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Bilder von Kindern über Gott sind keine Abbilder Gottes,
sondern Ausschnitte ihrer inneren Vorstellung von Gott. Um die Bilder richtig
deuten zu können ist es deshalb erforderlich, die Kommentare der Kinder über
ihre Darstellung, die sozio- kulturelle Herkunft der Kinder und die Entwicklung
des Zeichnens bei Kindern mit einzubeziehen.
Das Christentum ist ursprünglich keine Bildreligion, sondern auf das Wort
verwiesen. Dies findet seinen stärksten Ausdruck in dem Gebot: Du sollst dir
kein Gottesbildnis machen,
( 2 Mos 20,4 ). Zum richtigen Verständnis des
Bilderverbots, ist zu berücksichtigen, dass es darauf abzielt, sich nicht auf
ein bestimmtes Bild zu beschränken, also die Ablehnung einer abbildhaften Fixierung
und eines Verfügbarmachens Gottes durch das Bild. Auf diese Weise richtet sich
das Verbot auf ein Gottesbild, das Gott als Abbild hervorbringt und nicht auf
eine Vorstellung eines persönlichen Gottesbildes. Das Bildermalen der Gottesvorstellung
ist eine Verarbeitung der Wirklichkeit und ermöglicht das Verstehen des
Glaubens.
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Religion und Gott erzeugen bei Kindern Bilder. Daher bietet
das Malen eine gute Möglichkeit, ihre Vorstellungen dazu zu verarbeiten und
darzustellen. Es ermöglicht ihnen, in gestalterischer Form ihre Träume,
Fantasien, Wünsche, sowie Sorgen, oder Ängste und ihre persönliche Beziehung
zur Umwelt auszudrücken. Somit stellt das Malen für sie eine besondere Form
dar, zu vermitteln was sie sich vorstellen, wenn es ihnen sonst schwer fällt
dies zu versprachlichen. Malen stellt eine Art von Kommunikation dar, da das
Kind beim Malen mit der Außenwelt kommuniziert, indem es Außenstehenden durch
das Ergebnis des Malens ermöglicht wird, einen Blick ins Innere des Kindes zu
bekommen. Manchmal zeigt sich erst durch ein gemaltes Bild, wie es in einem
Kind aussieht, sowohl für Außenstehende als auch für das Kind selbst. Der
spontane Prozess des Malens kann bewirken, dass beim Malen Unbewusstes
hervorkommt und nach außen tritt. Das spontane und aktive Gestalten beim Malen kann zum Entdecken der Persönlichkeit
beitragen.
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sondern bildet ein "inneres Modell" ab. Eben die Wirklichkeit, wie
sie ihm persönlich erscheint. H. G. Heimbock weist deshalb darauf hin, dass
das Bild nicht als Abbild der Wirklichkeit zu interpretieren ist, sondern sich
am Subjekt orientiere. Eine vorschnelle Deutung ist nicht gerecht, da das Bild
auf eine eigene Interpretation reduziert wird. Darum sollten neben der
Kinderzeichnung weitere Informationsquellen berücksichtigt werden. Beim Malen
kommentieren Kinder in der Regel alles, was sie gerade tun. Sie erzählen, was
sie vorhaben, überlegen laut wo noch etwas fehlt, welche Farbe sie gerade
suchen und ob das, was sie gezeichnet haben, ihren Vorstellungen entspricht. Man
erfährt dabei viel mehr, als auf der Zeichnung später zu sehen ist. Außerdem
muss dem Kind die Möglichkeit gegeben werden sich nach dem Malen zum Bild zu äußern.
Heimbock kritisiert auf dieser Grundlage, die Studien von D. Boßmann/ G. Sauer
(1994): Wann wird der Teufel in Ketten gelegt? und H. Hanisch (1995): Die
zeichnerische Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen. Die
Kritik richtet sich gegen das Auslassen der Kommentare von Kindern zu ihren
Bildern und die Deutung der Bilder durch mathematisch errechnete Trends der
Entwicklung.
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Kinder in ihrer religiösen Entwicklung sehr von solchen Beziehungen geprägt
werden, so sind deren Einflüsse nicht allein ausschlaggebend, da sich Kinder
aktiv mit religiösen Thematiken auseinandersetzen und dieser Prozess kein
passives Übernehmen ist. Kinder haben eine aktive Rolle bei der religiösen
Entwicklung, und daher vollzieht sie sich unter den Voraussetzungen des
kindlichen Umgangs mit der religiösen Thematik. Dieser Umgang bzw. das Denken
der Kinder unterscheidet sich von dem der Erwachsenen, was aber nicht bedeutet,
dass es qualitativ schlechter ist. Denn Kinder und Jugendliche fassen religiöse
Überlieferungen in ihrer eigenen Art und Weise auf. Dies liegt daran, dass
Gott ein abstrakter Begriff ist, den Kinder nicht unmittelbar gegenständlich
wahrnehmen können. Somit versuchen sie diesen Begriff auf ihre Art, in Abhängigkeit
von sozialen Situationen, zu ordnen, in denen sie ihm begegnen. Die Konsequenz
bei Kindern, denen Gott in ihrem sozialen Umfeld nicht begegnet ist, dass sie
dazu neigen, passende Situationen zu fantasieren. Ihre Bilder von Gott weisen
daher oft märchenhafte Züge auf.
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