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Grundzüge der Soziologie I .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Sociology
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University, School
Universität Trier
Additional information
WS 2010
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1.      ORIENTIERUNG

Definition von Soziologie nach: Marx – Weber – Durkheim

·         Marx:

o    Menschen handeln nicht aus freien Stücken, sondern aus gegebenen Umständen

·         Weber:

o    soziales Handeln deutend verstehen in Ablauf und Wirkung; soziales Handeln ist immer auf das Verhalten anderer bezogen und in seinem Ablauf daran orientiert

o    „typische Muster und Regelmäßigkeiten sozialen Handelns“

·         Durkheim:

o    soziologischer Tatbestand = Art des Handelns, die Zwang auf andere Ausüben kann

o    Zwang ausübende „Institutionen“

Zusammenhang und wechselseitiges Bestimmungsverhältnis von:

Sozialstruktur – Deutungsmustern – Handeln (gegenseitige Beeinflussung)

·         Dimension von Intention (Absicht) und Ausdruck (verbal, mimisch) muss unterschieden werden

Alltag – Wissenschaft

Alltag:

Problemlösungsorientiert, Selbstverständlichkeit, Vorurteile, zufällig-situative Erfahrungen

Vage, subjektiv, praktisch-engagiert, wertend, interessengeleitet, inkohärent, inkonsistent, nicht systematisch begründet

Wissenschaft:

Probleme und Erklärung, Nicht-Selbstverständlichkeit, Distanzierung, methodisch kontrollierter Erfahrungsgewinn

Präzise/spezifisch, objektiviert, kritisch-distanziert, wertneutral (aber nicht wertfrei), Interessen reflektierend, kohärent, konsistent, systematischer Begründungszwang

 

Manifeste Funktion

·         Erklärte, bewusste und beabsichtigte Funktionen (bewusste Motivation)

·         Subjektive Motive, Absichten

Latente Funktion

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·         Objektive (soziale) Folgen

Methodologischer Individualismus

(methodologisch: erkenntnistheoretische Perspektive auf das Handeln)

·         Perspektive: individuelle Akteure verstehen, um Gesellschaft zu verstehen (z.B. Weber)

Methodologischer Holismus/Kollektivismus

·         Bei gesellschaftlichen Strukturen anfangen um Soziales (Individuelles) zu verstehen (z.B. Durkheim)

Gesellschaft – Individuum – Habitus

Habitus (Bourdieu):

·         „Nicht gewähltes Prinzip aller Wahlen“ (Prinzip des Entscheidens)

·         Individuelles Handeln in der Selbstbeschreibung ABER eigentlich ist Handeln durch gesellschaftliche Rahmung und Musterselbstverständlichkeiten bestimmt -> Ausdruck unserer Herkommensbedingungen (Prägung/Sozialisation)

·         Verbindet meth. Individualismus und Holismus

Gesellschaftstheoretische Sicht – handlungstheoretische Sicht

·         Beide Perspektiven zeigen ähnliche Ergebnisse

Gesellschaftstheoretisch:

·         Gesellschaftliche Bereiche -> Rollen, Erwartungsmuster -> formiertes individuelles Handeln-> soziale Verhältnisse

·         MAKROsoziologie

·         Ausgangspunkt von ganzen Gesellschaften als Einheit

Beispiel: Gesellschaft, Kollektiv, System

·         Regeln, Systeme, Strukturen -> Handeln

Handlungstheoretisch:

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·         MIKROsoziologie

·         Ausgangspunkt beim sozialen Handeln, Interagieren der Akteure

Beispiel: Akteur, Individuum, Handeln

·         Handeln -> Regeln, Strukturen

Mesosoziologie (Bourdieu)

·         Ausgangspunkt bei sozialen Institutionen, Rituale, Organisationen

Beispiel: Verhältnisse, Verflechtungen, Eingrenzung, Ausgrenzung

·         Regeln als historisch ausgebildete Regelmäßigkeiten

2.      SOZIALES HANDELN UND INTERAKTIONEN

Handlungsabsichten – Handlungsfolgen

4 Bestimmungsgründe des Handelns (Weber)

·         Zweckrational: Nutzen

·         Wertrational: bewusster Glauben an den Eigenwert eines bestimmten Handelns

