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Haltung und Bewegung .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Sport and Recreation
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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WS08/09
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Sport and Recreation

Gleichgewichtsfähigk­eit
Institut für Sport und Sportwissenschafte­n Gruppe: 1 WS 2008/2009 Die koordinative Fähigkeit: Gleichgewichtsfähi­gkeit 1) Was ist die Gleichgewichtsfähi­gkeit? Stellen Sie die G


Biomechanik
Biomechanik 1.)Was versteht man unter Kinetik und was sind ihre Merkmale? Die Kinetik beschreibt die Kräfte die zu einer Bewegung führen. Die Kinetik ermittelt den Zusammenhang zwischen den Bewegun

GDM Haltung und Bewegung

Ergebnisse der Haltungsbeurteilung von Volksschülern:

l segmentale Bewegungseinschränkungen (80-90%)

l Haltungsasymetrien (40-70%)

l leichte Skoliosierungen (>70%)

l mittleres bis starkes Hohlkreuz (30-50%)

l Muskelkraftdefizite (40-60%)

l Koordinationsschwächen (20-40%)




VS

US

OS

„Normkinder“

11%

8%

4%

1-2 Haltungsmerkmale

36%

26%

24%

deutliche Schwächen

37%

38%

39%

beginnende Haltungsschäden

16%

28%

33%



Rücken und Kreuzschmerzen äußern sich bei:

-          16-19J → 33%

-          20-29J → 45%

-          30-39J → 55%

-          40-49J → 58%

-          50-59J → 70%



Bei 90% der Erwachsenen treten im Laufe ihres Lebens Rückenschmerzen auf. Davon verschwinden ⅓ der Rückenschmerzen

machen ⅓ eine Therapie

bleiben bei ⅓ chronische Rückenschmerzen.


Wie haben sich nun Rückenschulen entwickelt. Begonnen hat die Entwicklung 400 v. Chr. Bei den Griechen, dort war die Gymnastik ein Teil der Gesundheitspflege. Im 18 Jahrhundert, während der Aufklärung, wurde der pädagogische Wert der Gymnastik festgestellt. Am Beginn des 19 Jahrhunderts wurde die Rückenschule erfunden und 1969 die erste Rückenschule (Svenska Ryggskola) eröffnet. 1974 wurde die Rückenschule in den USA eröffnet, 1984 die Grazer Gang und Rückenschule und Mitte der 80er die Rückenschule in Deutschland.


Was sind Ursachen für Rückenschmerzen?

Ä Verspannungen

Ä einseitige körperliche Belastungen

Ä Bewegungsmangel

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Ä Übergewicht

Ä Psychische Belastungen, Stress

Ä falsche Bewegungsmuster

Ä Strukturveränderungen der WS und Bandscheiben


Eine exakte Diagnose (Muskelstatus, Haltung und Bewegung) kann man über ein Videoscreening der WS feststellen.

Kriterien für ein Videoscreening:

♦ nichtinvasives Verfahren

♦ einbeziehung der Bewegung

♦ Dokumentation von Problembereichen mittels Bildausdruck

♦ Verbesserung oder Stabilisierung der Haltungs- und Bewegungssituation mit einfachen Bewegungsübungen

♦ auch für Serienuntersuchungen einsetzbar


Methodik des Videoscreenings:

● Datenerhebung/ Aufnahme (vor Ort, im Labor/ Praxis)

● Datenauswertung (qualitativ/ quantitativ; Spine Analysis System)

● Besprechung der Ergebnisse (Anhand der Videoaufzeichnungen und des Haltungsprofils)

● Einschulung in Bewegungsprogramme

● Kontrolle der Übungen


Beim Videoscreening gibt es drei Stationen-

-          Orthopädische Untersuchung (Anamnese)

-          Muskelfunktionstest

-          Videoaufzeichnung (kennzeichnen der Dornfortsätze, Grübchen*, Pofalte* [um ein Dreieck und Beckenschiefstand zu sehen]).

