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Handlungsorientiertes Lernen .doc

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Social Science
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Pedagogy
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University, School
Universität Passau
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Repetitorium Sachunterricht
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Handlungsorientiertes Lernen

Gliederung:

  1. Begriffsdefinition Handlungsorientierung im Sachunterricht
  2. Merkmale handlungsorientierten Lernens
  3. Handlungsformen
  4. Ziele handlungsorientierten Lernens
  5. Bedeutung
  6. Probleme/Kritik
  7. Praktische Umsetzung
  8. Literaturangaben

 

1.Begriffsbestimmung

1.1 Begriffsvielfalt (Kahlert 2007)

à Keine einheitliche Definition für handlungsorientierten Unterricht

à Unterscheidung handlungsbezogener Ansätze:

  • Handlungsbezogener Unterricht in der Reformpädagogik

à Vorläuferkonzepte in Pestalozzis Formel von der „Einheit von Kopf, Herz und Hand“

àKerschensteiner (1854-1932) : Handlungsorientierung à handwerkliches Schaffen und

dessen Bedeutung für den Erziehungsprozess

àJohn Dewey (1859-1952) und Kilpatrick (1871-1965): „learning by doing”

à Ziel: handelnde Erkundung und Veränderung der Wirklichkeit

àHugo Gaudig (1869-1923): freie geistige Schularbeit

à Erziehen zur Selbsttätigkeit und Lernen des Lernens vermitteln

àMaria Montessori (1870-1952): handelnder Umgang mit besonderen Materialien über die

Aktivierung der Sinneà soll geistige Entwicklungsprozesse fördern

  • Kognitionspsychologische Ansätze mit Bezug zum Handeln

à Grundaussage der Theorie Piagets:

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à Aebli: Denken als Ordnen des Tuns: Im Handeln werden Beziehungen zwischen den Objekten der Handlung und den Handlungsteilnehmern hergestellt. Handlung besteht dabei aus Teilhandlungen mit einem Gesamtablauf, der auf ein Ziel gerichtet ist.

Tun= Quellbereichè HandlungsschemataèOperationenèBegriffe

Für die Entwicklung des Denkens ist das Handeln deshalb unabdingbar

  • Lernen mit allen Sinnen
  • Handlungsorientierter Unterricht im Rahmen schulpädagogischer Ansätze

àBönsch, Gudjons, Jank, Meyer: Handlungsorientierter Unterricht: Schülerorientierung, Produktorientierung, Ganzheitlichkeit

àSiehe Merkmale

  • Handlungsorientierung im Grundschulunterricht

Angestrebtes Ziel: Handlungskompetenz

Merkmale

v  Motorisches Ausgeprägt- Sein der Handlung

v  Lernen vor Ort in möglichst authentischen Situationen

v  Produktorientierung

v  Möglichkeiten der Selbstbestimmung ( Hartinger: interessefördernde Wirkung)

  • Ein entwicklungsorientierter Ansatz für den Sachunterricht

Möller: Handlungsintensives Lernen im Sachunterricht

v  Förderung praktischer Fähigkeiten

v  Förderung des Behaltens und Erinnerns

v  Aufbau kognitiver Strukturen

v  Entwicklung von Handlungskompetenz und Selbstvertrauen

v  Entwicklung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten durch handlungsintensive Lernprozesse

è Handlungen werden genutzt um Entwicklungs- und Lernprozesse zu fördern

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1.2 Begriff „Handlung (Kammerl/Ragaller 2007² S.178)

àHandlung ist im Unterschied zum Verhalten

  • zielgerichtet
  • sinnhaft
  • bewusst
  • selbstgesteuert/-bestimmt

àHandlung umfasst

  • kognitive
  • affektive
  • praktische
  • soziale Prozesse

 

1.3 Begriff „Handlungsorientierung“ (Kammerl/Ragaller 2007² S.179)

Lernen zu handeln- Handeln lernen

Lernen durch Handeln - Handelnd lernen

 

 

Das Handeln und sein Produkt hat als Ziel und Inhalt einen eigenständigen Stellenwert.

 

Anliegen: Handlungsfähigkeit

 

Das Verständnis von Handeln reicht vom kommunikativen zum pragmatischen Tun.

Das Handeln hat methodische Funktion.

 

Handeln als Weg des Lernens gilt als grundlegendes Prinzip des Unterrichts.

 

Handlungsmöglichkeiten sollten Lern- und Verstehensprozesse fördern.

 

Begründung (lerntheoretisch): Handeln entspricht den kindlichen Bedürfnissen und fördert Lern-, Denk- und Entwicklungsprozesse.

è Zwei unterschiedliche Sichtweisen

1.4 Fehldeutungen und Abgrenzungen des Begriffs der Handlungsorientierung (Kammerl/Ragaller 2007² S.180)

Fehldeutungen

Abgrenzungen

  • Betonung praktischen Handelns (z.B. Malen, Basteln, Bauen, darstellendes Spielen, Agieren in praktischen Handlungssituationen)
  • banale Basteleien, Beschäftigungsübungen
  • Orientierung an einem materiell-gegenständlichen Handlungsergebnis
  • Handlungsorientierung ist klar vom praktischen Lernen abzugrenzen

àPraktisches Lernen umfasst auch einfache praktische Vorhaben sowie Formen angeleiteten Arbeitens

àim handlungsorientierten Unterricht ist

auch ein rein geistiges Handeln

denkbar

2.Merkmale handlungsorientierten Lernens (Kammerl/Ragaller 2007², S.179-180)

