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Griechische Lit. im Überblick II/Teil 1 .doc

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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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Griechische Literatur im Überblick II

1.Einheit, 2.3.2009

Aufklärung: eigene Gedanken und Werte auf rationale Basis gelegt (Emanzipation der Vernunft)

Aufklärung nur reiche, junge Leute; Sophisten nehmen Geld für Unterricht

Bewegung entstand im ionischen Raum, Sizilien (besonders klug in der Zeit), Apsara (Thrakien) und Nord-West-Pelopones. Athen erst in der nächsten Generation. Es gab schon demokratische Verfassung, Sophisten gehen dorthin, weil man Ideen durch Worte darbringen muss, sie unterrichten Rhetorik.

Sokrates interessiert sich nur für Menschen, nicht Naturwissenschaften.

Ein neues Bildungsideal entsteht – Konkurrenzunternehmen zu anderen Bildungseinrichtungen (Lehrer-Schüler-Beziehungen); Sophisten: institutionalisiertes Bildungswesen

Buchhandel kommt in der 2. Hälfte des 5. Jhd auf. Frage von Schriftlichkeit und Mündlichkeit: hat Schriftlichkeit Auswirkungen auf das Gedächtnis? Früher musste man sich mehr merken.

Rhetorik: damit ann man sich in Gesellschaft durchsetzen, ersetzt Philosophie. Man kann entweder Philosophie oder Rhetorik studieren – sonst nichts; dadurch entsteht ein Konkurrenzkampf – Rheotik wird wichtiger,

 

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Sophistik ist eine Art von Betrug, Sophistik ist eine Scheinwissenschaft. Sophisten sind wie prof. Lehrer aufgetreten (hat es vorher nicht gegeben, auch keine Bildungsanstalten); Sophisten wandern durchs Land um Vorträge zu halten; Sophisten haben Vorträge angekündigt (lat. Wort professor)

Sophisten nehmen viel Geld für Vorträge/Unterricht: wenn es nichts kostet, sind die eigenen Gedanken nichts wet; Platon = Feind der Sophistik (nicht objektiv)

Sophistik bedeutet Umgang mit Schülern + Vortrag: Schriftlichkeit ihrer Gedanken.

Sokrates nahm kein Geld: Zeichen gegen Sophistik

Protagoras 490-450 v. Chr

Homo-Mensura-Satz: Mensch ist das Maß aller Dinge (Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, dass sie sind, und der Nichtseienden, dass sie nicht sind)

kommt aus Abdera

Reisetätigkeit (Sizilien und Athen, Beziehunge zu Perikles, Perikles gab ihm Auftrag, Gesetze für die Stadt zu entwickeln)

der Erste, der Geld für Unterricht nahm

Anklage wegen Gottlosigkeit in Athen – Schrift über Götter verfasst, „man kann nicht feststellen, dass es sie gibt, aber auch nicht, dass es sie nicht gibt“ (ist eigentlich Agnostizist)

Aristokrat hat ihn angeklagt

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wollte Leute provozieren und zum Denken anregen

„Die Wahrheit oder die niederwerfenden Reden“ braucht einen Gegner, Gegner war Parmenides und seine Eleatische Schule; Mensch ist das Maß aller Dinge, Mensch = Gradmesser für die Wahrheit, alles, was der Mensch sagt ist wahr, keine objektive Wahrheit – Sinneswahrnehmung = Wahrheit

Demokrit: Werte/Moral ist nicht subjektiv, Sinneswahrnehmung ist subjektiv

„Über den Urzustand“: hat Mythos erzählt, dass Menschen zuerst als Individuen gelebt haben – haben nicht überlebt, jeder hat seine Stärken, Stärke des Menschen: Vernuft, sie schließen sich als Rechtsstaat zusammen;

Kultur und Rechtgefühl sind verbindliche Werte.

Sophist = Erzieher des Menschen, erziehen kann man nur zu objektiven Werten; Weltklugheit (lat. eubulia) wurde unterrichtet (wie kann man sich durchsetzten). Man kann das Recht für sich nützlich machen; unterrichte nur junge, reiche, angesehene Leute.

in Athen sind seine Ideen auf fruchtbaren Boden gefallen, weil dort Demokratie herrschte.

