Heilpädagogik – Thema Aggressionen bei Kinder und
Jugendlichen
Normen
Statistische
Norm: einnässen
bei zweijährigem ok, einnässen bei sechsjährigem not; fragwürdig und schneller
Wandel; oft mit der Normalverteilung von Merkmalsausprägung verknüpft.
Ideale
Norm:
Wunschdenken wie Idealgewicht in der Gesellschaft, beruht auf soziokulturellen
Kriterien, die sich regelmäßig in der Gesellschaft ändern.
Individuelle
Norm:
Normempfinden einer bestimmten Person, kennzeichnet die Angepasstheit der
Einzelperson an sich selbst und an ihre Umgebung.
Funktionelle
Norm:
kennzeichnet eine Person als normal wenn sie Aufgaben, Lebensführung,
Alltagsbewältigung, Ausübung beruflicher Tätigkeiten erfüllen kann.
Aggression
Sind
Verhaltensweisen, die zielgerichtet und aktiv Personen (Gegenstände) direkt
oder indirekt schädigen, sie schwächen oder in Angst versetzten.
Erscheinungsbild
Fremdaggression Selbstaggression
Individuelle
Aggression Kollektive Aggression
Offene
Aggression Verdeckte Aggression
(klar
erkennbar, impulsiv (versteckt, geplant, Feuer legen,
stehlen, Sachbeschädigung)
und
unkontrolliert)
Direkte
Aggression Indirekte Aggression
(Verursacher
wird (Verursacher zu stark, dann Ersatzobjekte
oder Personen)
Angegangen)
Verbale
Aggression Nonverbale Aggression
Reaktive
Aggression Aktive Aggression
(als
Folge von Angriff, (ohne erkennbare
Bedrohung des Aggressors)
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Affektive
Aggression Räuberische Aggression
(impulsiv,
unkontrolliert, ungeplant, (gezielt vorbereitet, um
persönliche Vorteile
in
emotionaler Erregung gezeigt) zu erhalten)
Geschlechtsunterschiede
Jungen
sind aggressiver als Mädchen. Jungen eher offen aggressiv, Mädchen verdeckt
aggressiv.
Altersunterschiede
Mit
zunehmendem Alter erhöht sich das Ausmaß an Aggressivität. Bei spätem Auftritt,
setzt sich die Auffälligkeit bis in das Erwachsenenalter fort.
Informanteneffekte
Eltern
nehmen stärker wahr als Kinder selbst. Das oppositionelle Trotzverhalten wird
häufiger von den Eltern erkannt als die Symptome des gestörten Sozialverhaltens.
Ursachen
Vererbte
Ursachen: Triebtheorien,
Psychoanalyse, vergleichende Verhaltensforschung.
Lernerfahrungen: Lernen am Modell, Lernen am
Erfolg.
Kognitive
Faktoren:
Frustrations-Aggressions-Theorie. (innerer Prozess – Nolting)
Soziale
Legitimation:
soziales Lernen, Erziehungsverhalten.
Aggressive
Kinder haben Probleme, soziale Situationen zu entschlüsseln. Sie nehmen
verstärkt Reize wahr, die für sie bedrohlich erscheinen. Soziale Reize werden
häufig als Angriff/Bedrohung interpretiert. In Konfliktsituationen verfügen
aggressive Kinder über eine geringe Zahl angemessener
Problemlösungsmöglichkeiten und bevorzugen aggressive Formen der Bewältigung.
Kind geht davon aus, dass Aggressionen von den Gleichaltrigen besonders positiv
bewertet werden und damit ihr Ansehen in der Gruppe steigt.
Hilfen
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Deeskalationstraining: Auseinandersetzung mit den
eigenen Normen und Einstellung gegenüber Gewalt. Rollenspiel und Übungen mit
gewaltbezogenen Situationen. Gewaltreduzierende Maßnahmen.
Verhaltenstherapeutische
Ansätze
Abreagieren
durch Sport, Schreien oder vorgestellte Handlungen zur Vergeltung. (Fantasie)
Aggressive
Modelle verringern
Auseinandersetzung
mit aggressiven Vorbildern, Verbot reicht nicht aus, alternative Modelle, die
nicht aggressiv handeln, sollen vermittelt werden.
Aggressionsauslösende
Reize anders bewerten
Wenn
eine Person sich von anderen Personen angegriffen fühlt, könnte sie dagegenhalten:
Erfolgreiche haben immer Neider. Situationen werden entdramatisiert und damit
werden aggressionsauslösende Reize uminterpretiert.
