à
Solche Kinder rasch in Fachbehandlung schicken.
Förderung von Lernprozessen
Bildungsplan Baden-Württemberg weist hierbei auf die
Bedeutsamkeit einer gut entwickelten Wahrnehmungsfähigkeit hin:
Kernaussagen zusammengefasst (siehe Originaltext):
·
Sprachenlernen hängt von einer gut entwickelten
Wahrnehmungsfähigkeit ab.
Notwendig von Beginn an zu
fördern.
·
Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Wahrnehmungsstörungen,
die Auswirkungen auf den Spracherwerb haben à
im regulären Unterricht Förderung!
·
Besonders zu berücksichtigen: akustische, kinästhetische,
rhythmische und visuelle Differenzierungsschwächen.
·
Lehrkräfte müssen Kenntnisse über die allgemeine
Sprachentwicklung sowie die Fremdsprachentwicklung und deren Abweichungen
besitzen. à Hilfe und Förderung
sowohl prophylaktisch als auch als begeleitende Maßnahme möglich.
·
Sprachenlernen aller Kinder ist gerade in der 1. Klasse durch
integrierte Schulung der Wahrnehmung nachhaltig zu fördern.
·
Übungen zur Motorik, taktilen Erfassung, Atmung, Stimmbildung,
Artikulation und zum Einhörenà Basis
einer umfassenden Förderung.
Erster Blick: Überforderung der Grundschullehrer!
Näheres Hinsehen: Selbstverständlichkeiten im täglichen
Schulalltag der Eingangsklassen!
Folgende Aufstellungen zum zitierten Bildungsplanabschnitt
wurden von Grundschullehrern aus ihrem Erfahrungsschatz zusammengestellt.
Visuelle Differenzierungsschwäche
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·
Blick kann nicht fixiert werden
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Eingeschränktes Blickfeld
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Rot-Grün-Schwäche (etwa 10% der Jungen farbunsicher)
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Störung im räumlichen Sehen
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Lagebeziehungen werden falsch erkannt
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Schwierigkeiten beim Wiedererkennen von Formen und Mustern
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Größenverhältnisse stimmen nicht
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Orientierungslosigkeit (auf Blatt)
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Seitenverkehrtes Schreiben
Übungen:
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Spiel: Ich sehe etwas, was du nicht siehst; Wimmelbild;
Suchbilder; Suchspiele, unvollständige Bilder
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Zahlen und Buchstaben vervollständigen, Paare finden,
Fortsetzungsreihen, Kimspiele, Farbenspiele, Domino, Schnipp-Schnapp, Memory,
Geburtstagsspiel: Wie sieht der aus der vor der Tür steht?
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Falsche Lagebeziehungen korrigieren, seitenverkehrtes Schreiben
korrigieren
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Orientierungslosigkeit auf dem Blatt abbauen; optische
Hilfsmittel (Klassenzimmer, Blatt, Heft). Orientierung im Raum, Farbenblindheit
beachten
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Unstimmige Größenverhältnisse korrigieren
Akustische Differenzierungsschwäche
Merkmale:
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Ungenaues Sprechen, mit einfachen Wörtern und Sätzen
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Ungewöhnlich laut/leise
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Spricht Laute falsch nach
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Fehl oder Schwerhörigkeit
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Gleichgewichtsstörungen (unterschiedlich ausgeprägt) evtl.
Innenohrprobleme
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Lautstärken werden nicht genügend differenziert
Übungen:
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Stimmmodulation Lehrkraft, Hörübungen mit Instrumenten,
Hörunterscheidungsübungen (Wortendungen), Hörmemory
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Bewegungsübungen Laut-Geste, Zungenbrecher
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Wörter/Laute mit Bewegungen verknüpfen; langsam/schneller
differenz.
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Übungen zur Stimmbildung b/p, d/t,- Wattebällchen
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Spielerisches Bewusstmachen der neuen Laute; Geräuschgeschichte
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Stimmmodulation der Lehrkraft, laut-leise differenzieren,
gemeins. Sprechen
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Visuelle/akustische Hilfen: Fliege; gurgeln
Kinästhetische Differenzierungsschwäche
Merkmale:
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Schwierigkeiten bei der Lautbildung
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Zungensenksyndrom (Zunge nicht heben: l, n, s, x, z, t, d)
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Lippenmotorik eingeschränkt : m,b,p,w,f unsicher gebildet
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Hinterer Gaumen kann betroffen sein mit g, k, r, ch1, ch2
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Mundhöhle und Gaumenbereich betroffen: h,j unsicher
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Zungensteuerung in der Mundhöhle betroffen: sch unkorrekt
gebildet
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Sprung vom Gaumen an die Zähne gelingt nicht: g/d;k/t werden
verwechselt
Übungen:
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Lippenspiele; Zunge mit einbeziehen; Watte pusten; Kamm blasen
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Clownspiele: Was kann der Clown mit der Zunge?
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Seifenblasen; Kirschkernspucken; Spiel: Meine Oma ist krank
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Nicht –sprachliche Geräusche bilden
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Gesichtsmimik: Folienbilder nachahmen, Spiegelbild
Rhythmische Differenzierungsschwäche
Merkmale:
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kann nicht rhythmisch nachsprechen, mitsprechen
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sich nicht im takt bewegen: gehen, stampfen, tanzen
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nicht selbstständig Klatschrhythmus entwickeln, nachklatschen
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rhythmisches Gehen zu Musik fällt schwer
Übungen:
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Echospiel, Taktschlagen, nach Taktschlägen Bewegung im Raum
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Orff’sche Instrumente;
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Reime, Lieder, Verse, Sprechgesang; Rap, Klatschspiele,
Seilspringen
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Umsetzen von Sprache in Klänge und umgekehrt
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Psychomotorische Förderung (Wahrnehmung einzelner Körperteile)
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