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Handlungsorientiertes Lernen (Page 2).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Pedagogy
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University, School
Universität Passau
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Repetitorium Sachunterricht
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Pedagogy

Anfangsunterricht und Übergänge
Anfangsunterricht/­Übergänge 1. Die Grundschule als erste Schule 3 2. Schulreife – Schulfähigkeit 4 2.1 Traditionelle Konzepte der Schulreife und der Schulfähigkeit 4 2.1.1 Reifungstheorie nach

Handlungsorientierung im Kontext neuerer lernpsychologischer Theorien (Möller in Kahlert)

Lernen wird als ein Verändern, Erweitern oder Differenzieren vorhandener Vorstellungen betrachtet. à Oft schwer bereits vorhandene Vorstellungen aufzugeben und adäquatere Vorstellungen zu entwickeln.

à Gewisse Bedingungen müssen erfüllt sein.

Handlungsintensive Lernprozesse haben in solchen Fällen die Potenz, günstige Bedingungen für die notwendige Veränderung von Konzepten zu schaffen:

  1. Sie unterstützen die für konzeptuelle Veränderungen notwendige Erkenntnis, dass bereits vorhandene Vorstellungen Grenzen haben.
  2. Handlungen können dazu beitragen, neue Konzepte verständlich zu machen, wenn Denkstrukturen mit Handlungsstrukturen verknüpft sind.
  3. Die neue Vorstellung muss von den Lernenden als wirklich überzeugend erkannt werden. Handlungen, die in reale Kontexte eingebettet sind, können überzeugende Erfahrungen vermitteln.
  4. Im Handeln können Lernende auch erfahren, dass ihr entwickeltes Konzept sich in der Anwendung bewährt und es sich lohnt, dieses Konzept beizubehalten. Dies ist möglich, wenn Lernende Situationen aus ihrer Lebenswelt mit Hilfe erarbeiteter Vorstellungen verstehen können.
  5. Konzeptuelle Veränderungen erfordern Mühe und Anstrengungsbereitschaft. Die Lernenden müssen motiviert sein. Die Aufmerksamkeit wird durch einen handlungsorientierten Unterricht vor allem bei jüngeren Lernenden gesteigert.
  6. Handlungen finden zumeist in sozialen Gefügen statt. Dabei können individuelle Denkprozesse stimuliert werden.

 

à Die genannten Beispiele zeigen, dass Handlungen auf verschiedenartige Weise den Aufbau angemessener Vorstellungen begünstigen können

 

à Fazit nach Möller: Handlungsorientiertes Lernen ist kindgemäß.

·         Es fördert psychologisch und physiologisch die Lernbereitschaft

·         Unterstützt kindliches Denken durch konkrete Erfahrungen

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Bewegung

6. Grenzen und Probleme handlungsorientierten Unterrichts

(Nach Kaiser, Gudjons, eigene Punkte)

  • Ausschneiden, Einkleben und Anmalen von Bildern ist kein HU. Handlung muss Anspruch auf Ernsthaftigkeit, Gültigkeit und Echtheit haben.
  • HU für manche Lernaufgaben didaktisch nicht angemessen, sie fordern andere Verfahren. HU muss Sinn machen, damit er nicht zum Aktionismus abgeleitet.
  • HU bedarf einer aufwendigeren Vorbereitung als der Frontalunterrichtà Teamarbeit ist hilfreich
  • Finanzieller Mehraufwand aufgrund Materialkosten deutlich höher als beim Frontalunterricht
  • HU findet seine Grenzen in den institutionellen und organisatorischen Bedingungen der

Schule

Problem bei der Leistungsbeurteilung und dem Ausstellen von Zensuren: alternative Möglichkeiten der Beurteilung, wie das Halten von Referaten, das Führen eines Lerntagebuches, ein schriftliches Ergebnisprotokoll und das Geben der gleichen Noten für die gesamte Gruppe können zu Problemen führen