Perspektivenwechsel
Die
Person sollte sich in die Position des vermeintlich Aggressiven versetzten und
die Position aus der neuen Perspektive neu bedenken. Rollenspiel.
Alternatives
Verhalten lernen
Statt
Aggressionen, über die Gefühle sprechen, die im Augenblick der Situation zu
Ärger, Wut, Hass, Unzufriedenheit führen. Ich-Botschaften führen zu weniger
Konfliktstoff als Du-Botschaften.
Gewaltfreie
Kommunikation
Verhalten
Kann
eine primäre Beeinträchtigung sein und als sekundäre Symptomatik alle Gruppen
von Beeinträchtigung betreffen.
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Verhalten=
Gesamtheit aller von außen beobachtbarer Äußerungen und hat Außenaspekt
(beobachtbare Aktivitäten) Innenaspekt (Denk-,Wahrnehmungsprozesse,
Intentionen, Bedürfnisse)
Erkläransätze
Vererbung
(Triebtheoretischer Ansatz, menschheitsgeschichtlich erworbenes)
Tiefenpsychologie
(innere Vorgänge, frühe Kindheitserfahrungen, unbewältigte Konflikte)
Kognitive
Ansätze (Interpretation von Wahrnehmungen, Verarbeitung von Gefühlen)
Lernpsychologie
(Reiz-Reaktion, Verstärkerlernen, Modelllernen)
Interaktionismus
(Kommunikation, Beziehung)
Systemischer Ansatz (wechselseitige Bedingtheit, Verhalten = Symptom des
Gesamten)
Entwicklungsbedingungen (Lernprozesse, Modelle,
Bekräftigung, können den Dispositionen zugrunden liegen? Durch welche
Lebenserfahrungen wurde sie vermittelt? Erziehung, Geschwister, Schule, Beruf,
selbstinitiiert? Reifungsprozesse, alterstypische Entwicklung, individuelle
Anlagen? Körperliche Verletzungen, Krankheiten? )
->Personale
Disposition (Motive, Einstellungen: Interessen, Ängstlichkeit, Anerkennung,
Leistung, Vergeltung, Einstellungen zur Umwelt, Misstrauen, Feindseligkeit?
Kompetenzen verfügbares Verhalten, Wissen, Denkfähigkeit, motorische
Fähigkeiten, kommunikative Fähigkeiten?)
->Aktuelle
Prozesse (Wahrnehmung; Motivation, Gefühle; Denken)
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Ursachen:
Subjektive
Ebene:
Organisch, psychisch
Intersubjektive
Ebene:
Beziehungen zu Eltern, Geschwistern, Lehrern
Gesellschaftliche
Ebene:
Lebenswelt, Schicht, Bildung
Merkmale
von Verhaltensstörung:
Angst
und Spannungszustände (Ruhelosigkeit, Hyperaktivität, Nervosität,
Konzentrationsschwäche, zwanghaftes Verhalten), übersteigerte emotionale
Reaktionen, impulsiv bei Misserfolgen, Übergroße Bindung,
Stimmungsschwankungen, Gefühlsarmut, häufig Schuldgefühle, Unterentwickeltes
Selbstbewusstsein, traut sich nichts zu, zieht sich zurück, braucht viel
Zuwendung und Anerkennung, Ohnmacht gegenüber eigenen Wünschen, Erwartungen,
Anforderungen, Versuchungen und auch der von Außen, Verzerrte Wahrnehmung der
Welt, Personen, Taten.
Interventionsmöglichkeiten:
Spiele,
Rollenspiele, Gespräche, gestalteter Alltag, Kreativangebote, Sportangebote,
reichhaltige Umwelt, Positive psychische Atmosphäre.
Interventionen
auf HE:
Kind: Problemlösestrategien,
Selbstkontrolle, Selbstwert, Gespräche, Erfahrungen
Gruppe: Zusammensetzung, Größe,
Aktivität, Alltagpäd., Erlebnispäd., Museen
Institution:
Rahmen, Personal, Zufriedenheit, Supervision
Team: Päd. Ansatz, Kollegialität,
Teamaustausch
Erzieherin: Fach,- Methodenkompetenz,
Sozialkompetenz, Beziehungsfähigkeit durc Selbstreflektion
Familie: Elterngespräche, Vertrauen,
Abstimmung, Trainings, Therapie, thematische Elternabende, Familienangebote
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