Grundbedürfnisse
von Kindern
Die körperlichen
Bedürfnisse
Bewegung: Bewegung fängt bereits im Mutterleib an. Bei
einem Neugeborenen sind Bewegungen eher reflexartig. Im Kleinkindalter werden
Bewegungen koordinierter. Ein Kindergartenkind hat das Bedürfnis nach Bewegung
und merkt, dass die Kraft und Ausdauer steigt, je mehr sie sich bewegen.
Schulkinder bewegen sich noch mehr, haben dabei aber eher den
Leistungsgedanken.
Kinder - egal welchen Alters - brauchen Zeit und Spielräume
für Bedürfnisse und Bewegungen.
Nahrung: Kinder sind auf eine gesunde Ernährung angewiesen.
Für Neugeborene und Säuglinge ist die Muttermilch besonders wichtig, wobei auf
Nikotin- und Alkoholkonsum in dieser Zeit verzichtet werden sollte. Kein Kind
kann sich alleine versorgen.
Schlaf- und Ruhephase: Neugeborene und Säuglinge schlafen täglich 16-19
Stunden. Je älter Kinder werden, desto weniger müssen sie schlafen. Kleinkinder
und Kindergartenkinder benötigen einen Mittagsschlaf. Müdigkeit bei Kindern
wird deutlich, wenn sie sich selbst zurückziehen um sich auszuruhen.
Pflege: Kinder sind auf die Pflege von Bezugspersonen
angewiesen. Körperliche Nähe ist vor allem wichtig, wenn das Kind krank ist. Dieses
Bedürfnis nimmt langsam ab, wenn das Kind das Schulkindalter erreicht.
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Sozial-emotionale
Bedürfnisse
Tragfähige Beziehung zu
Bezugspersonen: Im Säuglingsalter ist
die Bindung zu einer Bezugsperson besonders wichtig. Je älter das Kind ist,
desto offener ist die Beziehung zu der Bezugsperson. Je mehr Selbstständigkeit
ein Kind gewinnt, um so mehr werden die Bezugspersonen zu einer Art „sicherer
Hafen“, in den es sich immer wieder „retten“ kann, wenn es sich unsicher fühlt.
Eine tragfähige Beziehung ist geprägt von Wertschätzung, Liebe, Respekt und
Akzeptanz, um das Vertrauen des Kindes aufrecht zu erhalten
Sicherheit und Schutz: Ein Kind ist auf Schutz und Sicherheit angewiesen
und braucht die Gewissheit, dass dies gewährleistet wird. Kinder benötigen
nicht nur physischen Schutz, sondern auch psychischen Schutz. Die Prävention
vor Gefahren („Schutzerziehung“) ist wichtig, um das Kind vor Übergriffen auf
Leib und Seele (z.B. sexueller Gewalt) zu schützen.
Geborgenheit: Geborgenheit ist für jedes Kind ein Grundbedürfnis –
„Nestwärme“ wirkt beruhigend und lässt das Kind Zuneigung und Schutz erfahren.
Zugehörigkeit: Schon ein Neugeborenes möchte die Zugehörigkeit zu
seiner Familie spüren, was auch im Kindergartenalter so bleibt – wobei sich die
Bindung zur Mutter dann etwas lösen kann, und auch andere Kinder und Erzieher
wichtig werden.
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Anerkennung: Anerkennung bedeutet vor allem Lob und Zuspruch für
alles, was das Kind kann, was es macht und was es versucht. Indem das Kind so
anerkannt wird, wie es ist, werden das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein
des Kindes gefördert.
Verständnis: Ängste, Sorgen und Nöte sollten ernst genommen und
nicht belächelt werden. Vertrauenspersonen sollten sich für Gespräche Zeit
nehmen, um Probleme zu lösen.
Kontakt zu Gleichaltrigen: Der Kontakt zu Gleichaltrigen ist schon im
Säuglingsalter wichtig – hier können sie langsam Kontakte knüpfen. Besonders im
Kindergartenalter ist das Bedürfnis nach Kontakt mit Gleichaltrigen groß, wobei
hier oft das gegenseitiges Messen von Stärken in den Vordergrund rückt.
Kognitive Bedürfnisse
Anregung: Zur gesunden Entwicklung eines Kindes gehört auch
die Anregung, Dinge zu „greifen“. Dieses ist schon bei Neugeborenen wichtig. Neugeborene
reagieren sehr empfindlich auf Körperkontakt und zärtlichen Zuspruch. Mit
zunehmendem Alter fängt das Kind an, seine Umwelt zu „begreifen“. Es
fängt an, seinen Körper zu entdecken, und dann seine Umwelt. Dabei sollte man
das Kind durch geeignete Materialien unterstützen.
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seine Umwelt. Mit zunehmendem Alter rücken auch Alltagsgegenstände in das
Interesse des Kindes und werden zu Spielzeug umfunktioniert. Auch steigt das
Interesse an speziellen Spielzeugen und bestimmten Spielpartnern. Im
Schulkindalter werden weniger Spielzeuge als Spielpartner in den
Vordergrund gestellt.
Leistung: Es ist wichtig, Kinder zu fordern, denn jedes Kind
möchte Leistung bringen. Dabei sollten die Anforderungen nicht zu hoch sein, da
ein Scheitern negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein hat. Auch
Unterforderung ist nicht gut für das Kind, da so Langeweile aufkommen kann, und
es die Lust an Leistung verliert. Durch das Erfüllen von Aufgaben entwickelt
das Kind ein gesundes Selbstbewusstsein und Stolz.
Selbstbestimmung: Dieses Bedürfnis ist eng mit dem nach Leistung
verbunden. Schon früh streben Kinder nach Autonomie. Mit ca. 1,6 Jahren fangen
Kinder an zu probieren, was sie als Individuum bewirken können, und wo ihre
Grenzen liegen. Es ist jedoch immer noch hin und her gerissen zwischen dem
Bedürfnis, der Bezugsperson nahe zu sein und dem Bedürfnis, ein eigenständiges
Individuum zu werden.
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Mögliche Folgen
unzulässiger Befriedigung der Bedürfnisse
Wenn Kinder in den ersten drei
Lebensjahren in ihren Grundbedürfnissen vernachlässigt werden, entstehen über
kurz oder lang körperliche und / oder geistige Defizite in der Entwicklung
(Schäden; z.B. Hospitalismus). Außerdem können Verhaltensauffälligkeiten
auftreten.
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