  • Zudem können auch Probleme mit den Kollegen auftreten. HU ist in der Regel lärmintensiver, als der Frontalunterrichtà Evtl. Störung des Unterrichtsvorhabens anderer Klassen.
  • Zu beachten: Die Rolle des Lehrers/ der Lehrerin in einem UR, der sich auf selbstständiges Handeln der Schüler/innen gründet, ist anders. Er/sie ist stärker Berater, Anreger und Vermittler und nicht: Alleinplaner, Kontrolleur, direkter Lenker und alleiniger Lernerfolgsüberprüfer.
  • Kritiker werfen dem HU vor, dass dieses Konzept zum Teil sehr utopische Züge hat.

 

 

7. Praktische Umsetzung ( Beispiel Wasserkreislauf)

 

7.1 Wasser versickert

Experiment 1:

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Material: Humus (z.B. Blumenerde), Sand, Kies, Ton, vier durchsichtige Kunststoffbecher, vier Gläser, Handbohrer, Wasser

Durchführung: Bohre mit dem Handbohrer kleine Löcher in den Boden der Becher, befülle jeden Becher mit einer Bodenschicht und beschrifte dann jeden Becher mit dem Namen der Bodenart! Stelle anschließend jeden Becher auf ein Glas und gieße Wasser in die Becher!

Beobachtung: Das Wasser sickert durch Humus, Sand und Kies und tropft anschließend in das Glas. Bei Ton tropft kein Wasser ins Glas. Hier bleibt das Wasser auf dem Ton.

Antwort: Humus, Sand und Kies sind wasserdurchlässig, Ton ist dagegen wasserundurchlässig.

7.2 Wasser tritt aus einer Quelle hervor

Experiment 2:

Frage: Wie kann Grundwasser aus dem Boden heraustreten?

Material: Ton, Sand, Kies, Humus, durchsichtiger Kunststoffbecher, Wasser Handbohrer

Durchführung: Fülle den Becher in der oben aufgeführten Reihenfolge mit den Bodenarten (Ton ist ganz unten) und gieße anschließend Wasser darüber! Bohre mit dem Handbohrer Löcher in den Becher und finde durch Ausprobieren heraus, an welcher Stelle im Becher ein Loch sein muss, damit das Wasser gut heraustreten kann!

Beobachtung: Bohrt man direkt oberhalb der Tonschicht ein Loch, so sprudelt das Wasser heraus.

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Experiment 3:

Frage: Wie entsteht eine Quelle?

Material: Aquarium, Ton, Kies, Sand, Humus, flache Schale, Wasser

Durchführung: Baue im Aquarium das Modell eines Berghangs (Bodenarten schräg übereinander schichten), gieße Wasser darauf und fange das Wasser in einer flachen Schale an der Austrittsstelle auf!

Beobachtung: Das Wasser sickert durch die Bodenschichten Humus, Sand und Kies, bis es auf die Tonschicht trifft. Auf ihr läuft das Wasser abwärts und tritt am Bergabhang aus dem Boden hervor.

Antwort: Tritt das Grundwasser an einem Bergabhang aus dem Boden hervor, so entsteht eine Quelle.

8. Literaturangaben

  • Kahlert, Joachim (u.a.), Handbuch Didaktik des Sachunterrichts, Heilbrunn 2007.
  • Kammerl, Rudolf/ Ragaller, Sabine, Repetitorium für die Lehramtsprüfung. Sachunterricht, Donauwörth 2007.
  • Lillie, B., Sanio - Kühnemund, G., Siering, R. (2003) : Sachunterricht im 4. Schuljahr. München.
  • Möller, Kornelia, Lernen durch Tun. Handlungsorientiertes Lernen im Sachunterricht der Grundschule, Frankfurt a.M./Bern/New York/Paris 1987.
  • Gudjons, Herbert, Handlungsorientiert lehren und lernen. Projektunterricht und Schüleraktivität, 2., korr. Aufl., Bad Heilbrunn 1989.

 


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