2.1 Merkmale nach Kaiser (1999,186; vgl. Popp 1994,74)

  • Mitverantwortung und Kooperation der Lernenden
  • Konkret-praktisches Tun
  • Ganzheitliche Beteiligung mit allen Sinnen
  • Bewusst geleistete Selbstkontrolle und Selbstkorrektur
  • Das Ordnen, Vergleichen, Kontrastieren, Strukturieren

2.2 Merkmale nach Möller/ Tenberge

  • Schülerorientiertheit: Der Unterricht geht von subjektiven Schülerinteressen aus und ermöglicht selbst- und sinnbestimmtes, selbstgeplantes und selbstrealisiertes Handeln
  • Produktorientiertheit: Der Unterricht kommt zu verwertbaren, gemeinsam angestrebten Ergebnissen mit Gebrauchswert.
  • Ganzheitlichkeit: Das Lernen ist kognitiv, emotional und praktisch orientiert.
  • Idealform handlungsorientierten Unterrichts: Projektunterricht

 

3.Handlungsformen (Kammerl/ Ragaller 2007², S.180-181)

 

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4. Ziele des handlungsorientierten Lernens

Möller unterscheidet drei Arten von Zieldimensionen:

Kognitiv-affektiv

·         Vermittlung primärer Erfahrungen

·         Überprüfung des Denkens im Handeln

·         Denken an der Sache ermöglichen

·         Erziehung zur Handlungsfähigkeit

·         Die Förderung der sachlichen Kommunikation

 

sensomotorisch

·         Erlernen von Bewegungskontrolle

·         Förderung der Feinmotorik

·         Erlernen praktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten

physisch

·         Anbieten von Bewegungsmöglichkeiten

·         Aktivierung und Sensibilisierung der Sinne

·         Inanspruchnahme des hohen Energieniveaus

Ziele nach Popp (1994)

  • Kompetenzerfahrung, Selbstständigkeit und Verantwortung
  • Personalisierung
  • Aktivierung
  • Methodisierung: Bewusstmachen und Beherrschen von Lösungswegen, Verfahren
  • Reflexivität: Bewusstmachen des eigenen Lernstils und der individuellen Zugangsweisen
  • Übung: Übertragung und Anwendung von Kenntnissen, Methoden, Lösungsstrategien
  • Wechselwirkung und gegenseitige Ergänzung primär handlungsorientierten Lernsituationen und Formen der überwiegend darbietenden Lehre
  • Stärkung der Selbstkraft und der Selbstständigkeit

 

à Ziele nach Möller und Popp übernommen aus Ragaller (2007)

5. Bedeutung des handlungsorientierten Lernens

Lernpsychologische Begründung ( Möller in Kahlert, S. 411f. ) .

Bereits die Untersuchungen Piagets stellen die Bedeutung des handlungsorientierten Unterrichts heraus:

  • Kinder im GS-Alter befinden sich im konkret-operationalen Stadium à Unterricht muss daher am konkreten Erfahrbaren ansetzten, muss Primarerfahrungen ermöglichen.
  • Anspruchsvolle geistige Operationen gelingen besser, wenn die Gegenstände, auf die sich die geistigen Operationen beziehen, anwesend sind oder wenn konkrete, zuvor im Handeln erworbene Vorstellungen vorhanden sind.
  • Abli betont die Notwendigkeit von Handlungen beim Aufbau geistiger Operationen. Das handelnde Umgehen mit wichtigen Aspekten der aufzubauenden Operationen soll Schülern helfen, selbstständig und aktiv geistige Operationen zu entwickeln.
  • Nach Piaget: Denken geht aus Handeln hervor. Auf jede praktische Handlung soll eine Phase der Reflexion folgen (Aebli).

Denken ist letztlich verinnerlichtes Handeln.

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30% von dem was wir sehen

80% von dem was wir selber formulieren können

90% von dem was wir tun

Motivationspsychologische Begründung

  • Wo Schüler etwas demonstrieren, herstellen, untersuchen, ausprobieren, wo sie unter Einbezug vieler Sinne tätig sind, wächst das Interesse.
  • Der Lehrinhalt gewinnt an subjektiver Bedeutung
  • Intrinsische Motivation sind günstige Bedingungen für langfristiges Behalten.
  • Anfangs Motivation durch Neugier, im Verlauf der Handlung dann durch Zweifel, Verblüffung, Widersprüche…

 

Gesellschaftliche/ sozialisationstheoretische Begründung (nach Gudjons H.)

  • Demographische Entwicklung, dinglich-räumliche Veränderungen der Lebenswelt und Vorrücken der elektronischen Medienà Reduzierung sozialer Erfahrungsmöglichkeiten von Eigentätigkeit und Primarerfahrungen.
  • Unser Leben wird durch die elektronische Welt beeinflusst. Das Kind bekommt also Erfahrungen aus zweiter Hand
  • Reduzierte Umwelterfahrung. Ein Vergleich: Während vor 20 Jahren ein Kind im Schnitt 30 Stunden draußen spielte, spielt es heute nur noch 15 Stunden draußen, da 80% der Hobbys im Kinderzimmer stattfinden. (Grefe 1997)

à HU. bietet die Möglichkeit, handelnde Denkstrukturen aufzubauen und den Zugang zur Welt nicht über ihre Abbilder, sd. durch vielfältige, sinnliche Erfahrungen zu schaffen.

 

Physiologischer Begründungsaspekt (Möller 1987)

à Optimale organische Entwicklung durch Beanspruchung der Bewegungsorgane

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