Vorlesung Gletscherkunde
Inhaltsübersicht
1.
Definition und Wesen der Gletscherkunde
2.
Geschichte der Gletscherkunde
3.
Literatur
4.
Entstehung und Struktur des Gletschereises
4.1
Begriffsdefinitionen: Schnee-Firn-Eis-Gletscher
4.1.1
Definition und Name „Gletscher“
4.1.2
Schnee-Firn-Eis
4.2
Die Metamorphose vom
Schnee zum Gletschereis
4.3
Struktur des Gletschereises
4.4
Gefügeelemente des Gletschereises
4.4.1
Schichtung
4.4.2
Bänderung und Blätterung
4.4.3
Sparren
4.4.4
Scherflächen
4.5
Fremdeinschlüsse im Eis
5.
Schneegrenzbegriffe
5.1
Begriffe und
Definitionen
5.2
Methoden der Schneegrenzbestimmung
6.
Der Massenhaushalt
6.1
Allgemeines
6.1.1
Die Komponenten des Massenhaushaltes
6.1.2
Grundbegriffe des ‚Massenhaushaltes
6.2
Methoden zur Bestimmung des Massenhaushaltes
6.2.1
Die geodätische Methode
6.2.2
Die hydrologisch-meteorologische Methode
6.2.3
Die direkte glaziologische
Methode
7.
Gletscherverhalten und Witterung
7.1
Allgemeines
7.2
Klimafaktoren des Gletscherhaushaltes
8.
Das Verhalten der Gletscher in den letzten
Jahrhunderten
8.1
Der „neuzeitliche Hochstand“
8.2
Die Entwicklung seit Mitte des 19. Jahrhunderts
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8.4
Die Entwicklung seit 1980
8.5
Entwicklungen außerhalb Europas
9.
Die Gletscherbewegung
9.1.
Allgemeines
9.2.
Entwicklungen der Anschauungen über die
Gletscherbewegung
9.3.
Das Wesen der strömenden Gletscherbewegung
9.3.1.
Die Bewegungstheorie von s. Finsterwalder
9.3.2.
Die Bewegungskomponenten
9.3.3.
Verteilung und Größe der Gletscherbewegungen
9.3.4.
Zeitliche Änderungen der Bewegung
9.4.
Die Blockbewegung
9.5.
Gletschersurges
9.6.
Die Messung der Gletscherbewegung
9.6.1.
horizontale Bewegungskomponente
9.6.2.
Vertikale Bewegungskomponente
10.
Thermische Eigenschaften von Gletschern
10.1.
Physikalische Grundlagen
10.2.
Temperierte Gletscher
10.3.
Kalte Gletscher
10.4.
Kalte Gletscher in den Alpen
11. Gletschertypen
11.1.
Typisierung nach der Beziehung zum Relief
11.2.
Geodätische Typisierung
11.3.
Typisierung nach der Ernährung
11.4.
Sonstige Einteilungen
11.5.
Blockgletscher
12. Die Verteilung der Gletscher auf der Erde
12.1.
Allgemeiner Überblick
12.2.
Die Verteilung der
Schneegrenze auf der Erde
12.3.
Die Verbreitung der Vergletscherung:
12.3.1.
Europa
12.3.2.
Asien
12.3.3.
Nordamerika
12.3.4.
Südamerika
12.3.5.
Afrika, Neuguinea, Neuseeland
12.3.6.
Arktis
12.3.7.
Antarktis
13. Formenwelt auf Gletschern
13.1.
Gletscherspalten
13.2.
Moränen
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14. Zur Frage der Glazialerosion
15. Gletscherkatastrophen
15.1.
Eislawinen
15.2.
Seeausbrüche
1. Definition und Wesen der Gletscherkunde
Die Gletscherkunde ist ein Teilgebiet der
Glaziologie. Der Begriff Glaziologie wird synonym zum Begriff Gletscherkunde
verwendet. Weiters kann der Begriff Gletscherkunde als interdisziplinär
bezeichnet werden.
Definition
der Gletscherkunde:
Die Gletscherkunde ist die Lehre von den
Erscheinungsformen, den physikalischen Eigenschaften und der Gesamtheit der
Wirkung der Gletscher der Erde.