·         Affektuell: Emotionen und Gefühlslagen

·         Traditional: eingelebte Gewohnheiten

Bedeutung von impliziten Hintergrundwissen: Latenz

·         Implizites, unintendiertes, latentes (nicht offenkundiges) Hintergrundwissen führt zu Konsens und gemeinsamen Einverständnishorizont

·         Geteilte Erwartungen in Bezug auf sinnhafte soziale Handlungen

·         Sorgt für alltägliche Stabilität und soziale Anschlussfähigkeit von Handlungen

·         Regelmäßigkeit macht sozial erwartbar -> Sozialität durch Zeit

Wechselwirkungen (Simmel)

Dyaden u. Triaden:

·         Wechselwirkungen sind Verhältnisse, Beziehungen, Relationen..alle dynamischen Zusammenhänge

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·         Triaden = Konfliktkonstellationen (soziale Verhältnisse durch Konflikte verstehen)

Der unparteiische Dritte

·         Vermittler, Schlichter, Schiedsrichter, Richter, Beobachter

·         Aufgaben:

o    Unterbrechen der Eskalationsspirale

o    Objektivierung der Sachverhalte, Versachlichung der Konfliktsituation

o    Trennung von sachlich (objektiv) und persönlich (subjektiv)

·         Vermittler = Konfliktlösung bleibt bei Parteien

·         (Schieds-) Richter = Konfliktlösung wird Parteien entzogen

Der lachende Dritte (lat.: tertius gaudens)

·         Nutznießer

·         Aufgaben:

o    Neutralisierung/Lähmung der anderen beiden

o    Schädigung zugunsten einer der beiden Streitenden oder zugunsten von sich selbst

o    Buhlen um die Gunst eines Dritten (wegen Konkurrenz um Gunst oder gegenseitiger feindlicher Gesinnung)

·         Beispiel: Kunde (der lachende Dritte) bei konkurrierenden Anbietern

Der unsichtbare Dritte

·         Prinzip: Teile und herrsche! (lat.: divide et impera)

·         Streitstiftung/Konfliktschürung zur Vorteilsgewinnung

·         Beispiel:

o    Etablierung von Denunziation (Verrat, z.B. Stasi)

o    Interessen an Konflikten bei Parteien des anderen politischen Lagers

Erweiterung:

·         Sozialisatorische Triade:

o    Entstehung einer Familie durch Geburt eines Kindes

·         Institutionengenerierende Triade:

o    Entstehung sozialer Institutionen (durch Übertragung)

o    Institution: festgelegte Regel/Tradition (kann erst durch Dritte etabliert werden)

Institutionalisierung von Konflikten (anstatt Abschaffung):

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·         Konflikt nicht lösen sondern gezielt damit umgehen können

Unbeabsichtigte Handlungsfolgen – self-fulfilling prophecy/self-defeating prophecy (Merton)

·         Sich selbst erfüllende Prognose (Last National Bank)

·         Sich selbst zerstörende Prognose (Wahlprognose)

·         Gründe für unbeabsichtigte Handlungsfolgen

o    Unwissenheit

o    Irrtum

o    Zwingende Unmittelbarkeit eines Interesses

o    Grundlegende Werte

Doppelte Kontingenz

·         Kontingenz: Gegebenes im Hinblick auf mögliches Anderssein; Gegenstände im Horizont möglicher Abwandlungen

·         Doppelte Kontingenz

„Damit wird eine Situation bezeichnet, in der sich die Partner einer sozialen Begegnung befinden können. Jeder von ihnen betrachtet den noch ungewissen Fortgang des Verhaltens der jeweils anderen Seite (d. h. deren Kontingenz).

Beide Seiten wählen durch den Vollzug ihres 'eigenen Geschehens' auch den Fortgang des Geschehens im Lichte der anderen Seite.“

3.      GRUPPENPROZESSE UND ORGANISATIONEN

Gemeinschaft und Gesellschaft

·         Grenzen sind fließend

·         Vergemeinschaftung enge Bindung (Familie, Gruppe, Freunde)

·         Vergesellschaftung formal (Organisation, Bürokratie, Gesellschaft)

·         von Max Weber als Prozesse beschrieben

Gruppen/Gruppentypen

·         Soziale Gebilde = komplexe Formen menschlichen Zusammenlebens,

z.B.: Gruppen und Organisationen


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