Prodikos

kommt aus Kos (Insel)

Gesandter seiner Heimatstadt, er trug seine Ideen vor

in viele Wolldecken eingehüllt, weil ihm kalt ist

Spezialgebiet:Synonymik; Wissenschaft der Synonymik geht auf ihn zurück, wichtig für Rhetorik.

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Fassung von Xenophon; Götter sind Personifikationen (Poseidon für Wasser)

Hippias

aus Elis

behauptet, dass er alles kann

Begründer der enzyklopädischen Bildung, alle Bereiche (Musik, Mathematik,...)

Mnemotechnik, Kunst sich alles zu merken, Gedächtniskünstler

ist im Purpurmantel aufgetreten

Platon lässt ihn in zwei Dialogen auftreten, und er weiß bei ihm nichts

1.Olypiachronik von 776 – Grundlagen der Chronologie

Antithese von Phyis und Nomos (Gesetz, Konvention) : von Natur aus da und vom Menschen geschaffen

von Natur aus: kein Mensch ist Sklave, wird er erst durch Nomos, dadurch werden ganze Institutionen hinterfragt

2. Einheit, 10.3.2009

Sizilien: die Menschen galten dort als besonders scharfsinnig, dort macht man die Anfänge der Rhetorik fest.

Gorgias

aus Sizilien, Hauptvertreter der Sophisten

Über das Nicht-Seiende“, Erkenntnistheorie, 3 Sätze:

1.      Nichts existiert

2.      Wenn etwas existieren würde, wäre es nicht erkennbar/erfassbar

3.      Wäre es erkennbar, wäre es nicht mitzuteilen

(Auseinandersetzung mit Parmenides „Über das Seiende“)

toxa: „Meinung“ und „Schein, gleiches Wort

Grundlage für die Rheotik: Nichts existiert, Meinungen als Schein, es gilt nur, den anderen zu überzeugen.

logos: „Rede“ Instrument für die Manipulation

Psychologie des jeweiligen Publikums kennen (findet man später auch bei Aristoteles)

Gorgias: Rede = Werkmeisterin der Überzeugung

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gut reden zu können bedeutet Macht (vgl. 80er „Wissen ist Macht“

Gorgias hob Grenze zwischen Prosa und Dichtung auf, um andere mit Rede „einzulullen“.

auf ihn gehen die Stilfiguren zurück: Parallelismen, Antithesen; Aufbau: dass Satzglieder die gleiche Silbenanzahl haben – Rhythmus, kein Wort ist Zufall

Studium der Wirkung der Rede. Nach Athen gereist um Athen zum Krieg zu überreden, Athener waren begeistert von der Rede (in der Zeit gibt es in Athen noch keine Sophisten)

Bei Vorsokratikern gibt es auch schon Stilfiguren, auch bei Euripides

Gorgias hat sich des Reims bedient und hat Entstehund der griechischen Kunstprosa geebnet (hier ändert sich das Literaturpanorama völlig, vorher nur Dichtung, jetzt auch Prosa)

zwei Reden von Gorgias:

„Lobrede auf die Helena“ zeigt, wie man argumentiert, dass man schlechte Sache zur besseren macht (Helena wurde immer schlecht bewertet) durch: denkt sich vier Argumente aus, was alles sein könnte, aber nicht ist.

Alle Argumente werden widerlegt (= würden sie zutreffen, würde sich die Schuldlosigkeit ergeben)

Überredung kann nur dort angreifen, wo Menschen kein sicheres Wissen haben.

„Palamedes“ Verteidigungsrede für Palamedes, der Odysseus aufdeckte.

Beide Reden wurden nicht gehalten, sondern waren Musterreden (Paradigmatische Reden)

 

Die Kunst des Redners bestand darin, den Eindruck zu erwecken etwas wichtiges zu sagen. zB wurden Reden auf Salz, Floh, Fliege gehalten

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