständnis
die Abwesenheit des Erstrebten beschreibt.
Mein Beispiel dazu: „Ich bin
arbeitssuchend“ statt „ich bin ein Mensch mit viel Zeit“.
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Techniken der
Imagepflege (1955)
Auf englisch heißt dieser Titel Face-work.
Wörtlich übersetzt bedeutet Face-work Gesichtsarbeit und meint die
Arbeit, die nötig ist, um ein angestrebten Eindruck erzeugen oder bzw.
herüberzubringen, dass alles in Ordnung ist.
Man will damit entweder den
Eindruck, den andere von einem haben, bekräftigen oder berichtigen. Dazu ist
die Mitarbeit der anderen notwendig. Das Wort Face bedeutet noch mehr:
Es umfasst sowohl das Selbstbild als auch zugleich das vermutete Fremdbild. Das
vermutete Fremdbild wird auch Image genannt.
Wenn Selbstbild und Image
nicht übereinstimmen, versucht das Subjekt, dies zu überdecken, um das
beabsichtigte Fremdbild doch noch zu erzielen.
Asyle (1961)
In manchen Arten von Institutionen
ist es besonders schwer, seine Identität zu bewahren und darzustellen, weil
solcherlei Institutionen bis ins Kleinste alles reglementieren, so dass dem
Einzelnen kein Freiraum bleibt. Übrig bleibt unter Umständen nur, ein Leben
unterhalb des offiziell zugelassenen Lebens zu entwickeln, für das Goffman die
Bezeichnung underlife gewählt hat und mit der er eine zweite Ebene des
Verhaltens meint.