Klebelsberg, Autor aus Innsbruck hat die
Gletscherkunde wie folgt unterteilt:
·
Gletscherkunde im engeren Sinne – es handelt
sich um die jetzt vorhandenen Gletscher
·
Glazialgeologie – beschäftigt sich mit den
Pleistozänen Gletschern
Pleistozän (=
das am meisten neue) – jüngste Eiszeit
Wichtige Wissenschaften in der Erforschung
der Gletscher:
·
Geodäsie – Vermessungswissenschaft (Fernerkunden
ist hier wichtig)
·
Meteorologie – Strahlung, Temperatur,
Niederschlag
·
Physik - physikalische Grundlagen
·
Kristallographie – Kristallstrukturen von Schnee
und Eis
·
Geophysik – Seismische Messungen
·
Hydrologie – Wasserspeicher
·
Geographie – Glazialmorphologie ist die Domäne
der Geographie bei Gletschern
1.
Es handelt sich um die Verbreitung der Gletscher
auf der Erde
2.
Die Beziehung zu den Formenwandelkriterien
(West-Ost, Nord-Süd)
3.
Gletscherskigebiete
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2. Geschichte der
Gletscherkunde
Vorläufer:
1507 wird der Begriff Gletscher zum ersten Mal urkundlich
erwähnt. Davor wurden alte Bezeichnungen wie Eisgebirge, Eisberg oder Eismeer
verwendet. (Nachrichten von den Eisbergen in Tirol)
1648 erste Gletscherbeschreibungen
1716 Durch Johann Jakob Scheuchzer – der Beginn der
Gletscherkunde im heutigen Sinne.
1740-1799 Horace Benedict Saussure (Schweizer), Buch – Voyage dans
le Alps. Er hat auch als erster den Mont Blanc bestiegen.
Klassische
Periode der Gletscherforschung:
·
J.G. von Charpentier, 1786 – 1855 - Schweizer
·
L. Agassiz, 1807 – 1873 - Schweizer
·
J. Hugi, 1796 – 1855 - Schweizer
·
J.D. Forbes, 1809 – 1868 – Schotte
·
Ignaz Venetz – Schweizer
o
Mousson, 1854 – 1. Lehrbuch der Gletscherkunde
·
H. u. A. Schlagintweit – Expeditionsgeographen,
1. topographische Darstellung der Pasterze 1848
·
F. Simony - Dachstein
1874
Die Schweizer Gletscherkommission wurde durch
Forel und Mercanton gegründet.
Wesentlich ist, dass die Anfänge der Gletscherkunde hauptsächlich in der
Schweiz zu finden sind.
Seit 1874 gibt
es lückenlose Messergebnisse für den Rhone Gletscher.
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1885 Das 1. moderne Lehrbuch von A. Heim ist erschienen.
Mit ihm beginnt auch der 2. Abschnitt der klassischen Gletscherforschung.
2. Abschnitt
der klassischen Gletscherforschung
Dieser 2.
Abschnitt dauerte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
Wichtige Namen
sind:
·
Sebastian Finsterwalder
·
H. Heß – Nürnberg
·
H. F. Reid (Baltimore)
·
M. Lagally (Dresden)
·
H.W. Ahlmann (Schwede)
·
Klebelsberg
·
Machatschek
·
Lliboutry
·
H. Hoinken
3.
Literatur
Verweis Skriptum: Blatt 3 Wilhelm F. 1975 – gutes Lehrbuch
Schnee- u. Gletscherkunde
4. Entstehung und
Struktur des Gletschereises
4.1.
Begriffsdefinitionen: Schnee-Firn-Eis-Gletscher
4.1.1. Definition
und Name „Gletscher“
Ein Gletscher ist eine aus festem atmosphärischem
Niederschlag entstandene Masse aus Schnee und v. a. körnigem Eis, die sich
teils in fließender, teils in gleitender Bewegung von einem Nähr- in ein
Zehrgebiet befindet.
Gefrorene Quellen, oder auch zugefrorenes Meer sind keine
Gletscher, laut Definition.
Ca. 1300 In
einer Urkunde aus Brixen (Südtirol) kommt zum ersten Mal der Name Ferner vor.
1533 Pinzgau, Salzburg – der Begriff Kees,
der auch Gletscher bedeutet.
1507 Petermann Etterlin verwendet zum ersten
Mal das Wort Gletscher.
Namenswurzel: Die
Bezeichnungen haben mehrere Wurzeln, und bedeuten und anderem Eis, alt und
bewegt.
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