Die Wirtschaft 3-Welt Länder am
Beispiel Haitis
Die Wirtschaft der Republik Haiti ist stark durch die
naturräumlichen Gegebenheiten im westlichen Drittel der Karibikinsel Hispaniola
geprägt. Erschüttert durch die politischen Instabilitäten und eine wirtschaftliche
Stagnation ist das gebirgige Land, gemessen am BIP pro Kopf (1990: 370 US$ ),
das ärmste Land Lateinamerikas.
Die Wirtschaft ist weitgehend agrarisch geprägt. etwa 57 %
der erwerbsfähigen Bevölkerung arbeiten im agrarischen Bereich,
im Bereich von Handel und Gastgewerbe ungefähr 13 %
und in der Industrie gerade noch 6.5 %., die restlichen 23
Prozent sind Arbeitslos.
IMF berichtet von einem jährlichem realen
Wachstumsverlusten von -12 % . Die inflationäre Entwicklung hält sich,
verglichen mit anderen lateinamerikanischen Staaten, eher in Grenzen; der
,IMF" nennt eine jährliche Inflationsrate von 30 %. Angesichts des
Niedergangs der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kann von keinem großen
Inflationspotential ausgegangen werden.
Ein Problem der Wirtschaft ist weiterhin die
Blockadepolitik der Organisation of American States (OAS) sowie die zeitweise
Aussetzung der Wirtschaftshilfe durch die USA. Haiti ist aufgrund der ruinösen
wirtschaftlichen Ausbeutung und der Machtpolitik der Herrschenden nicht in der
Lage, ohne Hilfe von außen einen selbsttragenden Wirtschaftsprozeß einzuleiten.
Als Entwicklungshemmnis kommt hinzu, daß im Land eine extreme
Ungleichverteilung sowohl beim Einkommen als auch beim Vermögen gegeben ist.
Zudem hat das Land eine hohe Bevölkerungsdichte und eine so hohe
Arbeitslosigkeit, daß viele Haitianer auf der Suche nach Einkommen und Arbeit
emigrieren.
Die Öffentlichen Auslandsschulden haben sich in den 80er
Jahren ständig erhöht. Sie lagen 1993 bei 745 Mio. US$
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tropisch heisses Klima,
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starke Unterschiede der
durchschnittlichen jährlichen Niederschläge
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Dürregefährdung durch die den
Wasserhaushalt störende Abholzung des Waldes - quantitativ und qualitativ
unterschiedlich ausfallen.
Mitte 1990 waren von den insgesamt rund 2,7 Mio.
Erwerbstätigen 1,5 Mio.in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei
beschäftigt, nur 170.000 dagegen im produzierenden Gewerbe.
Der Anteil der Landwirtschaft am BIP beträgt 1987 32 %, der
der Industrie 21 %, der des Handels 17 und der des Staates 4 %.
Sowohl die Agrar als auch die Industrieproduktion sind seit
1990 rückläufig. Auch die volkswirtschaftliche Infrastruktur befindet sich in
einem desolaten Zustand. So hat sich seit 1990 die Elektrizitätsversorgung
verschlechtert . Ähnliches gilt auch für die öffentliche Verwaltung, die nach
mehr als 3 Jahrzehnten Diktatur und bürgerkriegsähnlichen Zuständen weitgehend
lahmgelegt ist.
Landwirtschaft:
Da die landwirtschaftliche Produktion zur Bedarfsdeckung
nicht ausreicht, wird die Steigerung der Agrarproduktion als wichtiges
Entwicklungsziel angesehen, wobei auch eine Abkehr vom Anbau exportfähiger
Produkte (z.B.
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Einsatz von Technik ist bedingt durch den Kapitalmangel
kaum möglich.
Hauptexportprodukte sind: Kaffee, Kakao, Zucker und Bananen
Die Viehwirtschaft, deren Schwerpunkt auf der Schweine- und
Rinderhaltung liegt, ist überwiegend auf die Deckung des inländischen Bedarfs
ausgerichtet.
Rohstoffe:
Bei Metallen war bisher(trotz der vielfältigen
Mineralvorkommen) nur der Abbau und Export von Bauxit von Bedeutung (1983
eingestellt). Wirtschaftlich von Bedeutung ist nur noch der Abbau von Steinen
und Erden (Kalksandstein).
Industrie:
Während die industrielle Produktion für den Binnenmarkt aus
meist kleinen, handwerksartigen Betrieben stammt und stagniert (Prod. von Speiseöl,
Schuhen, Textilien usw.), sind sog. ,Lohnveredlungsindustrien", die
Halbfertigwaren aus den USA importieren und in Haiti weiter- verarbeiten (z.B.
Elektroindustrie), schnell expandiert. Die Löhne sind weltweit mit Abstand die
niedrigsten (4US$ pro Tag).
Aussenhandel:
Die Handelsbilanz ist defizitär. Seit Anfang der 90er Jahre
ist wegen der Preiseinbrüche beim Kaffee, Kakao ein Anwachsen des
Außenhandelsdefizits zu beobachten. Hinzu kommen die Rückwirkungen der
desolaten Wirtschaftslage des Landes.
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Bevölkerung:
Die Bevölkerung setzt sich aus etwa 90% Schwarzen und 10 %
Mulatten (Ober-und Mittel- schicht)zusammen. Ca. 70 % der Bevölkerung leben auf
dem Lande. Das Bevölkerungs wachstum beträgt nur 1,8 % .Wesentlicher Faktor ist
hierbei Emigration ins Ausland. Gründe der Abwanderungsbewegung waren bisher
politische Verfolgung und wirtschaftliche Not, die u.a. durch den
Bevölkerungsdruck auf die kleiner werdende landwirtschaftliche Nutzfläche
zunimmt. Die Lebenserwartung ist wegen mangelhafter med. Versorgung und der
schlechten Ernährungslage relativ gering.
Infrastruktur:
Die Bedeutung des Ausbaus des Verkehrsnetzes und der
Entwicklung des Transportwesens im Rahmen neuer Entwicklungsprojekte hat wenig
an der Rückständigkeit geändert;
der gebirgige Charakter der Insel stellt eine zusätzliche
Erschwernis für die Verkehrserschließung dar.
Hemmend auf die Erschließung des Hinterlandes wirkt sich
besonders die unzureichende Quantität und mangelnde Qualität der Einrichtungen
des Nachrichtenwesens aus. Es gibt nur ca. 40.000 Fernsprechanschlüsse, wovon
sich allerdings 90% in Port-au-Prince befinden.
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