Aufgezeichnet werden:

• Vor- und Seitbeuge von hinten

• Vorbeuge/ Hände vor und zurück von der Seite

• Vor der Kamera auf und ab gehen


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Danach erfolgt die Auswertung mit Hilfe des SAS Programms.



Auswertung:

Einzelne Aufnahmen + relevante Beobachtungspunkte + mögliche Fehlstellungen


a)      Standbild von hinten:

-       Taillendreieck: asymmetrisch (Winkel, Fläche)

-       Beckenpunkte: asymmetrisch (Tiefstand)

-       Schulter: asymmetrisch (Tiefstand)

-       BWS: links/rechts konvex

-       LWS: links/rechts konvex


b)     Standbild von sagittal:

-       Kopfhaltung: vor-, zurückgeneigt

-       Schulter: vor-, zurückgezogen

-       BWS: Rundrücken

-       LWS: Hohlkreuz

-       Becken: vor-, zurückgekippt


c)      Seitneigen nach links (max., von hinten)

-       Mögliche Krümmungsradien werden von der LWS bis zur HWS immer größer (steigende Beweglichkeit)

-       Bewegungsausmaß: Über-, Unterbeweglichkeit (klinische Untersuchung: ein Lot wird durch die Achselfalte gelegt; liegt dieses Lot zwischen dem linken bzw. rechten Beckenpunkt ist das Bewegungsausmaß normal!)

-       Krümmung: gleichmäßig, ungleichmäßig (eventuelle Skoliosierungen von dem Standbild von hinten berücksichtigen! Z.B. eine im Standbild von hinten sichtbare Skoliosierung der BWS wird beim Seitneigen nur eine Gerade beschreiben)


d)     Seitneigen nach rechts (max., von hinten)

-       s.o.


e)      Vorbeugen von hinten (LWS bzw. BWS)

-       Rückenhorizont: horizontal oder schräg (= >2,5°)

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f)       Vorbeugen von sagittal

-       Krümmung: gleichmäßig, ungleichmäßig

-       BWS: Rundrücken (verstärkte Krümmung)

-       LWS: Hohlkreuz (geringe Krümmung)

-       Wirbelpunkte: sichtbar, unsichtbar (sieht man die Punkte von der Seite spricht dies für eine einseitige Erhöhung; s.o.)


g)      Gang (Aufsetzen linker- bzw. rechter Fuß; von hinten)

-       Becken: symmetrisches Abkippen beim durchschwingen

-       WS: symmetrisches links/rechts schwingen

-       Oberkörperachse: aufrecht, zur Seite geneigt


Ein einzelnes Bild kann und darf niemals zu einer Aussage führen. ALLE Aufnahmen müssen miteinander vernetzt werden. Schließen gewisse Beobachtungen einer Aufnahme auf eine andere Aufnahme und/oder werden Beobachtungen durch mehrere Blickwinkel bekräftigt, dann kann erst eine Aussage (Was? Wo? Warum?) getroffen werden!


Da eine einzige Fehlhaltung eines Körperteils (z.B. Wirbelsäule) Auswirkungen auf den ganzen Körper hat, können gewisse Beobachtungen auch ohne Wirbelpunkte bzw. Videoscreening gemacht werden.

Bsp.: Ein größeres Taillendreieck (> Winkel, > Fläche) kann leicht ohne Hilfsmittel erkannt werden. Bemerkt man im Zuge dessen auch einen einseitigen Beckentiefstand, spricht dies für eine Krümmung der LWS. Für den aufrechten Stand muss (meistens) bei einer LWS Krümmung aber auch die BWS in die entgegengesetzte Richtung gekrümmt sein.

Da diese Krümmung aber meist mehr als notwendig ausgeprägt ist, kann hierbei oft auch ein Schultertiefstand beobachtet werden.


Mögliche Fehlerquellen der Auswertung:

-       Hautverschiebung (= Punktverschiebung)

-       Unkorrekte Bewegungsausführung

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